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Bleibt sie Bürgermeisterin?
Wahl in Ebermannstadt: Christiane Meyer trifft Entscheidung
Christiane Meyer (53), ist seit 2014 Ebermannstadts Bürgermeisterin. Nun gibt sie bekannt, wie es für sie nach der Wahl 2026 weitergehen soll.
Christiane Meyer (53), ist seit 2014 Ebermannstadts Bürgermeisterin. Nun gibt sie bekannt, wie es für sie nach der Wahl 2026 weitergehen soll. // Foto: Daniel Delang
Ebermannstadt – Nach 2014 und 2020: Will Ebermannstadts amtierende Bürgermeisterin Christiane Meyer 2026 ein drittes Mal zur Wahl antreten? Nun gibt sie ihre Entscheidung bekannt.

Ja, sie will. Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer wird 2026 ein drittes Mal für das Amt der Rathaus-Chefin in der 4500-Einwohner Stadt kandidieren. Damit will die 53-Jährige ihre Arbeit in der Franz-Dörrzapf-Straße direkt an der Wiesent am liebsten für mindestens weitere sechs Jahre fortsetzen.

Christiane Meyer: „Ebermannstadt liegt mir am Herzen“

„Ebermannstadt liegt mir am Herzen“, sagt sie hörbar gut gelaunt am Telefon. Viel habe sie gemeinsam mit ihren beiden Bürgermeisterkollegen Rainer Schmeußer (zweiter) und Richard Wiegärtner (dritter) sowie den Fraktionen des Stadtrats in den vergangenen Jahren erreichen können, sagt sie. „Es gibt aber noch genügend Aufgaben, die anzupacken sind.“ Daher habe sie sich entschieden, auch weiterhin als Bürgermeisterin zur Verfügung stehen zu wollen.

Wie aus einer Mitteilung der Neuen Liste Ebermannstadt (NLE) hervorgeht, genieße Meyer die Unterstützung sowohl von den Stadtratsmitgliedern als auch des NLE-Vorstands. Die Mitglieder der NLE hatten sich am Wochenende zu einem Wahl-Workshop getroffen. Nicht zuletzt dort habe ihr der NLE-Vorstand erneut sein Vertrauen ausgesprochen und sie zur Kandidatur aufgefordert.

Mit Demut in den Wahlkampf und die neue Legislatur

„Ich starte mit Demut in den nahenden Wahlkampf und die neue Legislaturperiode, so dies die Wähler noch einmal wünschen“, sagt Meyer. Schließlich seien es herausfordernde Zeiten, nicht nur für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Sondern auch für jene, die für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sorgen müssen. „Mein Team und ich arbeiten mit hoher Taktung daran, dass wir alle Aufgaben unter einen Hut bringen“, sagt sie.

Häufig wird Ebermannstadt als Vorbild oder Best-Practice-Beispiel genannt, etwa wenn es sich um innerstädtische Nachverdichtung oder nachhaltige Stadtentwicklung insgesamt handelt. Und ja, es sei viel erreicht worden, sagt Meyer mit Stolz in der Stimme. Eine kompromissbereite Arbeitshaltung im Stadtrat empfinde sie dafür ebenso förderlich wie ihre eigene Leidenschaft, das Amt zukunftsweisend auszukleiden.

Wahl 2026: Viele Projekte in Ebermannstadt noch offen

Stimmen die Ebermannstadter am 8. März 2026 für die 53-jährige Meyer, dann wolle sie „Projekte, die zuletzt begonnen wurden, zu einem guten Ende führen“. Beispielsweise die Sanierung des Sportzentrums, die Ganztagsbetreuung an der Grundschule, der Bürgerwindpark Lange Meile, die Schaffung von neuem Wohnraum und die umweltsichere Sanierung der Abwasserkanäle und der Kläranlage.

Christiane Meyer: Eigengewächs wird Senkrechtstarterin

Christiane Meyer (53) lenkt seit elf Jahren als Bürgermeisterin die Geschicke der Stadt. Christiane Meyer hatte sich 2014 zum ersten Mal für das Bürgermeisterinnenamt zur Verfügung gestellt und nicht nur einen Sitz für die NLE im Stadtrat ergattert, sondern sich zugleich für viele überraschend prompt gegen ihre beiden Mitbewerber Rainer Schmeußer (CSU) und später noch in der Stichwahl Sebastian Götz (WGM) durchgesetzt.

Schnell arbeitete sich trotz einiger Widerstände als Verwaltungs-Chefin ein und folgerichtig behauptete sie sich 2020 mit mehr als 68 Prozent gegen ihre Herausforderin Antje Müller (FDP/BFE). Seit nun fünf Jahren besucht die Kreisrätin darüber hinaus unter anderem Sitzungen des Mobilitätsausschusses des Kreistages und ist Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz.

Seit 2014 ist Christiane Meyer Bürgermeisterin von Ebermannstadt.
Seit 2014 ist Christiane Meyer Bürgermeisterin von Ebermannstadt. // Tom Schneider

Netzwerken und Kompromisse sind ihr Stil

Christiane Meyer wird 1972 in Ebermannstadt geboren, geht dort zur Grundschule und besucht das Gymnasium. Anschließend studiert sie und arbeitet als Diplom-Ingenieurin des Fachbereichs Architektur und Denkmalpflege lange beim Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg. Seit 2014 ist die Mutter zweier erwachsener Kinder hauptamtliche erste Bürgermeisterin von Ebermannstadt. Überdies sitzt sie dem Verein „Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) Fränkische Schweiz aktiv“ vor und betätigt sich als Sprecherin der Forchheimer Landkreis-Kommunen im Bayerischen Gemeindetag.

Hätte Meyer nicht vielleicht auch Landrätin werden wollen?

Dass sie in Ebermannstadt weiterhin an der politischen Spitze aktiv sein will, ist eigentlich keine Überraschung. Lediglich der Umstand, dass ihr Ambitionen für das frei werdende Amt des Forchheimer Landrats nachgesagt wurden und nach wie vor werden, lässt einige Fragezeichen stehen.

Offiziell schweigen sich die Freien Wähler aus dem Landkreis Forchheim bis zu ihrer Nominierungsversammlung am Montag, 21. Juli, aus. Hinter den Kulissen wird jedoch bereits ein Bürgermeisterkollege aus der Fränkischen Schweiz als gesetzt kolportiert. Wenn dem so sei, bleibt die Frage: Wollte Meyer nicht Landrätin werden oder sollte sie nicht?

Sie selbst umgeht eine Antwort auf diese Frage mehrfach, sagt nur so viel: „Auch der Landkreis liegt mir als Kreisrätin und ILE-Vorsitzende natürlich sehr am Herzen. Doch stellte sich mir die Frage, wo ich persönlich am meisten bewirken könnte. Für mich war das die Stadt Ebermannstadt.“

Die endgültige Bestätigung der Bürgermeisterinnenkandidatur Meyers sowie die Liste für die Stadtratswahl wolle die Neue Liste Ebermannstadt erst auf der Mitgliederversammlung nach der Sommerpause verkünden. Bis dahin wagen sich vielleicht auch andere Gruppierungen oder Parteien mit einem Gegenkandidaten aus der Deckung. Oder einer Kandidatin.

+++Dieser Text wurde nach einer Erstmeldung am Mittwochmorgen durch eine ausführlichere Version ergänzt.+++ 

 

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