Alle paar Schritte, jeweils nur ganz kurz, blitzen Sonnenstrahlen durch die dichten Baumkronen auf. Diese kitzeln leicht über die Augen des schattenverwöhnten Flaneurs, der entschleunigt und sich der reinen Luft bewusst durch die ehemalige Hornschuchallee in Forchheims Innenstadt schreitet.
Sachte setzt er Schritt um Schritt vorwärts, wohlwissend, dass kein Motor hinter ihm aufheulen und ihn auf einen der Wildwiesenstreifen links oder rechts drängen wird, welche den gigantischen Kastanien ein gräsernes Bett bieten.
Sonne im Spätsommer
Im wohligwarmen Licht der Spätsommersonne scheint das helle Grün noch schöner als sonst. Noch schnell einen tiefen Atemzug nehmen und …
der Flaneur erwacht aus seinem Tagtraum.
Bedröppelt in der Hornschuchallee
Bedröppelt steht er noch immer wartend am Gehsteig, kein Autofahrer zeigt Erbarmen. Die Sonne knallt auf seinen in die grünlose Realität der städtischen Gegenwart zurückgeworfenen Kopf.
Er grimmt.
Wie bekommen wir unser Städte grün?
Warum, fragt er sich, ist es so schwer, eine Stadt annähernd grün zu gestalten? Reflektiert der Asphalt die Sonne noch immer nicht heiß genug? Trocknen immer noch nicht genügend Wälder und Wiesen aus, um uns endlich der generationengerechten Vernunft verpflichtet fühlen zu lassen?
Scheinbar nicht. Ob es sich lohnt, dass sich Aktivistinnen und Aktivisten auf Straßen kleben, Atommülltransporte behindern und freitags nicht zur Schule gehen, darf jeder für sich selbst beurteilen.
Kellerwald Forchheim ist Ass im Ärmel
Zumindest in Forchheim gibt es aber noch ein Ass im Argumentations-Ärmel: Mit den Bäumen verschwände selbst das bisschen Rest-Kühle aus der Stadt, auch unser Kellerwald heizte sich dann auf. Die Folge: warmes Bier!
Spätestens dann fordert der Letzte ein bisschen mehr Grün in der Stadt.
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