Lukas Kohl hat im Kunstradfahren alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt – und zwar mehrfach. Auch den Weltrekord im Einer der Männer schraubte er mehrmals in die Höhe. Was soll da noch kommen? Mit 27 Jahren und sieben Monaten bezeichnet sich der Sportler aus dem Ebermannstadter Ortsteil Wohlmutshüll selbst als Senior in dieser Disziplin. Ist die Zeit nach dem siebten Weltmeister-Titel reif, seine Felgen an den Nagel zu hängen?
Rückblick: Trotz einer sehr guten Leistung seines deutschen Konkurrenten Philipp-Thies Rapp behielt Lukas Kohl am vergangenen Samstag die Nerven und sicherte sich bei der Mega-Radsport-WM in Glasgow mit einer beeindruckenden fünfminütigen Kür seinen siebten Titel. „Der Wettkampf brachte viel Spannung und viel Dramatik mit. Ich bin stolz, dass ich dem Druck standgehalten habe“, erzählt der Sportler vom RSV Kirchehrenbach.
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206,85 Punkten für Platz 2: Noch nie habe es eine Silbermedaille mit einer solch hohen Wertung gegeben, die Rapp in seinem Finaldurchgang erreichte. Der „Lukinator“ stellte aber sein komplettes Können unter Beweis und verteidigte mit 210,50 Zählern seinen Titel. In der Vorrunde hatte der 27-Jährige sogar 211,07 aufs Parkett gebracht und das Finale des besten Vier erwartungsgemäß als Favorit erreicht.
Dank der Einbettung in die Entscheidungen bei Straßenrennn, Bahnrad und Co. gab es diesmal deutlich mehr Aufmerksamkeit für die Kunstradfahrer und Radballer, die ihre WM bislang alleine austrugen. „Die WM war super, allgemein wurden den Organisatoren und uns Fahrern strengere Regeln auferlegt, da das Mega-Event in vielen Ländern live übertragen wurde“, sagt der Dominator der vergangenen Jahre.
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Schottland sei zwar keine Kunstrad- und Radball-Nation, dennoch wurden für das Finale in seiner Disziplin 1500 Tickets verkauft, laut Kohl hätten es sogar noch mehr sein können, allerdings wollten die Veranstalter eine Tageskasse anbieten, wo die Eintrittskarten nicht besonders gut nachgefragt wurden. „Durch die Live-Übertragungen hat das ganze Event an Professionalität dazugewonnen und es ist eine Super-Sache, dass der Kunstradsport Teil dieses Projekts sein durfte“, findet der Wirtschaftsingenieur, der „Stand jetzt“ noch nicht ein Karriereende denkt.
„Ich habe alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, dennoch habe ich noch ein paar Monate Zeit, um meine Entscheidung zu treffen, ob es weiter geht oder nicht“, schilderte Kohl seine Gedankengänge. Um sich von den Strapazen der vergangenen Wochen zu erholen, befindet er sich nun im Urlaub mit seiner Freundin, in dem ihn eine Mischung aus Action in Österreich und Entspannung in Italien erwarte.











