So, so, liebe Protestierer, ihr wollt also am Montag demonstrieren und wichtige Straßen blockieren. Habt ihr eigentlich daran gedacht, dass ihr dann unbeteiligte Leute daran hindert, zur Arbeit oder zu Arztterminen zu kommen? Oder dass ihr Kinder und Jugendliche davon abhalten könntet, die Schule zu besuchen, weil die Schulbusse im Stau stecken bleiben?
Und habt ihr euch mal Gedanken darüber gemacht, dass ihr womöglich Einsätze von Polizei, Sanitätern oder der Feuerwehr behindert, weil die Einsatzfahrzeuge wegen eurer Straßenblockaden nicht vorwärtskommen? Dass ihr also Menschenleben gefährden könntet? Und dass Nötigung im Straßenverkehr unter Umständen strafbar ist? Warum protestiert ihr überhaupt an einem Werktag und nicht einfach am Wochenende, wo es niemanden groß stören würde?
Achso, ihr meint, das sei alles gerechtfertigt, weil ihr wütend und verzweifelt seid und weil die Regierung gefälligst endlich mal was unternehmen soll? Ja, das könnte schon sein. Aber dann will ich von allen, die am Montag mitdemonstrieren und mit ihrem Traktor eine Straße oder Kreuzung blockieren, bitte kein böses Wort mehr über das Verhalten von „Klimaklebern“ und „Ökoterroristen“ hören.
Anmerkung: Es handelt sich bei diesem Text um einen Meinungsbeitrag. Der journalistische Kommentar dient dazu, die Meinungsbildung anzuregen, indem man beim Lesen dem Autor entweder zustimmt oder merkt, dass man ganz anders auf ein Thema blickt.












