Knaller und Raketen sind die unsinnigsten Produkte des Jahreswechsels. Sie fabrizieren Unmengen an Müll, belasten die Tierwelt und sind hochgefährlich.
Und doch haben die Deutschen im vorigen Jahr 180 Millionen Euro für Böllerartiges ausgegeben. Das ist so viel wie noch nie. Als wollten sie nach den beiden Corona-Verbotsjahren sagen: „Jetzt erst recht!“.
Das ist beschämend.
Klimaschutz, Verkehrswende, Inflation – und dann kommt Silvester
Wir reden über Klimaneutralität, Verkehrswende, Inflation. An Neujahr, sobald sich der beißende Böller-Qualm verzogen hat, zeugen matschige Müllhaufen aber alljährlich vom Sündenknall.
Rund um Silvester verpuffen klimarettende Vorsätze und mit ihnen die vermeintlichen Finanznöte.
Hauptsache, es knallt.
Nun haben manche Städte immerhin Verbotszonen eingerichtet. Forchheim beispielsweise rund um das Rathaus und die Martinskirche.
Ein generelles Verbot aber geht vielen zu weit. Warum? Wegen der Freiheit?
Wer die am lautstarken Abbrennen von Sprengkörpern festmacht, sollte seinen Freiheitsbegriff überdenken. Da reicht mir auch das „traditionelle Vertreiben böser Geister“ nicht als Argument.
Ist ein Verbot von Feuerwerkskörpern sinnvoll?
Nur weil sich manche plötzlich traditionell gebärden, macht es ihr unverantwortliches Handeln nicht sinnstiftender. Verbannte Knallkörper von Amts wegen könnte zwar falsche Signale senden und würden den Handel mit noch gefährlicheren illegalen Krachern anheizen.
Aber vielleicht braucht es gar kein Verbot, es scheint sich ein Wandel anzubahnen. Sechs von zehn Deutschen sprechen sich einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg zufolge gegen private Silvesterfeuerwerke aus.
Idealerweise freuen sich fortan immer mehr – wenn es schon sein muss – über ein professionelles Feuerwerk, statt selbst wie wild durch die Nacht zu feuern.
Tiere, Umwelt und Sanitäter freuen sich.
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