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Was dagegen spricht
Feuerwehr Gräfenberg: Gerätewarte künftig auf Minijobbasis?
Das Feuerwehrhaus in Gräfenberg.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Feuerwehrhaus in Gräfenberg. // Petra Malbrich
Gräfenberg – Die Gerätewarte der Feuerwehr Gräfenberg sollen künftig auf Minijobbasis angestellt werden. Dieser Vorschlag fand einerseits breiten Zuspruch im Stadtrat, es wurden aber auch Gefahren gesehen.

Die beiden Gerätewarte der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Gräfenberg auf Minijobbasis anzustellen, diesen Vorschlag hat Kommandant und Kreisbrandmeister Wolfgang Heinig am Ende seines Jahresberichts vor dem Stadtrat gemacht. Diese Bitte hatte einen Grund und fand einerseits Zuspruch. Es wurden aber auch Gefahren gesehen.

Die FFW Gräfenberg hatte im vergangenen Jahr 69 Einsätze. „Da war das Bürgerfest dabei“, erklärte Heinig. Trotzdem: Auch in diesem Jahr seien es bereits elf Einsätze. Nur abwehrender Brandschutz, technische Hilfeleistung und Sicherungen waren darunter aufgeführt.

Feuerwehr Gräfenberg: Gerätewarte künftig auf Minijobbasis?

24 Einsätze hatte die Feuerwehr Thuisbrunn, je einen Einsatz die Wehren in Haidhof und Kasberg, je vier Einsätze hatten die Feuerwehren Walkersbrunn und Lilling und sieben Mal war die Sollenberger Feuerwehr ausgerückt. Den Jahresbedarf habe die Feuerwehr bereits eingeschränkt. Um weitere Kosten einzusparen, wurde beschlossen, Sachen zentral in Thuisbrunn zu stationieren. Die Rollcontainer beispielsweise. Auch bei den Ersatzbeschaffungen von den drei TSF (Tragkraftspritzenfahrzeuge) könne gespart werden, hätten sich doch Pottenstein und Schoßaritz dafür angeschlossen. Der Vorteil: „Mit anderen Gemeinden können wir einen Sonderzuschuss von zehn Prozent auf die Förderung erhalten“, sagte der Gräfenberger Kommandant.

Der Zuschuss für diese TSF wurde von der Regierung bereits am Ende 2024 genehmigt. Die FFW wollte die Fahrzeuge bereits vergangenes Jahr in Ausschreibung bringen. Die Ausschreibung sei komplett fertig. Kosten seien schon im Haushalt berücksichtigt, sagte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW).

Einen Antrag für die Beschaffung des Hilfelöschgruppenfahrzeugs HLF 20 stellte Heinig und bat, nächstes Jahr in Ausschreibung zu gehen, um es im Jahr 2029 zu erhalten. Zwischen 24 und 36 Monaten betrage die Lieferzeit. Auch beim Kleiderpool wolle die FFW Kosten einsparen. Nach einem Brandeinsatz müsse die Kleidung in die Reinigung. Hier gebe es ein Defizit an Kleidung bei den Atemschutzträgern, was nun bestellt wurde. Dasselbe gelte für den Schlauchpool.

Zu wenig Einsatzkräfte tagsüber

Die Tagesalarmstärke sei nicht ausreichend. Zwar habe die Feuerwehr die Bauhofmitarbeiter ausgebildet, bei einer Übung oder einem Einsatz seien sie jedoch bislang nicht gesehen worden. Heinig forderte deshalb, die Bauhofmitarbeiter bei den Einsätzen einzubinden. Lediglich Thuisbrunn sei immer einsatzfähig, lobte er. Ein neuer Weg werde bei der Gerätewartung gegangen.

„Jörg Böhm und Simon Heid werden die Gerätewartung zentral übernehmen“, sagte Heinig. In manchen Ortswehren seien die Geräte teils nicht geprüft. 450 Stunden würden die Ehrenamtlichen in die Schulung zum Gerätewart investieren. 700 Prüfstunden leisteten die beiden Gerätewarte im Jahr. Außer für Thuisbrunn. Dort seien für zwei Fahrzeuge schon 200 Prüfstunden zu leisten. Die Gerätewarte dürften auch Stromerzeuger prüfen. Ein Service bei diesen Stromerzeugern koste 180 Euro. Es gebe sehr viele Stromerzeuger in den Wehren, viele Geräte, die für 180 Euro gemessen werden müssten.

Feuerwehr Gräfenberg: Amt attraktiver machen

„Wir müssen das Amt attraktiver machen“, betonte Heinig und schlug vor, die Gerätewarte auf Minijobbasis anzustellen. Auch im Hinblick auf die vielen ehrenamtlichen Stunden, die für die Prüfung anfielen. Es sei kein Wunder, wenn mancher keine Lust mehr auf solche Ämter habe.

Werner Wolf (FW) weiß, wie schwer es ist, Ehrenamtliche zu finden, gerade wenn vorher Schulungen besucht werden müssten, um das Ehrenamt ausführen zu dürfen. „Ich habe schon Sorge, dass wir in einigen Jahren keine Leute mehr bekommen“, sagte Wolf und meinte damit das Ehrenamt als Feuerwehrler allgemein. Insofern befürworteten er und Jakob Schuberth (FW) die feste Anstellung der Gerätewarte.

Andererseits sehe er auch die Gefahr, dass dies Begehrlichkeiten wecken könne und es auf eine bezahlte Feuerwehr, eine „Berufsfeuerwehr“ hinauslaufe. Für die Stadträte war dieser Vorschlag völlig neu. Eine Entscheidung musste nicht getroffen werden.

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