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Alte Mülldeponie
Gräfenberg: Gefährden Schlammabfälle das Grundwasser?
Die alte Mülldeponie bei Gräfenberg.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die alte Mülldeponie bei Gräfenberg. // Petra Malbrich
Gräfenberg – Eine erste Untersuchung der alten Mülldeponie bei Gräfenberg kommt zu einem unerfreulichen Ergebnis. Dort liegt unter anderem Galvanikschlamm. Wie steht es um das oberflächennahe Grundwasser?

Von einem sehr hohen Gefährdungspotenzial für das oberflächennahe Grundwasser ist auszugehen. Zumindest ist dieser Anfangsverdacht gegeben. Das ist das Ergebnis der „Historischen Erkundung“ der sogenannten „Blechmiste“, der ehemaligen Hausmülldeponie der Stadt Gräfenberg. Diese ins Rollen gebracht hatte ein Bürger, der nach einem Artikel über diese schlummernden Altlasten unter der Blechmist’n nachgefragt hatte. Daraufhin kontaktierte die Regierung von Oberfranken die Stadt und bat um ein Treffen vor Ort.

Bis 1977 eine Mülldeponie

Das war im Dezember 2023. Im Februar 2024 waren bei dem Vor-Ort-Treffen auch das Wasserwirtschaftsamt Kronach, der technische Umweltschutz und die Stadt als Betreiber der Blechmiste dabei. Die Hausmülldeponie, mit einem Volumen von 50.000 Kubikmeter beziffert, war bis 1977 betrieben worden. Neben Hausmüll, Altreifen, Bauschutt und Gewerbemüll waren auch Galvanikabfälle der „Am Schelmberg“ ansässigen Fabrik AEG Telefunken in Fässern abgelagert worden.

„Aus Sicht des Wasserwirtschaftsamts und der Regierung kann die Gefährdung weder bestätigt noch ausgeschlossen werden“, informierte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW).

Das Thema Blechmiste und der darunter befindliche Galvanikabfall beschäftigt die Bürger. Viele waren deshalb zur Stadtratssitzung gekommen. Eine Historische Untersuchung solle angestrebt werden, war das Ergebnis dieses Treffens vor Ort.

Die Kosten dafür übernahm der Freistaat. „Erst wenn sich Altlasten bestätigen, steht der Betreiber in Haftung. Das kann jedoch gefördert werden“, informierte Kunzmann. Der Förderantrag müsse bis 31. Dezember 2025 gestellt werden, betonte Kunzmann, bevor er das Ergebnis der Untersuchung bekannt gab. Durchgeführt wurde es von dem Ingenieurbüro für Hydrologie und Umweltschutz Piewak und Partner. Nach Aktenrecherche, Luftbild- und Kartenauswertungen und mit den Aussagen eines Zeitzeugens, der bei der Begehung dabei war, wurde untersucht.

Für die Stadt könnte es teuer werden

Aufgrund der hohen Kubatur, der Art der abgelagerten Abfälle und des hohen Transmissionspotenzials (Karstgrundwasserleiter) sei von einem sehr hohen Gefährdungspotenzial für das oberflächennahe Grundwasser auszugehen. Zumindest ist ein Anfangsverdacht einer Altlast oder schädlichen Bodenveränderung gegeben. So das zusammenfassende Ergebnis dieser Historischen Untersuchung.

Eine weitere Untersuchung, die sogenannte Orientierende Untersuchung (OU) müsse nun durchgeführt werden. Das sei nun der übliche Ablaufplan, informierte Bürgermeister Kunzmann. Auch prüfe die Regierung, ob es eine Hausmülldeponie sei oder eine Gewerbedeponie. Über die Förderfonds hat er sich bereits informiert. Denn es kann die Kommune nun finanziell treffen.

Die Verwaltung solle deshalb aufgrund der aktuell bekannten Befristungen des Unterstützungsfonds die Fristen sicherstellen. Das deckte sich auch mit dem als Mail eingegangenen Antrag der Grünen-Fraktion, alle notwendigen Schritte so schnell wie möglich einzuleiten. Matthias Striebich (Bündnis 90 / Die Grünen) schlug deshalb auch vor, alles zu sammeln, was bereits erbracht wurde und in den Eigenanteil eingerechnet werden könnte.

Die Sicherung der Fördermittel mit den zuständigen Behörden zu klären und sicherzustellen, lautete dann der Beschluss. Eins stellte die Regierung jedoch bereits klar: „Die Erweiterung des Steinbruchs der Firma Endress beeinträchtigt das nicht“, sagte Kunzmann.

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