Olle sind die Kamellen nicht, trotz zweijähriger Pause. Überall in der Region bereiten sich die Faschingsvereine auf die Höhepunkte der fünften Jahreszeit vor.
Lang schon sehnt sich das Feiervolk nach seinen Prunksitzungen und Verkleidungs-Partys, freudig erwarten die faschingsbegeisterten Familien die bunten Umzüge. Deren Planungen sind längst in vollem Gange.
Närrische Siedler: „Hoffen auf Faschingslust“
„Wir hoffen, dass die Menschen richtig Lust auf Fasching haben“, sagt Bernd Uttenreuther, Präsident der Närrischen Siedler Lichteneiche Forchheim. Aber davon sei nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause auszugehen. Sein Faschingsverein hat noch jede Menge zu tun, so sind etwa die Prunksitzungen am 10. und 11. Februar vorzubereiten.
Für die hat Uttenreuther einen guten Kolpinghaus-Ersatz auftreiben können: die Volksbank Eventhalle. Und noch eine gute Nachricht hat Uttenreuther neben Konfetti und Süßigkeiten im Gepäck.
Zug führt durch Forchheimer Innenstadt
Die Forchheimer können sich in diesem Jahr am 19. Februar ab 13.30 Uhr wieder auf einen Faschingsumzug freuen. „Unser Zug wird zum ersten Mal seit Jahren wieder durch die Innenstadt führen.“
Man habe sich mit der Stadt einigen können, die früheren Diskussionen um Sicherheitsbedenken entlang der Route seien beigelegt, so Uttenreuther.
Impressionen vom Forchheimer Umzug 2019
Hier führt der Umzug in diesem Jahr lang
Die Faschingsgruppen werden von der Piastenbrücke aus über die Adenauerallee und Bamberger Straße durch die Fußgängerzone vorbei an der Paradeplatz-Baustelle in Richtung Süden laufen.
Etwa anderthalb Stunden sind eingeplant, die große Abschlussparty soll dann am Parkplatz des E-Centers in der Äußeren Nürnberger Straße stattfinden.
Pläne für Ebermannstadt und Neunkirchen
Wie in Forchheim sind die Narren im Landkreis im Planungsstress. Fast zeitgleich mit der Kreisstadt laden die Ebermannstadter (19. Februar, 14 Uhr) zu ihrem Faschingsumzug ein.
Dort wird die Route klassisch vom Friedhof über die Hauptstraße und den Bahnhof bis zum Marktplatz führen. Auch in Neunkirchen am Brand setzen die Narren auf Altbewährtes: Dort setzen sich die Gruppen am 21. Februar, 14 Uhr, am Erleinhofer Tor in Bewegung und ziehen über den Inneren Markt und die Gräfenberger Straße zum Klosterhof vor dem Rathaus.
So sah es 2020 in Neunkirchen aus
Faschingsvereine merken Teilnehmerschwund
Bei aller Vorfreude auf die kommenden Highlights spüren die Faschingsförderer die lange Pause auch in diesem Jahr noch. „Die Anmeldungen für den Umzug laufen bisher schleppend“, sagt der Präsident des Neunkirchner Carnevals Vereins NCV Steffen Habel. „Der Automatismus ist nicht mehr da, die Menschen in puncto Faschingslaune erst wieder ein bisschen angelernt werden.“
Während der Ebermannstadter Elferratspräsident Roland Hofmann davon ausgeht, dass sich 2023 mehr Menschen als früher in Ebermannstadt tummeln werden, teilt Forchheims Faschingspräsident Bernd Uttenreuther die Beobachtung Habels.
„Wir im Verein müssen die Routinen erst wieder aufbauen und auch die teilnehmenden Gruppen.“ Er merkte schon vor Corona, dass sich immer weniger an den Umzügen beteiligen wollten. Waren es laut Uttenreuther früher 60 Gruppen und mehr, liefen beim letzten Umzug vor drei Jahren schon nur noch gut 40 Gruppen mit.
Hatte Corona-Pause auch Vorteile?
Vielleicht, und das hoffen alle Faschingsvereine im Landkreis, hat die Coronazeit die Menschen im besten Sinne kulturell wieder hungrig werden lassen, so dass sie auch die Faschingszeit wieder ganz besonders genießen wollen.
Und etwas Gutes hatte die ungewollt freie Zeit sogar. Zumindest für den Neunkirchner Carnevals Verein. „Nach mehr als 20 Jahren haben wir unseren Wagen endlich einmal von Grund auf erneuert“, so Steffen Habel. Auf diesen Anblick können sich ebenfalls die Forchheimer freuen – denn der NCV wird sich auch in der Königsstadt präsentieren.
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