0
Stadtentwicklung Gößweinstein
Nach Übergangslösung: Altes Rathaus soll Anbau erhalten
Das alte Rathaus in Gößweinstein soll saniert und ausgebaut werden, einen Neubau wird es nach dem Willen des Gemeinderates nicht geben.
Das alte Rathaus in Gößweinstein soll saniert und ausgebaut werden, einen Neubau wird es nach dem Willen des Gemeinderates nicht geben. // Thomas Weichert
Gößweinstein – In Gößweinstein soll das alte Rathaus nun saniert werden und einen Anbau erhalten. Damit möchte man der derzeitigen Übergangslösung eine Ende setzen. Ein Architekturbüro präsentiert die Kosten des Millionenprojekts.

Nach dem Bürgerentscheid vom 5. November in Gößweinstein stand abschließend fest, dass ein neues Rathaus nicht ins Pfarrhaus kommt. Kurz darauf wurde von Teilen des Rathauspersonals die Idee zu einer Sanierung des alten Rathauses mit einem Erweiterungsbau entwickelt und in der Folge detailliert betrachtet. Dies geschah alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit und wurde in der Folge in zwei nichtöffentlichen Sitzungen des Marktgemeinderates am 30. November und 14. Dezember besprochen. Dies wurde nun während der öffentlichen Sitzung im Kreativzentrum in Morschreuth am Donnerstagabend bekannt. 20 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Debatte.

Wie Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW/BMG) erläuterte, können sich die Abteilungsleiter im Rathaus mit dem Gedanken an eine Rathaussanierung sowie der Errichtung eines Anbaus auch in dem Bewusstsein anfreunden, dass dies sicherlich nicht die Optimallösung sei. Es werde aber aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit bezweifelt, dass sich eine Optimallösung überhaupt finden ließe. Eine Sanierung des Bestandsgebäudes mit Anbau scheint die zügigste Möglichkeit zu sein, zeitgemäße Büroräume zu erhalten. Der Erhalt von möglichen Zuschüssen wurde bisher nicht geprüft. Die Rathaussanierung mit Anbau soll nun in drei Bauabschnitten erfolgen.

Übergangslösung: Bürgermeister in Haus des Gastes

Der erste Bauabschnitt umfasst demnach die Kernsanierung des bestehenden Rathauses mit Abriss des vorderen Anbaus (Rathausbalkon) und der rückwärtigen Nebengebäude. Dort soll dann ein kleiner Anbau mit zwei Büros, einem Sozialraum und einem Besprechungszimmer entstehen. Angebaut werden soll auch ein Aufzug für die Barrierefreiheit.

Den Überlegungen wurden folgende Parameter zugrunde gelegt: 1. Der Bürgermeister und seine Mitarbeiter werden wie bisher im benachbarten „Haus des Gastes“ untergebracht. 2. Auf die Errichtung eines Mehrzweckraumes, in welchem künftig auch die Ratssitzungen abgehalten werden könnten, wird verzichtet. 3. Falls dies in Zukunft notwendig wäre, würden im „Haus des Gastes“ weitere Büros für die Verwaltung eingerichtet. Eine vorübergehende Ausquartierung der Belegschaft in Container oder anderweitige Räumlichkeiten wäre während der Baumaßnahmen allerdings notwendig.

Altes Rathaus in Gößweinstein könnte 2025 saniert werden 

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Neugestaltung der Außenanlagen und der dritte die Sanierung des „Hauses des Gastes“. Der Vorteil dieser Vorgehensweise läge darin, dass die Maßnahmen zeitlich gestaffelt auf mehrere Jahre verteilt durchgeführt werden könnten. Die finanzielle Belastung würde sich so auf mehrere Jahre verteilen. Ein möglichst zügiger Beginn der Arbeiten am Rathaus sei aber wünschenswert. Diese Idee wurde bereits am 20. November den Fraktionssprechern vorgestellt.

Auf der Marktgemeinderatssitzung am 30. November erfolgten im nichtöffentlichen Teil hierzu ein erster Austausch und eine ausführliche Erörterung. Im Nachgang zu dieser Marktgemeinderatssitzung wurde mit dem Architekturbüro Reimann und Krügel aus Fürth Kontakt aufgenommen. Für die beschriebene Variante wurde eine Grobkostenschätzung von rund 2,73 Millionen Euro bei einer Bauausführung 2025 durch das Architekturbüro ermittelt. In der Marktgemeinderatssitzung am 14. Dezember, ebenfalls im nichtöffentlichen Teil, wurde diese Grobkostenschätzung den Marktgemeinderäten vorgestellt und weiter ausführlich über die Variante diskutiert.

Anbau für Altes Rathaus soll größer ausfallen

Unter anderem wurde die Unterbringung des Bürgermeisterbüros mit Vorzimmer im „Haus des Gastes“ als kritisch angesehen, weshalb der geplante Anbau größer ausfallen sollte. Es wurde folgender einstimmiger Beschluss gefasst: „Die Sanierung des jetzigen Rathauses Gößweinstein mit Errichtung eines Anbaus soll grundsätzlich weiterverfolgt werden.“ In der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates am 23. Januar sollte die weitere Vorgehensweise dann festgelegt werden. Dies geschah nun am Donnerstagabend. Nach einer ausführlichen Diskussion wurde am Donnerstagabend ebenfalls einstimmig folgender Beschluss gefasst: „Die Kosten für den Minimalanbau und für den Anbau inklusive Bürgermeisterbüro sowie für einen Neubau sind vom Büro Reimann und Krügel zu ermitteln. Danach erfolgt weitere Behandlung im Marktgemeinderat.“

Der Vizebürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) hatte zuvor eine namentliche Abstimmung beantragt, der einstimmig zugestimmt wurde. Diese hat es dann aber doch nicht gebraucht, weil alle dafür waren.

Lesen Sie auch: 

Inhalt teilen
  • kopiert!