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Diplomat der Kurie
Ebermannstadter bringt Papst zum Lachen
Norbert Hofmann (r.) hat Papst Franziskus bereits in dessen Zeit als Erzbischof von Buenos Aires kennengelernt und pflegt auch jetzt noch ein lockeres Verhältnis zu ihm.Forchheim & Fränkische Schweiz
Norbert Hofmann (r.) hat Papst Franziskus bereits in dessen Zeit als Erzbischof von Buenos Aires kennengelernt und pflegt auch jetzt noch ein lockeres Verhältnis zu ihm. // Pater Hofmann
Signet des Fränkischen Tags von Carmen Schwind
Ebermannstadt – Von Ebermannstadt nach Rom führte der Weg von Ordenspriester Norbert Hofmann. In der Kurie ist er Sekretär einer päpstlichen Kommission. Und für Franziskus ist er der „Oberrabbiner des Vatikans“.

„Mein Job ist es, den Papst zum Lachen zu bringen“, erklärt der aus Ebermannstadt stammende Ordenspriester Norbert Hofmann seine Aufgabe im Vatikan in Rom. Dann zeigt er Fotos von sich und Papst Franziskus, auf denen die beiden miteinander scherzen und fröhlich sind. Doch er bringt nicht nur den Papst zum Lachen.

Der fränkische Priester ist Diplomat und in der Kurie als Sekretär der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum tätig. Pater Hofmann ist auch in diesem Sommer wieder zu Besuch in Ebermannstadt, denn seine Mutter und seine Schwester leben hier. Außerdem besucht er Freunde und hilft auch Pfarrer Florian Stark aus. Der scherzt dann: „Wer Wärme zu den Menschen bringen will, sollte Pfarrer werden oder Öllieferant.“ Denn sowohl sein Vater als auch der von Norbert Hofmann lieferten früher Heizöl.

Im Gymnasium Fränkische Schweiz

Pater Norbert Hofmann erzählt, dass er 1979 das Abitur am Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt gemacht hat und danach gleich in das Noviziat der Salesianer Don Boscos in Jünkerath (Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz) eingetreten ist. In Benediktbeuren (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) studierte er Sozialpädagogik und Theologie. Er arbeitete in der Internatserziehung und der Pfarrseelsorge.

„Am 1. Juli 1990 habe ich meine Primiz in Ebermannstadt gefeiert“, erinnert sich Hofmann. Von 1990 bis 1992 war er im Internat in Luzern tätig. Er studierte das Alte Testament am Biblicum, dem päpstlichen Bibelinstitut in Rom. Und er war auch Dozent für Altes Testament an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Benediktbeuren. „Das Alte Testament war erst ja nicht mein Lieblingsfach, aber dann habe ich es geliebt“, verrät Hofmann.

Wie er in Rom aufgefallen ist

Der junge fränkische Priester war in Rom aufgefallen. „Damals habe ich auch Alt- und Neuhebräisch gekonnt“, erinnert sich Pater Hofmann, der auch Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch spricht. Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hatte ihn angefragt. „Und so ist das ins Rollen gekommen. Im Sommer 2002 wurde ich angesprochen und im November 2002 angestellt“, berichtet Hofmann.

Er gibt aber auch zu, dass seine Aufgabe mehr politischer Natur sei. Den Papst trifft er immer, wenn er jüdische Gruppen zu ihm bringt. Norbert Hofmann verrät, dass er Papst Franziskus bereits als Erzbischof von Buenos Aires bei einer Tagung kennengelernt hatte und auch jetzt noch ein lockeres Verhältnis zu ihm habe. „Ich habe ihn noch nie mit ,Eure Heiligkeit’ angesprochen, sondern begrüße ihn zum Beispiel mit ,Ola’. Dafür bezeichnet er mich als ,Oberrabbiner des Vatikans’“, erzählt Pater Hofmann und lacht. Er erklärt, dass Franziskus den Dialog der katholischen Kirche zur jüdischen unterstütze und sehr menschlich mit allen umgehe: „Und er lacht viel.“

Für Hofmann sei der Umgang mit dem Papst ganz normal: „Millionen Menschen kennen den Papst, aber der Papst kennt mich, den Ermastädter.“ Er hat unter drei Päpsten und zwei Kardinälen gearbeitet. „Eigentlich arbeitet man nicht so eine lange Zeit in so einer Stellung wie ich, aber als Spezialist kann man schwer ersetzt werden“, erklärt er.

Norbert Hofmann lebt im Vatikan und schätzt es, international arbeiten zu können. Und er mag den Lebensstil und die Kulinarik in Italien. „Und wenn Gruppen aus der Region kommen, feierst du Messen mit ihnen“, wirft Florian Stark ein. Hofmann nickt: „Ich bin halt ein Ermastädter, egal wo ich bin.“

Wenn es im Juli und August besonders heiß in Rom ist, besucht er seine Heimat Ebermannstadt. Hier wandert er dann stundenlang und trifft sich mit Freunden. Und er hilft aus. „Gut, dann besprechen wir noch, welche Messe du übernimmst und welche Taufe“, meint dann auch Pfarrer Florian Stark und die beiden Priester ziehen sich ins Pfarrhaus zurück.

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