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Balthasar-Neumann-Musiktage
Klänge des Barocks mit Concerto Köln in Gößweinstein
Das Kammerorchster Concerto Köln spielt in der Basilika in Gößweinstein.
Das Kammerorchster Concerto Köln spielt in der Basilika in Gößweinstein. // Thomas Weichert
Gößweinstein – Die Musik hält sie lebendig, die Komponisten des Barock. Nun wurden Werke ausgwählter Komponisten dieser Zeit in Gößweinstein gespielt. Welche Klänge die Zuschauer hören durften.

Die Basilika-Konzerte in Gößweinstein sind für die Liebhaber klassischer und geistlicher Musik seit vielen Jahren Dank dem früheren Regionalkantor und noch heute aktivem Basilikaorganistem Georg Schäffner weithin bekannt. Die Basilika ist damit so zu sagen das Zentrum dieser Musikrichtung in der gesamten Region und darüber hinaus geworden. Viele Musiker mit Weltrang waren schon zu Gast in Gößweinstein. Seit 2017 gibt es nun danaben aber auch die Balthasar-Neumann-Musiktage, benannt nach dem gleichnamigem Barockbaumeister, bei denen vor allem barocke Meisterwerke an jeweils vier Tagen hintereinander auf die Bühne und zu Gehör gebracht werden. Der Höhepunkt der Balthasar-Neumann-Musiktage war in diesem Jahr sicherlich der Auftritt des weltberühmten Kammerorchsters Concerto Köln,  dass am Samstagabend rund 220 Besucher in die Basilika lockte. 

Barocktangruppe bei Balthasar-Neumann-Musiktage in Gößweinstein

Drei Damen in Barockkleidern begrüßen die Gäste und drücken ihnen das Konzertprogramm in die Hand. Die drei Gößweinstenerinnen sind Mitglieder der Gößweinsteiner Barocktanzgruppe, die einst zum Basilika-Jubiläum gegründet wurde. So, oder so in etwa müssen damals die Frauen ausgesehen haben, die Balthasar Neumann als genialen Barockbaumeister sicherlich umschwärmt haben. Neumann hätte bestimmt seine wahre Freude daran gehabt, wie auch an der barocken Musik, die zu seinem Lebzeiten die aktuellen „Schlager“ waren. Landrat Herrmann Ulm (CSU) obliegt es die Gäste zu begrüßen. Denn er ist so zu sagen neben der Vereinsvorsitzenden Sabine Heidecke, die er ebenalls begrüßt, der „Oberboss“ des Kuratorumsvereins, der einst aus dem Kuratorium Schloss Hundshaupten hervorging.

Drei Damen in Barockkleidern begrüßen die Gäste.
Drei Damen in Barockkleidern begrüßen die Gäste. // Thomas Weichert

Seit 40 Jahren ist das Conzerto Köln ein führendes Ensemble im Bereich der historischen Aufführungspraxis und regelmäßig in den Konzertmetropolen der Welt und bei renomierten Festivals dieses Genres zu Gast. Dazu gehört nun auf jeden Fall auch Gößweinstein. Der Landrat spricht von einem wahrlich herausragendem Kammerorchester. Die Besucher erwarte eine Reise in eine Musikwelt von bekannten und weniger bekannten Komponisten aus der Barockzeit mit musikalischer Präzession. Das Konzert beginnt mit einem Concertro des sicherlich weniger bekanntem italenischem Violisten, Cellisten und Komponisten  Evaristo Felice Dall’Abaco, geboren 1675 in Verona und gestorben 1742 in München. Dall’Abacos musikalisches Schaffen umfasst sechs gedruckte Sammlungen, die zwischen 1705 und 1735 entstanden. Er komponierte ausschließlich Sonaten und Konzerte. Mal still, mal lauter.  

Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach in Gößweinstein

1740 komponierte Allessandro Scarletti (1660 bis 1725) in London das Concerto grosso g-Moll Nr. 4 aus VI Conzertos in Seven Parts. Dies kommt als nächstes zu Gehör. Dem Laiem sagt dies sicherlich nichts und auch für den Musikexperten dieses Genres dürfte es eine Überraschung gewesen sein. Man kann aber auch als Laie heraushören, das die Streicher ihr Handwerk perfekt beherrschen. Es ist durchaus ein künstlerischer Genuss, nicht nur zuzuhören, sondern auch dabei zuzuschauen. Schon bekannter ist dann die Sinfonia aus „Christ lag in Todesbanden“ von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750). Ein melancholisches und trauriges Stück, das dann von Bachs Violinconzert a-Moll BWV 1041 etwas aufgeheitert wird. Ein weiterer bekannterer Komponist dürfte Antonio Lucio Vivaldi (1678 - 1741) sein, von dem ein Stück für Streicher und Bass aufgeführt wird, dann das Concerto grosso von Pietro Castrucci (1879 - 1752) und am Schluss das 3. Barndenburgisches Konzert von Bach, das dieser  mit einem von sechs Instrumentalkonzerten dem  Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt gewidmet hatte.

Am Ende gibt es lang anhaltenden Beifall.  Die diesjährige Konzertreihe begann in der ausverkauften Ebermannstädter Marienkapelle mit „Perlen des Barocks“ mit den Bamberger Bachsolisten, am Freitag gastierte dann in der Basilika das Ensemble amarcord plus“ mit von „Schein zu Bach“ mit rund 180 Konzertgästen und am Sonntag endeten die diesjährigen Balthasar-Neumann-Muskitage mit einem Festgottesdienst mit der „Missa Brevis D-Dur“ von Pater Bonifaz Stöckl mit dem Basilika-Chor und -Orchester sowie mit Schäffner an der Orgel.

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