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Schon Kennedy fuhr mit ihm
Eisenbahn-Legende: Der „General“ kommt nach Ebermannstadt
„Der General“ steht in Neuenmarkt.Forchheim & Fränkische Schweiz
„Der General“ steht in Neuenmarkt. // Deutsches Dampflokmuseum
Ebermannstadt – Komfort, Eleganz und streng geheime Missionen machen diesen Zug zum Mythos. Und er könnte auf der Schiene nach Ebermannstadt kommen.

Auf ein besonders Highlight dürfen sich Eisenbahnfreunde voraussichtlich zum Bahnhofsfest in Ebermannstadt in zwei Jahren freuen. Denn dann soll „Der General“ auf der Schiene nach Ebermannstadt kommen, wie der frühere langjährige Vorsitzende des Vereins Dampfbahn Fränkische Schweiz, Siegfried Fuchs, verrät.

Eisenbahn-Legende: Der „General“ kommt nach Ebermannstadt

„Der General“ ist nicht etwa ein hochrangiger Soldat, sondern ein Luxuszug, in dem 15 Personen mitfahren können. Aktuell steht er im Deutschen Dampflokmuseum (DDM) in Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach. Wie Fuchs weiter ankündigt, befindet sich ein eigener Verein, der voraussichtlich „Der General“ heißen wird, in der Gründung und der zum Ziel hat, diesen einzigartigen Zug zu erhalten.

Der Speisesaal .Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Speisesaal . // Siegfried Fuchs

Die US-Truppen in Europa schafften ab 1956 Schnelltriebwagen der DB-Baureihe VT/VS 08.8 als Dienstfahrzeuge an. Die zwei wichtigsten befanden sich im US-Hauptquartier in Heidelberg. Das Fahrzeug im DDM ist der letzte noch existierende aus dieser sehr exklusiven Fahrzeugflotte und wurde inoffiziell „The General“ genannt.

Für militärische Dienstreisen

Er diente vor allem für militärische Dienstreisen im westlichen Europa sowie im Transit nach Berlin. Außerdem wurde er als luxuriöses Repräsentationsfahrzeug genutzt. Bisweilen reisten auch Gäste des Generalstabs mit, meist Politiker wie Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und US-Präsident John F. Kennedy bei seinem Besuch in Deutschland 1963.

Um 1975 schaffte das US-Militär alle seine Züge ab und verschrottete sie. Nur „Der General“ blieb erhalten. Der Botschafter der USA nutzte ihn bis zur Wende 1989. Danach erfolgte der Verkauf an ein privates Eisenbahnunternehmen, das ihn bis 2021 für Charterfahrten im hochpreisigen Sektor einsetzte. Modezar Karl Lagerfeld charterte den Zug dann gerne.

In den letzten Jahren war es still um „Den General“ geworden, aber jetzt soll er wieder reaktiviert werden. Streng genommen ist der Zug ja kein echtes Museumsbahn-Fahrzeug, denn er fuhr in seiner aktiven Einsatzzeit unter US-Regie nie im öffentlichen Eisenbahnverkehr. Aber er ist zweifellos ein besonders erhaltenswertes und historisch einzigartiges Stück deutscher und europäischer Bahngeschichte. Immerhin besitzt er noch heute Betriebszulassungen, außer für Deutschland auch für die Schienennetze in Österreich, Belgien, Frankreich, Niederlande, Luxemburg, Italien und Dänemark.

Eine Art „Phantom-Zug“

Eisenbahnenthusiasten, die ihn früher auf freier Strecke fotografieren wollten, brauchten dazu viel Glück. Denn Fahrpläne für den Zug wurden natürlich nie öffentlich gemacht. Als Militärfahrzeug war er eher eine Art „Phantom-Zug“, der plötzlich auftauchte und genauso plötzlich auch wieder verschwand.

Er war nie ein normaler Reisetriebwagenzug, etwa mit Sitzreihen im Großraumabteil. Als Salontriebwagenzug hat er einen separaten Wohn- und Ruhebereich für das Zugpersonal, also die zwei Triebfahrzeugführer, die sich im Dienst abwechselten. Außerdem gehörten zum Personal Mitarbeiter in Bordküche und Service. Alles Personal wurde immer von deutschen Bediensteten des US-Militärs gestellt. Dazu gab es dann auch den ganz regulären Zugführer, der immer amerikanischer Stabsunteroffizier und der direkte Vorgesetzte des deutschen Bordpersonals war. Er hatte auch militärische Funktionen im Zug. So kümmerte er sich um die Telekommunikation, wofür eine leistungsfähige Zugfunk- und Telefonieanlage inklusive Nachrichtenverschlüsselung vorhanden war.

Ein Abteil.Forchheim & Fränkische Schweiz
Ein Abteil. // Siegfried Fuchs

Die Reisenden im Zug waren hohe Offiziere oder besondere Gäste des US-Militärs. Für den Oberkommandierenden gab es eine eigene Wohn- und Schlafsuite, für seine Frau, falls sie mitfuhr, war ein benachbartes Abteil vorgesehen. Und in beiden Bereichen war allerhöchster Komfort selbstverständlich wie zum Beispiel ein luxuriöser Wasch- und Duschraum. Weiterhin waren im Zug ein Konferenzraum mit langem Besprechungstisch sowie ein Speiseraum vorhanden.

Das zulässige Gesamtgewicht des Zuges beträgt 110,4 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 Stundenkilometern. Der Originalmotor ist ein Zwölfzylinder-Dieselmotor der Daimler-Benz AG. Von den einst sechs bestellten und 1956 ausgelieferten Zügen waren zwei Salontriebwagenzüge, einer davon der spätere „General“. Die anderen vier wurden als Lazarett-Triebwagenzüge ausgestattet – vom Publikum despektierlich „Tripper-Express“ genannt.

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