Jetzt ein kurzes Nickerchen und dann ins Bett.
Bisher lockerte allerhöchstens ein gewitzter Kollege mit diesem flotten Sprüchlein kurz den sommerlich Büroalltag auf, erntete halb ernste Lacher und verkroch sich wieder augenreibend hinter seinen Aktenbergen.
Siesta: Schnarchen bald als Verfassungsrecht?
Doch schon bald könnte der Satz Realität werden. Arbeitsvertraglich verordneter Mittagsschlaf, Schnarchen als Verfassungsrecht.
Der Traum von Millionen – nicht nur in den Amtsstuben – tätigen Deutschen. Erst neulich machte ein Leipziger Stadtrat von sich reden, als er augenzwinkernd den Büromittagsschlaf für die Stadtverwaltung forderte.
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes fordert Siesta
Nun veredeln – wer sollte es anderes sein – Deutschlands Amtsärzte den Vorschlag und fordern medienwirksam die Einführung der Siesta in Deutschland.
Doch Obacht vor zu schnellem Griff in die Beamtenschlafwitzekiste.
Bei starker Hitze seien Menschen nicht so leistungsfähig, malochen in der Mittagshitze schmälert also das Bruttosozialprodukt. Auf dem Bau, in der Fabrik, im Büro – überall.
Ratzen gegen die Rezession in Deutschland?
Wer kann das wollen, schließlich soll unsere Wirtschaft wieder erstarken.
Können wir uns die neidischen Blicke gen Süden künftig sparen, wo sich die Menschen längst die Siesta gönnen? Endlich selbst die Nachmittage über ausstempeln?
Forchheim stünde bereit, der Kellerwald würde im Nu zur Schatten-Oase Tausender (Schlaf-)Trunkener.
Zu viel Enthusiasmus sollten wir aber lieber noch nicht an den Tag legen. Bis die Bürokratierepublik Deutschland (BRD) ein solches Vorhaben hieb- und stichfest umgesetzt hätte, wäre sogar der Klimawandel längst vorbei.
Aber man wird ja noch tagträumen dürfen.
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