1975 rollte der erste große Faschingsumzug durch die kleine Ortschaft Pautzfeld. Er war damals vom Musikverein aus der Taufe gehoben und organisiert worden. Die „Bläsergruppe Pautzfeld“, wie der Musikverein damals vor der Umbenennung noch hieß, hatte die Idee eines großen Faschingsevents im Ort und setzte dies schließlich kurzerhand in die Tat um.
Von der Idee zum Kult-Umzug
Doch jedes Jahr Motiv-Wägen zu bauen und das Drumherum zu stemmen, war schlichtweg zu viel Aufwand für den beschaulichen 600-Einwohner-Ort. Man kam deswegen überein, zwar den Faschingszug beizubehalten, aber ihn nur alle fünf Jahre durchzuführen. Dann aber dafür im großen Stil.
Hier sehen Sie die schönsten Bilder des Faschingsumzugs:
50 Jahre, aber erst elf Umzüge
In diesem Jahr hatte der Faschingszug jetzt also sein 50. Jubiläum, obwohl er gerade einmal elf Mal stattfand. „Beim allerersten Mal 1975 spielten wir nach dem Umzug Blasmusik. Am Dorfweiher tanzten die Teilnehmer auf der dicken Eisschicht, wegen der eisigen Kälte war der Weiher zugefroren und somit das optimale Tanzparkett“, erinnert sich Bernhard Steger. Er war lange für die Ortschaft im Hallerndorfer Gemeinderat und zudem als Dirigent und Vorsitzender des örtlichen Musikvereins auch einer der „Gründungsväter“ des Umzuges.
Ein Faschingszug ohne seinen kreativen Kopf
Eifrig mit dabei war auch immer der überregional bekannte und jüngst kurz nach seinem 100. Geburtstag verstorbene Heimatkünstler Hans Dörfler. „Er war immer Ideengeber und Chefausführer bei der Gestaltung der Motivwägen“, so Steger.
50 Jahre später zum Jubiläum fand der große Umzug erstmals ohne den kreativen Kopf statt. Auch der Dorfweiher war - wie noch beim ersten Mal – bei angenehmen zehn Grad nicht zugefroren. Im Laufe der letzten Umzüge hat sich ein Halt am Feuerwehrgerätehaus mit dem Abhalten einer Büttenrede etabliert. Die ersten Reden hielt damals immer der damalige Gemeinderat Bernhard Steger. In seine Fußstapfen sind nun die beiden aktuellen Gemeinderäte Markus Düsel und Thomas getreten, sie sorgte für Lachsalven beim um sie versammelten Publikum.
Kreative Kostüme und fantasievolle Wagen
Beim diesjährigen Umzug beteiligten sich neben den Ortsvereinen, der Feuerwehr, dem Sportverein und der Pfadfinderstamm „Aurora“ und dem Dorfverein auch die Dorfjugend auf einen „Bauwoong“, den sie in ein Gefängnis verwandelten und sich als Gefangene und Gefängniswärter verkleideten.
Die Kindergartenkinder bereicherten mit ihren Kostümen als Feen, Elfen und Zauberwesen den Umzug, der in Pautzfeld wohnende Pfarrer Matthias Steffel war natürlich auch wieder mit einer Abordnung vertreten. Einige Gruppen und Motivwägen aus den benachbarten Ortschaften sorgten zudem für Stimmung und gute Laune.
Närrische Prominenz an der Spitze
Angeführt wurde der bunte Tross vom Pautzfelder „Gmaa Rod - Duo“ Thomas Bauer und Markus Düsel. Bürgermeister Gerhard Bauer und sein Stellvertreter Robert Linz waren als Schlümpfe mit dabei. Der Musikverein gab unter dem Motto „Himmel und Hölle – himmlische Töne in höllischen Zeiten“ den Takt an. Im Anschluss an den Umzug gab es wieder einen Faschingskehraus im Musik- und Sportheim.































