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Landkreis Forchheim
Kindergärten trotzen dem Fachkräftemangel
Im Weißenoher St.-Bonifatius-Kindergarten sind noch einige Plätze frei.Forchheim & Fränkische Schweiz
Im Weißenoher St.-Bonifatius-Kindergarten sind noch einige Plätze frei. // Petra Malbrich
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
LKR Forchheim – Der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung ist eine Herausforderung − auch im Kreis Forchheim. Allerdings stehen viele Einrichtungen heuer personell besser da als zuvor. So sieht die Situation zum Start ins neue Kita-Jahr aus.

Der Fachkräftemangel hatte in den Kindertagesstätten in Igensdorf und Weißenohe zu Notmaßnahmen geführt. Nun starten die Kitas allerdings personell gut aufgestellt und optimistisch ins neue Kindergartenjahr. In Weißenohe sind sogar noch Plätze frei.

Auch die neue städtische Kita „Kleine Hände“ in Gräfenberg hat ausreichend Personal. Das jedoch nur, weil Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) – so ein Vorwurf in den Sozialen Medien – der Diakonie Personal abgeworben habe. Immerhin ist mit Verena Katzenberger eine Erzieherin der Diakonie nun Leiterin der städtischen Einrichtung und hat eine Kollegin mitgenommen. Abgeworben habe er niemanden, beteuert Kunzmann. Er habe lediglich in den Sozialen Medien geworben, sich als Erzieherin oder Pflegerin für die städtische Kita „Kleine Hände“ bei der Stadt zu bewerben. Der Beitrag dürfe geteilt werden.

Kein aktives Abwerben

Aktiv in der Einrichtung der Diakonie habe er nicht geworben. Das bestätigt auch Michaela Raum, die Leiterin des Gräfenberger Kindergartens. Dass Verena Katzenberger die Leiterin der neuen Kita wird, war schon lange vereinbart. Damals ging man davon aus, dass die Diakonie auch Träger der „Kleinen Hände“ wird. Doch die Stadt übernahm die Trägerschaft selbst.

Deshalb habe sich die Kollegin bei der Stadt um den Posten als Leiterin beworben und eine Kollegin mitgenommen, erklärt Raum, warum die Vorwürfe nicht stimmten. „Wir verstehen uns und helfen uns aus“, fügt Raum noch hinzu. Zudem sei Katzenberger Raums Stellvertreterin gewesen und habe auch Erfahrung, was Leitungsaufgaben betreffe.

25 pädagogische Mitarbeiter

Trotzdem: Fehlen diese Fachkräfte nun der Diakonie und führt das zu Problemen? Michaela Raum schüttelt den Kopf. „Überhaupt nicht. Ich habe mehr als genug Fachpersonal und erst wieder eingestellt“: eine Erzieherin in Vollzeit, eine Pflegerin in Teilzeit und eine Berufspraktikantin in Vollzeit. Es dauert ein wenig, bis Raum ihre Leute im Kopf durchzählt. Auf 25 pädagogische Mitarbeiter, drei Hauswirtschafterinnen und einen Hausmeister kommt Michaela Raum für ihre acht Gruppen.

Sie darf sich mit einer solchen Anzahl pädagogischer Fachkräfte gegenüber anderen Kitas glücklich schätzen. Engpässe oder Notsituationen bei Krankheit beispielsweise würden nicht entstehen. Eine Mitarbeiterin könne in solch einem Fall einfach in einer anderen Gruppe einspringen oder die Assistenzkraft übernimmt. Das wird staatlich gefördert. Die Assistenzkraft braucht die Tageskinderausbildung mit Zusatzausbildung und arbeitet bei der Diakonie dort, wo sie gebraucht wird: in der Krippe oder dem Kindergarten.

Ein gutes Arbeitsklima

Dass die Leiterin so viel Personal hat, liegt wohl an dem Arbeitsklima. Michaela Raum sind das Gespräch und der Einzelkontakt wichtig. „Auch die Mitarbeiter wollen wahrgenommen und gesehen werden“, sagt sie. Für sie kommen erst die Kinder – jedes Kind kennt sie, auch wenn sie nicht in ihrer Gruppe sind − und die Mitarbeiter. Davon hat sie genug und kann beruhigt ins neue Kita-Jahr starten.

Optimistisch startet auch die Kita in Igensdorf. „Wir sind momentan gut aufgestellt. Wir haben Personal gefunden und auch eine Erzieherin. Wir sind entspannt und voll besetzt“, sagt Pfarrerin Simone Hewelt. Um Weihnachten herum werden zwei Mitarbeiterinnen in den Ruhestand gehen, dann würde sie wieder eine Anzeige schalten. Besonders wird in Igensdorf in diesem Jahr der Praktikant sein, der gerade die Erzieherausbildung absolviert.

Auch Weißenohe ist ausgeglichen und gut versorgt. „Wir haben weniger Kinder und noch Plätze frei“, sagt Claudia Polster, die Kindergartenbeauftragte des St.-Bonifatius-Kindergartens in Weißenohe. Das wiederum ist Polsters Ehrlichkeit geschuldet: Aufgrund der Personalnot zu Anfang des Kalenderjahres vergab sie die Verträge für die Kitaplätze unter Vorbehalt, falls sich keine Erzieherinnen bewerben.

Eine neue Leiterin im Weißenoher Kindergarten

Doch der Kindergarten bekommt nun eine neue Leiterin, auch eine Pflegerin ist in Aussicht. Doch selbst wenn dieser Vertrag nicht zustande käme, würde ausreichend Fachpersonal die Kinder betreuen. Diese positive Entwicklung war aber nicht absehbar, als Polster die Verträge unter Vorbehalt vergab. „Es wäre unfair gewesen, den Eltern im September zu kündigen“, sagt sie.

Noch freie Plätze

Trotzdem war das manchen Eltern zu unsicher und sie meldeten ihre Kinder in anderen Einrichtungen an. Der Weißenoher Kindergarten hat deshalb noch Plätze frei.

Ebenfalls noch auf Personalsuche ist der St.-Jakobuskindergarten in Unterrüsselbach. Notstand herrscht aber nicht. „Wir können noch mit dem vorhandenen Personal ausgleichen“, sagt Leiterin Michaela Rupprecht.

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