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Geplante Vorranggebiete
Bürgerdialog: Effeltrich diskutiert erneut über Windkraft
Der Bürgerdialog war geprägt von zahlreichen Wortmeldungen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Bürgerdialog war geprägt von zahlreichen Wortmeldungen. // Karl Heinz Wirth
Signet des Fränkischen Tags von Karl Heinz Wirth
Effeltrich – In Effeltrich erhitzt ein geplantes Vorranggebiet für Windräder die Gemüter. Von Zukunftsvisionen bis zu Existenzängsten reicht die Bandbreite der Meinungen. Am Lappberg wird die Energiewende zum Zündstoff.

Windräder am Lappberg? Seit dem Bekanntwerden der Planungen zum Vorranggebiet für Windkraftanlagen formiert sich in den Gemeinden Effeltrich mit Gaiganz und Poxdorf Widerstand. So war beim Bürgerdialog in der Turnhalle Effeltrich insbesondere die Diskussion zur Windkraft zentraler Bestandteil.

Zuvor hatte der Effeltricher Bürgermeister Peter Lepper (FW) den zahlreichen Bürgern aus Effeltrich und Nachbargemeinden erklärt, dass es nicht um den Bau der Windräder gehe, sondern um die Meinungen zum Thema Windkraft. Der Bürgerdialog solle dazu beitragen, dass der Gemeinderat die Bedenken und Sachargumente der Bürger in die Entscheidungsfindung zur Stellungnahme beim Regionalen Planungsverband einfließen lassen könne. Der Dialog diene als Plattform, die verschiedenen Perspektiven von Befürwortern und Gegnern der Windkraft auf kommunaler Ebene zusammenzubringen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

„So sind Sachargumente, die gegenüber dem Planungsverband abgegeben werden, für uns wichtig“, bekräftigte Lepper. Der Gemeinderat werde in seiner Sitzung am 23. Juni darüber abstimmen, „und dazu müssen wir die Interessen, Sorgen und Wünsche der Bürger berücksichtigen“.

Dilemma unter den Ratsmitgliedern

Das Dilemma unter den Ratsmitgliedern ist groß, denn fundierte Kenntnisse über gesundheitliche und technische Risiken haben die wenigsten. „Wir sind Laien“, sagte die Zweite Bürgermeisterin Christine Berthold, „uns fällt es ebenso schwer, wie jedem anderen auch, objektiv zu entscheiden, was richtig und falsch ist.“ Vor zwölf Jahren habe sie schon einmal ein Windrad abgelehnt. Zwischenzeitlich habe sie zwar viel darüber gelesen, und dennoch falle es ihr schwer, sich zu entscheiden.

„Schränken wir uns durch die Zustimmung für die Vorranggebiete in unserer Weiterentwicklung der Gemeinde für die nächsten 40 Jahre nicht ein?“ Hätte man sich vor einigen Jahren im Gremium für das Baugebiet „Lettenfeld“ entschieden und vor 20 Jahren ein Gewerbegebiet ausgewiesen, könnte die Gemeinde heute auf 20 Jahre Steuereinnahmen zurückblicken.

Viele weitere Wortmeldungen in dem zweistündigen Bürgerdialog zeigten die Sorgen der Bürger um ihre Gemeinde auf. Da wurde nach der Wirtschaftlichkeit der Anlagen gefragt oder nach gesundheitlichen Risiken wie Infraschall und Schattenschlag. Vor allem die Sorge um die Gesundheit und der Wertverlust der Immobilien wurde konträr diskutiert.

Bürger bringen Sorgen vor

Auch Baumschulen bangen um ihre Existenz. So äußerte ein Baumschulbetreiber die Befürchtung, dass die Windräder die Regenwolken vertreiben würden, weniger Regen falle und der Boden austrockne. Er brachte als Beispiel Mecklenburg-Vorpommern. Dem widersprach ein anderer Bürger. Er könne sich nicht vorstellen, dass dort die Erde austrockne und es nicht mehr regne. (Anmerkung der Redaktion: Aktuell gibt es keine Belege, dass Windräder im großen Stil den Niederschlag beeinflussen, da sich dieser viel weiter oben bildet.)

„Und wer übernimmt einmal die Kosten für das Recyceln des Windradschrotts, wenn der Betreiber bankrott ist?“, erkundigte sich ein Bürger. Daraufhin bat Lepper, der diese Frage nicht beantworten konnte, um ein Ende dieser Diskussion. Er machte deutlich, dass er nur über Dinge sprechen könne, die die Gemeinde beträfen, und betonte, dass noch nichts spruchreif sei. „Wir befinden uns in der ersten Phase der Genehmigungen, mit deren Bescheid erst Windräder gebaut werden dürfen. Vergleichbar mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes“, meinte Lepper. Selbst wenn der Planungsverband das Vorranggebiet favorisiere, sei es fraglich, ob die Eigentümer ihr Land dafür zur Verfügung stellten.

Auch der Vorsitzende der Modellbauflieger am Lappberg appellierte an die Ratsmitglieder, gegen das Vorranggebiet zu stimmen, da die Existenz des Vereins in Gefahr und ein neues Fluggelände kaum zu finden sei.

Der Bürgerdialog zeigte die Bedürfnisse und Sorgen der Bevölkerung auf. Windkraft, so hieß es auch, sollte nicht nur als technologische Innovation, sondern auch als gemeinschaftliches Projekt verstanden werden, das Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen diene.

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