Die Wogen am Königsbad haben sich geglättet. Mit dem Ende der Weihnachtsferien stehen seit Montag nicht mehr hunderte Badegäste in Forchheim frierend und gefrustet in der Schlange.
„Die Ferien zählen schon immer zu unseren meistbesuchten Zeiten. Bereits vor Corona mussten sich Gäste mitunter anstellen. Aber wegen der Vorgabe, nur 150 Gäste einlassen zu dürfen, war am Königsbad diesmal meist bereits eine halbe Stunde nach der Öffnung Einlassstopp“, erklärt Betriebsleiter Christian Lenkl das Problem.
Normalerweise hätte das Hallenbad zu Hochzeiten, wie während der Ferien, an Wochenenden oder Feiertagen, 700 bis 1000 Gäste willkommen heißen können. Da aber wegen Corona derzeit die Besucherzahl in Schwimmbädern auf 25 Prozent reduziert ist, mussten in der vergangenen Weihnachtsferienwoche mitunter bis zu 200 Gäste vor dem Königsbad ausharren und auf Einlass hoffen.
Königsbad Forchheim: Zeitslots seien nicht die Lösung
Die Idee, kurzerhand zeitlich begrenzte Eintrittskarten aufgrund der vielen Wartenden auszugeben, hätten die Königsbad-Betreiber verworfen, weil die Einhaltung nur schwer bis gar nicht kontrollierbar sei, erläutert Lenkl. Ebenso wenig umsetzbar seien einzelne Zeitslots gewesen, nach denen alle Forchheimer Bade- oder Saunagäste das Königsbad wieder hätten verlassen müssen, um neue hereinzulassen.
Aufgrund des Ferienansturms und der Corona-Beschränkung mussten vergangene Woche viele Familien enttäuscht wieder abreisen, weil sie nicht ins Forchheimer Bad konnten. Die langen Schlangen und Wartezeiten haben die Frage aufgeworfen: Braucht das Königsbad ein digitales Buchungssystem?
Stadt Forchheim: Absage für Online-Reservierungen
„Das soll es in Forchheim nicht geben“, bekräftigt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) am Montag. Die Stadt lehnt ein Online-Reservierungssystem für das städtische Bad bislang ab. Auch nach der Königsbad-Sanierung, die im April beginnen soll, soll das System der unbefristeten Tickets ohne vorherige Reservierung in Forchheim erhalten bleiben.
Der Eintritt ins Königsbad soll auch künftig weiterhin zeitlich nicht begrenzt werden, spontane Schwimmbadbesuche sollen so für alle Gäste in Forchheim attraktiv bleiben. „Andere Bäder haben ein elektronisches Buchungssystem angeschafft, aber nutzen es nicht einmal, weil es nicht zielführend ist“, meint der langjährige Forchheimer Bäderchef Walter Mirschberger.
Der städtische Rathaussanierungsausschuss widmete sich am Montag, 11. Januar 2021, erstmals ausschließlich dem anstehenden Umbau und der Verbesserung des maroden Schwimmbades in Forchheim. Welche Baumaßnahmen und Verbesserungen das sanierungsbedürftige Forchheimer Schwimmbad attraktiver machen sollen, stellte der zuständige Architekt Stefan Paptistella im „Königsbad-Ausschuss“ nun detaillierter vor. Aufgrund von Baukostensteigerungen wachsen die geschätzten Kosten für die Sanierung des Königsbads Forchheim auf 14,6 Millionen Euro an.
Das ist bei der Königsbad-Sanierung geplant
- Im Dezember wurden die Gesamtkosten für die Sanierung noch mit circa 13,3 Millionen Euro beziffert. Das Architektenbüro Paptistella geht in 2022 nun allerdings von prognostizierten Preissteigungen im Bausektor von zehn Prozent aus: Der Umbau des Königsbades werde somit circa 14,6 Millionen Euro kosten.
- Die Beseitigung aller Schäden kostet rund 4,9 Millionen. Die Stadt hofft, diese Kosten über die Schadenersatzzahlungen begleichen zu können. Die Attraktivierungsmaßnahmen rund 6,1 Millionen und die Neubauten rund 3,6 Millionen Euro. Welche Kosten unter Umständen durch die Schadensregulierung gedeckt werden, steht noch nicht fest.
- Um das Forchheimer Bad attraktiver zu machen, sollen die Fliesen im Lehrschwimm- und Kinderbecken sowie dem Rutschenturm erneuert werden. Der Kleinkinder- und Familienbereich soll neugestaltet und zu einer Spiellandschaft werden. Derzeit abgehängte Decken im Saunareal und im Eingang werden ausgetauscht.
- Die Saunaterrasse soll vergrößert und ein Zugang vom Saunagarten aus geschaffen werden. Am Eingang ist ein Vordach geplant. Galerie sowie Gastronomie werden neugestaltet. Die Beleuchtung im Königsbad soll ausgetauscht und energieeffizienter werden. Zudem sollen Gastronomie, Eingangs- und Familienbereich neu möbliert werden. Geplant ist, den Kassenbereich umzugestalten und barrierefrei zu machen.
- Die Sauna erhält ein neues Ruhehaus. In einem separaten Betriebshof sind eine Werkstatt, Lagerflächen und Büro geplant. Außen sollen neue Duschen und eine barrierefreie Toilette an der Strandbar gebaut werden. Die Freifläche des Königsbades mit Saunagarten und Zäunen soll zudem erneuert werden.
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