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Tipps vom Profi
Was Forchheimer Feuerwerks-Fans wissen sollten
BöllerForchheim & Fränkische Schweiz
Wer zu Silvester Böller und Raketen abschießen möchte, sollte auf einige Sicherheitsmaßnahmen achten. // Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Forchheim – Ab 28. Dezember sind Raketen, Böller und Co. im Handel erhältlich. Wo zu Silvester Feuerwerk in Forchheim erlaubt ist und was ein Pyrotechniker zum sicheren Umgang mit Feuerwerkskörpern rät.

Oft hört man sie schon weit vor Mitternacht am 31. Dezember. Während bei den einen noch das Raclette auf dem heimischen Wohnzimmertisch brutzelt, können es andere kaum erwarten, endlich ihre Raketen zu zünden. Offiziell darf an Silvester ab 24 Uhr bis 1. Januar um 24 Uhr Feuerwerk geschossen werden. Darüber informiert die Stadt Forchheim in einer Pressemitteilung.

Feuerwerk ist beliebt wie nie. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen. Laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie lag der Silvesterumsatz in Deutschland 2022/2023 bei 180 Millionen Euro und damit deutlich über den Jahren vor Corona.

Brand- und Verletzungsgefahr

Neben staunenden Blicken gen Himmel lösen Feuerwerkskörper immer wieder Brände aus. Im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehren mehrfach ausrücken, da Hecken, eine Holzscheune und eine Mülltonne Feuer gefangen hatten. Aus Sicherheitsgründen ist Böllern laut Stadt in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden verboten. In Forchheim darf zusätzlich im Bereich des Rathauses und der Martinskirche kein Feuerwerk gezündet werden.

Das Ordnungsamt warnt außerdem vor Feuerwerkskörpern aus dem Ausland. „Verbotene, nicht zugelassene Feuerwerkskörper können zu schlimmen Verletzungen, wie zum Beispiel Verbrennungen, Verlust von Gliedmaßen und Augenlicht oder Verätzungen führen“, heißt es seitens des Ordnungsamtes. Zudem drohen Geld- und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren für Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Das rät der Feuerwerks-Profi

Auch Jürgen Leppert, ausgebildeter Pyrotechniker und Geschäftsführer von „Eventservice Forchheim“, rät von Böllern aus dem Ausland ab. 1000 der nicht zugelassenen Feuerwerkskörper würden vermutlich gut funktionieren, der 1001. gehe womöglich sofort los. „Da ist der Finger weg“, warnt Leppert. Dieses Risiko und die Kraft, die hinter den Böllern stecke, würden viele unterschätzen.

Feuerwerk über Forchheim: Wer dieses Jahr zu Silvester selbst Feuerwerk schießen möchte, kann sich ab heute mit Material eindecken.Forchheim & Fränkische Schweiz
Feuerwerk über Forchheim: Wer dieses Jahr zu Silvester selbst Feuerwerk schießen möchte, kann sich ab 28. Dezember mit Material eindecken. // Foto: Stefan Gügel/Archiv

Zur generellen Frage, ob an Silvester jeder Feuerwerk schießen sollte, hat er keine eindeutige Meinung. „Das ist ein ziemlich komplexes Thema“, so Leppert. Die wenigsten Menschen würden wild umherschießen, zudem seien Feuerwerkskörper in Deutschland stark reglementiert. Trotzdem gebe es Leute, die Blödsinn machen. Aus seiner Sicht führe vor allem die Kombination aus Alkohol und Übermut zu Unfällen. Daher seine Empfehlung: „Derjenige, der abfeuert, sollte bis um 12 Uhr nicht so viel trinken.“

Batterien sollten stabil aufgestellt werden, sodass sie nicht umfallen können, betont der Fachmann. „Bei 1,5 Promille kann man das auch vergessen“, gibt Leppert zu bedenken. Richtig platziert seien sie sicherer als einzelne Raketen, die in Sektflaschen gezündet werden. Letztere sieht der Pyrotechniker zu Silvester kritisch. Oft würden die Leute nur wenige Meter neben der Flasche stehen. „Wenn ich als Feuerwerker das verwenden würde, müsste ich einen Sicherheitsabstand zum Publikum von 200 Metern einhalten“, erklärt Leppert.

Die Idee, dass es zu Silvester statt dem privaten ein professionelles Feuerwerk in jeder Stadt geben sollte, hält er für unrealistisch. Zum einen sei die Finanzierung schwierig, da Feuerwerk in Deutschland teuer sei. Zum anderen wollen die Menschen aus seiner Sicht selbst ihr Feuerwerk anzünden. „Das macht den Reiz aus“, so Leppert.

Klinikum mahnt zu Sicherheitsabstand

Sollte beim eigenen Feuerwerk etwas schiefgehen, ist das Klinikum Forchheim zum Jahreswechsel rund um die Uhr einsatzbereit. Das erklärt Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Er bestätigt, dass eine erhöhte Risikobereitschaft durch Alkohol oft die Ursache für Verletzungen sei. Damit der Besuch im Klinikum gar nicht erst nötig ist, gibt er folgenden Rat: „Der beste Schutz gegen Verletzungen vor Feuerwerkskörpern besteht durch das Einhalten eines Sicherheitsabstandes.“

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