In der Aula der Mittelschule Neunkirchen am Brand hieß es am Samstagabend wieder „Selau“: Der NCV feierte seine 57. Prunksitzung – die zweite der Saison. Sitzungspräsident Björn Kirsten führte durch das Programm, erstmals unter der neuen Vorstandsvorsitzenden Lena Habel; die Halle war mit über 500 Besuchern restlos ausverkauft.
Fasching Neunkirchen: Das war los bei der Prunksitzung
Es waren auch wieder zahlreiche Honoratioren vertreten. Von Graf Dracula über Gaius Iulius Caesar, Schneewitterich und die sieben Zwerginnen, Jack Sparrow und Majestix, der offensichtlich die Seiten gewechselt hat und jetzt mit den Römischen Legionen eine Via Publica bauen möchte.
Ebenfalls anwesend waren stolze Indianer, mutige Cowboys, furchteinlösende Wikingerinnen, Minions sowie „süße Früchtchen“. Als die Peaky Blinders auf der Bildfläche erschienen, klammerte sich sogar ein verunsichertes Reh an seine Geldbörse – doch das anwesende FBI nahm sich der Banditen an, stellte die Sicherheit wieder her und so konnte die Show beginnen.
Diverse Höhepunkte in der Bütt
In der Bütt gab es mehrere Höhepunkte. Björn Kirsten nahm als „Familienvater im Dauerstress“ die Jugendsprache aufs Korn – von „cringe“ bis „Gossip“ – und traf damit den Nerv vieler Eltern im Saal. Einen nachdenklicheren Akzent setzte Kerstin Städtler, die das Thema Westumfahrung pointiert aufgriff und zwischen Lacher und Ernst auch lokale Reibungsflächen spiegelte.
Neben Bütt und Sketchen trugen vor allem die Tänze den Abend – mit viel Energie, Themenideen und Applausmomenten: Die Jugendgarde zeigte ihren Gardetanz – später auch als farbenfrohes „Hawaii“-Thema. Ein Gemeinschaftstanz der Tanzmariechen stellte die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde in den Mittelpunkt. Die Kindergarde trat im „Fledermaus“-Thema auf.
Tänzer sorgen für gute Stimmung bei Neunkirchener Prunksitzung
Solistische Glanzpunkte setzten die Tanzmariechen Finja Kirsten (mit stehenden Ovationen beim Auszug) und Emma Habel, für die Schwerkraft offenbar eher ein freundlicher Hinweis als eine physikalische Größe ist. „Unter dem Meer“ hieß es bei der Tanzgruppe „Junge Wilde“, das Männerballett der „Bösen Jungs“ brachte mit „Queen“-Anleihen Rockshow-Stimmung in den Saal. Dazu kamen ein Frauentanz im Après-Ski-Look sowie der große Showtanz der Großen Garde zum Thema „Medusa“ – düster, präzise und effektvoll.
Feierliche Ehrungen beim Neunkirchener Fasching
Auch die Sketche sorgten für viele Lacher. In der „Arztpraxis“ wurde es turbulent – und am Ende stand als Pointe ein Spruch, der an den Humor früherer Jahrzehnte erinnerte. Dazu kam ein Sketch, in dem Lena Habel und Pia Liehmann allein mit Gedankenkraft physikalisch Unmögliches möglich machten – unter anderem, indem Seifenblasen scheinbar einfach verschwanden. Als „Winnitouch und Ranger“ lieferten Heiko und Steffen sichere Lacher: Die meiste Zeit am Marterpfahl fixiert, aber gedanklich ständig in Bewegung – mit viel Timing, Mimik und treffsicheren Pointen.
Ein festlicher Moment waren die Ehrungen durch den Fastnacht-Verband Franken. Ordenskanzler Johann Georg Siegel überreichte Auszeichnungen, darunter „Till von Franken“ als höchste Verbandsehre: Sie ging an Benjamin Hoell (für vielfältiges Engagement seit 2017) und an Annika Kramer (seit 2006 im Gardebereich aktiv, zudem Jugend-Schatzmeisterin). Laura Grau erhielt den Verdienstorden in Silber für langjährige Verdienste. Sonja Gedigk wurde – unter stehenden Ovationen – ebenfalls mit dem „Till von Franken“ geehrt.
Fröhlicher Abend läuft genau nach Vorstellungen
Am Ende war es ein Abend, der vor allem eines zeigte: Wie viel Arbeit, Training, Kreativität und Teamgeist hinter dem steht, was auf der Bühne leicht und mühelos wirkt – und wie überzeugend der NCV diese Mischung aus Tanz, Witz und Vereinsgeist auf die Bühne bringt.















