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Nach einem Blitzeinschlag
Golden: Neue Wetterfahne für Wahrzeichen von Gräfenberg
Der Kirchturm in Gräfenberg ist eingerüstet, die renovierte Wetterfahne krönt jetzt wieder den Turm.
Der Kirchturm in Gräfenberg ist eingerüstet, die renovierte Wetterfahne krönt jetzt wieder den Turm. // Petra Malbrich
Gräfenberg – Die Kirche in Gräfenberg hat zurück, was sie ein Blitzeinschlag vor 20 Jahren kostete. Ihre neue Wetterfahne wurde nun eingeweiht. Was den Dekan dabei besondert freut.

Sie war schmerzhaft vermisst worden, die goldene Wetterfahne, die auf einer Kugel befestigt, vom Kirchturm der Dreieinigkeitskirche in Gräfenberg in den Himmel ragte. Ein Sturm vor gut zwanzig Jahren hatte die Fahne zum Fallen gebracht. Einfach wieder aufsetzen? „Das war zu teuer“, erinnert sich ein Gläubiger, der damals Mitglied der Kirchenverwaltung war.

Jetzt, mit der Kirchturmrenovierung, ist die Gelegenheit da, die restaurierte Fahne wieder an ihrem Platz zu befestigen. „Es ist ein außergewöhnliches Ereignis. Seit dem Blitzeinschlag fehlt die Fahne auf dem Kirchturm“, begrüßte Dekan Reiner Redlingshöfer die vielen Gläubigen, die sich vor dem eingerüsteten Kirchturm am Kirchplatz trafen.

Die in neuem Glanz strahlende Wetterfahne war kaum sichtbar, da der Kirchturm noch in weiße Schutzfolie eingepackt und eingerüstet war. Der Posaunenchor eröffnete die kleine Feierstunde musikalisch. Dekan Redlingshöfer ließ dann die gelungene Kirchturmsanierung  mit den ausführenden Firmen der einzelnen Gewerke Revue passieren, beginnend mit dem Gerüstaufbau im April.

Neben dem Wetterkreuz wurde auch die Turmuhr erneuert. „Und anders als in Weißenohe sind die Zeiger gut sichtbar, und sie zeigen die Uhrzeit heute noch“, sagte Redlingshöfer mit einem humorigen Seitenhieb auf die Turmuhrsanierung in Weißenohe, bei der danach die Uhrzeit nicht mehr lesbar war. „Bis Ende November wird die Sanierung abgeschlossen sein und der Kirchturm in neuem Glanz sichtbar“, kündigte der Dekan an.

Blick nach Paris bei Einweihung der Wetterfahne in Gräfenberg

Sowohl zeitlich als auch die Kosten betreffend liege die Sanierung im angedachten Rahmen.  Auf 450.000 Euro war die Turmsanierung geschätzt worden. „Dank großzügiger Spenden konnten wir 200.000 Euro aus eigenen Mitteln bereitstellen“, betonte der Dekan. 135.000 Euro erhielt die Gräfenberger Kirchengemeinde von der Landeskirche, gut 120.000 Euro von verschiedenen Stiftungen, darunter 48.000 Euro von der Oberfrankenstiftung. „Nur von Gräfenberg haben wir trotz gestelltem Antrag bis heute noch keinen Bescheid“, bedauert der Dekan, der sich dann bei allen Spendern bedankte, bevor er die gute Zusammenarbeit mit den Firmen lobte und mit dem Posaunenchor ein „Danket alle Gott“ einstimmte. Sein Blick schwenkte dann nach Paris, wo der Dekan an einem Treffen mit Dekanatskollegen teilgenommen hatte.

Die Kirche dort war schwer sichtbar, da Privatbauten die Sicht verdeckten. „Die Religion ist dort aus der Öffentlichkeit verdrängt. Gott sei Dank ist das in Deutschland anders und wird hoffentlich noch lange so bleiben“, erzählte Redlingshöfer. „Das Christentum ist fester Bestandteil des Lebens, und das ist in Gräfenberg sichtbar mit der Dreieinigkeitskirche und ihrem weithin sichtbaren Kirchturm“, betonte Dekan Redlingshöfer. Vor allem für Besucher aus Nürnberg kommend. „Die Kirche mit ihrem Kirchturm ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden und ein Zeichen, dass Gott unter uns wohnt“, sagte Reiner Redlingshöfer, der dann aus Jesaja 49,22 zitierte. Der Kirchturm sei im übertragenen Sinn wie ein Banner Gottes.

Posaunenchor begleitet Einweihung der Wetterfahne in Gräfenberg

„Vor 800 Jahren aufgerichtet, um weithin sichtbar zu machen, dass die Stadt und die Bewohner Gräfenbergs unter der Führung Gottes stehen“, sagte Redlingshöfer. Egal zu welchen Zeiten, denn er nannte auch unruhige Zeiten, die es in den 800 Jahren ebenfalls gegeben hatte, Brände sowie kriegerische Auseinandersetzungen.

Auf diesem Turm ist nun wieder die goldene Wetterfahne auf einer goldenen Kugel befestigt. In der Kugel wurden vor dem Anbringen der Wetterfahne auf dem Kirchturm Dokumente und Urkunden hinterlegt, mit den Angaben zur Sanierung, dem aktuellen Kirchenvorstand, den Namen des Dekans, der Pfarrerin und auch der Landes- und Regionalbischöfe. Dekan Redlingshöfer dankte dem Kirchenvorstand und den Gläubigen für den Mut, dieses kostenintensive Projekt der Kirchturmsanierung angegangen zu sein. Die Wetterfahne sei das Banner, das die Menschen immer wieder zum Turm aufschauen lasse und damit zu Gott. „Wir haben unseren Beitrag geleistet“, resümierte Redlingshöfer, bevor der Posaunenchor mit „Über den Wolken“ begeisterte. 

 

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