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Handel und soziale Interaktion
Wie Eggolsheim mit Marktbuden seinen Marktplatz beleben will
Wo auf diesem Foto Pizza- und Eiswagen stehen, sollen die neuen Marktbuden hinkommen. Der Baukörper ist 18,5 Meter lang und 3,5 Meter breit.Forchheim & Fränkische Schweiz
Wo auf diesem Foto Pizza- und Eiswagen stehen, sollen die neuen Marktbuden hinkommen. Der Baukörper ist 18,5 Meter lang und 3,5 Meter breit. // Karl Heinz Wirth
Signet des Fränkischen Tags von Karl Heinz Wirth
Eggolsheim – Der leere Platz gegenüber dem Rathaus soll aufgewertet werden. Marktbetrieb soll künftig in drei Hütten mit je neun Quadratmetern für Leben sorgen. Doch die grobe Kostenschätzung lässt aufhorchen.

Marktbuden sind ein fester Bestandteil lebendiger Marktplätze und kultureller Veranstaltungen. Sie schaffen nicht nur einen Raum für den Handel, sondern fördern auch soziale Interaktionen und kulturellen Austausch. Ein gut durchdachtes Marktbudenkonzept stellt sicher, dass die Marktbuden optimal genutzt werden und Besucher anziehen.

Die Gemeinde Eggolsheim hatte die beiden Architekten Anna Schork und Alexander Schneider beauftragt, ein Marktbudenkonzept auszuarbeiten. In der Marktgemeinderatssitzung stellten diese nun ihre ersten Arbeitsergebnisse vor.

Der leere Platz gegenüber dem Rathaus soll aufgewertet werden, indem dort drei Verkaufseinheiten mit Aufenthaltsraum und Toilette entstehen, erläuterte Schneider. Der Baukörper mit seiner Längsbetonung füge sich gut in die nähere Umgebung ein, da die Siedlungsstruktur entlang der Straße schmale Grundstücke aufweise. Er berücksichtige funktionale, ästhetische und praktische Aspekte und trage dazu bei, dass die Marktbuden nicht nur effizient, sondern auch ansprechend für Händler und Besucher gleichermaßen seien.

Bei Regen unter das Dach

Das Konzept berücksichtige sowohl die Bedürfnisse der Standbetreiber als auch die Erwartungen des Publikums, ergänzte die Architektin Schork. Das nach vorne überstehende Dach der Marktbuden bietet den Angaben zufolge Platz zum Essen und Verweilen. So sei es bei Regen möglich, unter dem Dach weiter einzukaufen, ohne nass zu werden. Allerdings wird es demnach im Aufenthaltsraum keine Sitzgelegenheiten geben, sondern nur Stehtische.

Die Grobkostenschätzung der Planer zu den Marktbuden beläuft sich auf rund 425.000 Euro. Anrechenbar als Zuwendung wäre ein Betrag von 320.000 Euro, so die Planerin. In den Verkaufsräumen werde es keine Fensterflügel geben, damit diese nicht in den Raum stünden, sondern nur Schiebefenster, die nach oben geöffnet würden. Jeder hat eine Größe von neun Quadratmetern.

In der Diskussion wurde gefragt, ob eventuell die Marktbuden größenmäßig erweitert werden können. Bürgermeister Claus Schwarzmann meinte, das sei schwierig, da die Abstandsflächen von drei Metern zum Nachbargrundstück eingehalten werden müssen. Irmgard Heckmann wie ihre Ratskollegin halten die Kosten für das Marktbudenkonzept für zu hoch.

Buden bekommen ein festes Fundament

Bürgermeister Schwarzmann erklärte, dass die Marktbuden auf ein festes Fundament gestellt werden. Nur die erforderlichen Installationen wie Wasser, Abwasser und Stromanschlüsse werden verlegt. Alles andere bleibe den Betreibern überlassen, sagte Schwarzmann. Zu den Kosten erklären die Planer, dass eine nachvollziehbare Kostenberechnung erst gemacht werden könne, wenn die einzelnen Gewerke ihre Angebote abgegeben hätten.

Das Design der Marktbuden sollte funktional und einheitlich sein, um ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen, schlugen die Planer vor. Der Platz sei in seinem jetzigen Zustand ungeordnet und sollte geordnet werden. Die Toilette könne auch vom Weihnachtsmarkt mitgenutzt werden, so der Bürgermeister.

Die Produktpalette soll aus der Region kommen. Baubeginn ist für Oktober vorgesehen. Nach Mitteilung der Bezirksregierung von Oberfranken ist mit einer Förderung von 200.000 Euro zu rechnen. Somit bliebe für Eggolsheim ein Eigenanteil von rund 225.000 Euro, der sich mit der Haushalts- und Finanzplanung in etwa decke.

Mit drei Gegenstimmen

Nach Abstimmung des Entwurfs im Gremium wünscht sich die Städtebauförderung nochmals eine direkte Abstimmung mit den Architekten. Der Marktgemeinderat billigte den ersten Entwurf der Planer und die weitere Vorgehensweise – bei drei Gegenstimmen.

 

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