0
Kosten steigen
Das ist der Plan für das neue Freibad Egloffstein
Das Freibad in Egloffstein in der Fränkischen Schweiz soll saniert werden. Fraglich ist noch, ob die geplanten Kosten des Projekts (2,6 Millionen Euro) gehalten werden können.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Freibad in Egloffstein in der Fränkischen Schweiz soll saniert werden. Fraglich ist noch, ob die geplanten Kosten des Projekts (2,6 Millionen Euro) gehalten werden können. // Reinhard Löwisch, Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Johannes Theiler
Egloffstein – Das neue Becken in Egloffstein soll nach Osten verschoben werden, eine verkleinerte Fläche und etwa 17 Meter lange Schwimmbahnen haben. Es gibt Sorgen wegen der Finanzierung.

Großes Interesse der Bürger und kontroverse Diskussionen unter den Räten gab es zu den Tagesordnungspunkten Planungsstand der Freibadsanierung und Interimslösung für die Kindertagesstätte „Elmar“ in der Sitzung des Marktgemeinderates Egloffstein.

Im Fokus der ausführlichen Debatte um das Freibad stand die Frage, ob die geplanten Kosten des Projekts gehalten werden können. Am Ende stimmte das Gremium dafür, die Planung mit etwa 2,6 Millionen Euro Kostenschätzung und der baufachlichen Prüfung fortzuführen. Dagegen stimmten Dritter Bügermeister Günter Polster (WEU), Horst Vogel (BHH) und Regina Löhrl (FWA).

Chlor und Kiosk

Aufgrund der bisherigen Beschlüsse und der Anregungen aus der Bürgerschaft und Badbenutzer im April 2022 wurden die Planungen für das Freibad fortgeschrieben.

Groß war das Bürgerinteresse an der Freibadsanierung Egloffstein in der Sitzung des Marktgemeinderats.Forchheim & Fränkische Schweiz
Groß war das Bürgerinteresse an der Freibadsanierung Egloffstein in der Sitzung des Marktgemeinderats. // Johannes Theiler

Im Rahmen der interkommunalen Sanierung der „historischen Familienfreibäder in der Fränkischen Schweiz“ (Egloffstein, Streitberg und Gräfenberg) sei in einer gemeinsamen Besprechung mit den anderen Kommunen (Markt Wiesenttal und Stadt Gräfenberg) die Aufbereitung des Badwassers mittels Chlorgranulat festgelegt worden. Für den Kioskbereich sei ein Fettabscheider vorzusehen, erklärte Bürgermeister Stefan Förtsch.

Desolater Zustand

Der Ingenieur und Architekt Josef Krautloher aus Vilshofen stellte den Planungsstand vor. Das Bad habe an verschiedenen Stellen einen desolaten Zustand, das Becken verliere ständig Wasser, und das Betriebsgebäude sei in der Mitte abgebrochen. Dies sei alles dem schlechten Baugrund geschuldet.

So soll das Freibad in Egloffstein nach der geplanten Sanierung einmal aufgebaut sein.Forchheim & Fränkische Schweiz
So soll das Freibad in Egloffstein nach der geplanten Sanierung einmal aufgebaut sein. // Michael Haller (Grafik)

Das neue Becken werde nach Osten verschoben und eine verkleinerte Fläche von 350 Quadratmetern mit etwa 17 Meter langen Schwimmbahnen sowie einem Nichtschwimmerbereich haben.

Badewassertechnik mit DIN-Standard

Die Badewassertechnik wird zukünftig dem DIN-Standard entsprechen und alle zwei bis drei Stunden einmal umgewälzt werden. In der Regel würden Freibäder effektiv nur etwa drei Monate im Jahr genutzt werden. Auch aus diesem Grund sei es empfehlenswert, das Becken wegen der Haltbarkeit und Wintertauglichkeit in Edelstahl auszuführen.

Der Kiosk mit Außenterrasse werde in das Eingangsgebäude integriert und könne somit wegen der neuen Lage ganzjährig genutzt werden.

Debatte über die Kosten

Die Debatte der Gemeinderäte drehte sich immer wieder um die Finanzierung. Die Fragen der Räte richteten sich hauptsächlich in Richtung von möglichen Unwägbarkeiten, die auftreten und somit zu steigenden Kosten führen könnten.

„Was wäre, wenn eine der drei Gemeinden aussteigt, und wie sieht der Finanzierungsplan aus?“, fragte Nikolaus Thäter (UGL). „Was ist, wenn der Wasserzulauf nicht wie geplant möglich ist?“, wollte Christian Hopfengärtner (WEU) wissen. „Wie hoch sind die Fördergelder?“, erkundigte sich Jörg Porisch (WEU). „Können alle geplanten Investitionen für alle zufriedenstellend bewältigt werden, und sind wir dann noch liquide?“, fragte Melanie Reichold (FWA).

Abstriche bei den freiwilligen Leistungen

Bürgermeister Förtsch erklärte, dass Abstriche bei den freiwilligen Leistungen gemacht werden müssen. Als Beispiel nannte er das Teeren von Straßen. Hier müsse man zukünftig die Bürger beteiligen. Es stehe auch noch die Klärung der haushaltsrechtlichen Machbarkeit mit dem Landratsamt Forchheim aus.

„Die vielen anwesenden Bürger zeugen doch von dem großen Interesse an unserem Freibad“, sagte Fiona Porisch (UGL). Für ihr Statement, damit vielen Leuten etwas Gutes tun zu können, bekam sie großen Applaus der Bürger.

Dritter Bürgermeister Günter Polster verstand die aufgestellten Kostenpositionen nicht. Er rechne mit erheblichen Mehrkosten und könne deshalb nicht zustimmen. Er verstehe auch die Sanierung des Hauptgebäudes nicht, welches in einem so schlechten Zustand sei, dass es abgerissen und komplett neu erstellt gehöre. „Den Leuten muss bewusst gemacht werden, dass es teurer wird. Ich rechne mit 500.000 Euro Mehrkosten.“

 

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!