Zwei Themen ließen in der Sitzung des Gemeinderats Kunreuth aufhorchen: Zum einen plant der Inhaber des Berggasthofes Hötzelein, Florian Hötzelein, in Regensberg umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen, zum anderen brachte der Rat die Änderung des Bebauungsplans „Badleite“ auf den Weg. Jetzt wird ermöglicht, dort auf Gemeindegrund im Erbbauverfahren drei bis vier sogenannte „Tiny Houses“ zu errichten. Der Seniorchef des Berggasthofes, Georg Hötzelein, seines Zeichens auch Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes und schon lange Mitglied des Kunreuther Gemeinderats, bekam Rederecht zu den insgesamt drei Bauanträgen seines Sohnes und Geschäftsnachfolgers, um die Pläne vorzustellen. Mit abstimmen durfte er aber nicht.
Zunächst ging es um den Bauantrag zur Errichtung einer 1,15 mal 3,60 Meter großen Werbeanlage an der Fassade des Hotels. Der weitere Bauantrag zielte auf die Aufstockeng des Dachgeschosses des Hotels an der Nordseite ab, mit der drei weitere Hotelzimmer und ein Abstellraum geschaffen werden sollen. Die größte Maßnahme war der Bauantrag für einen An- und Umbau des Beherbergungsbetriebs mit Restaurant. Bürgermeister Ernst Strian erläuterte, dass sich das Grundstück im „unbeplanten Innenbereich“ befinde, mit einem Bestandsgebäude.
So soll die Erweiterung aussehen
Der Bauherr beabsichtige einen bestehenden Anbau, der auf einer ursprünglichen Dachterrasse errichtet wurde, zurückzubauen und einen neuen Anbau mit Lounge, Seminarraum, Foyer und Rezeption zu errichten. Im Bereich der bestehenden Rezeption im Hauptgebäude soll ein kleines Büro entstehen und der Flur renoviert werden. Der Speisesaal „Mühlwinkel“ soll baulich in das neue Konzept einfließen und nur einer Oberflächensanierung unterzogen werden. Energetische Maßnahmen, wie neue Fenster und eine Dachdämmung, sollen in diesem Zuge ebenfalls umgesetzt werden.
Weiterhin sollen die Eingangssituationen verbessert werden und klare Zonen für den Gast und den Verkehr geschaffen werden. Dazu finden auch Arbeiten an den Freiflächen statt. Anträge für Abweichungen wegen der Abstandsfläche und für barrierefreies Bauen wurden gestellt. Der Gemeinderat stimmte allen drei Bauanträgen ohne weitere Diskussion zu.
Gästeveränderung ist Teilgrund
Wie Hötzelein erklärte, habe sich das Nutzungsverhalten der Gäste gravierend verändert. Dies mache eine Neuausrichtung des Hotel- und Restaurantbetriebs erforderlich. Schon vor 20 Jahren habe es wenig Personal gegeben, größeres Problem heute seien die ständig steigenden Personalkosten.
„Selbstbedienung wie auf den Kellern funktioniert bei uns nicht“, sagte Hötzelein. Beim Bebauungsplan „Badleite“ hatte der Gemeinderat bereits letztes Jahr beschlossen, gemeindeeigene Flächen für Tiny-Häuser zu erschließen. Denn das parallel laufende Leerstandsmanagement und die Vermittlung von Bauland in privater Hand würden nur mäßige Akzeptanz finden.
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