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Oberbürgermeister-Kandidatur
Forchheim: Freie Wähler stehen geschlossen hinter Hümmer
Manfred HümmerForchheim & Fränkische Schweiz
In seiner Bewerbungsrede um die Kandidatur zum Forchheimer OB verriet Manfred Hümmer in groben Zügen sein Wahlprogramm, das neben Sachinhalten auch ein Plädoyer für einen neuen politischen Kommunikationsstil enthielt. // Foto: Barbara Hollfelder
Signet des Fränkischen Tags von Barbara Hollfelder
Forchheim – Manfred Hümmer konnte sich die volle Unterstützung seiner Partei als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Forchheim sichern. Welche Themen aus seiner Sicht oberste Priorität haben.

Nachdem er bereits im Mai als Oberbürgermeisterkandidat vorgeschlagen worden war, erreichte Manfred Hümmer nun bei der verbindlichen Nominierung ein Ergebnis, von dem die meisten Landes- und Bundespolitiker träumen, eine 100-prozentige Zustimmung für seine vierte Kandidatur um den Posten des Forchheimer Stadtoberhaupts.

Dabei mag Hümmer diesen Begriff gar nicht: „Ich möchte ein Bürger-Meister sein, ein Gleicher unter Gleichen im Kreise der Forchheimer Bürger.“ Der pensionierte Erste Polizeihauptkommissar und Diplom-Verwaltungswirt begrüßte am Dienstagabend in der Forchheimer Gaststätte Anemos zunächst etwa zwei Dutzend stimmberechtigte Parteimitglieder und einige Interessierte und erinnerte sie an die Erfolge der Forchheimer Freien Wähler: „Wir haben in den vergangenen Jahren die Geschicke des Stadtrats maßgeblich mitgestaltet. Alle unsere Anträge gingen durch.“

OB-Wahl Forchheim: Manfred Hümmer tritt zum vierten Mal an

Dabei sehe er es als eine große Aufgabe an, fern von Parteipolitik für einen Ausgleich der ideologischen Flügel in Forchheims Kommunalpolitik zu sorgen, „weil es hier um Sachverhalte gehen muss.“ Hümmer gab sich selbstbewusst, betonte aber, dass es nicht um sein Ego gehe, denn dann wäre er „spätestens nach der ersten verlorenen Wahl nicht mehr angetreten.“ Tatsächlich ist es seine vierte Kandidatur nach 2008, 2014 und 2016.

Der als Wahlleiter auserkorene stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler, Ludwig Preusch, erläuterte dies unter zustimmenden Nicken von Hümmer mit einem kleinen Augenzwinkern: „Angesichts der anderen Kandidaten bleibt den Freien Wählern ja nichts anderes übrig, als ein bewährtes Stadtratsmitglied aufzustellen.“

Freie Wähler ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Parteikolleginnen und -kollegen sowie einige Interessierte stehen im wahrsten Sinne des Wortes hinter Manfred Hümmer. // Foto: Barbara Hollfelder

Wie erwartet, mochte keiner der Anwesenden Hümmer die Kandidatur streitig machen. Nachdem Parteikollege Arnd Feistel den designierten OB-Kandidaten Hümmer als Menschen charakterisiert hatte, „der nicht wegläuft, wenn’s schwer wird“, wurde eine Video-Grußbotschaft Hubert Aiwanger abgespielt. Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler hob darin seine langjährige Bekanntschaft mit Hümmer hervor, der ein Mann sei, „der weiß, wo er hinlangen muss.“

Hümmer kritisiert aktuelle Stadtführung

Hümmer, der bereits vor der Veranstaltung den Saal scherzhaft vor der Länge seiner Bewerbungsrede gewarnt hatte, trat nun selbst vors Mikrofon. Er machte deutlich, dass Forchheim vor großen Herausforderungen stehe. Ein in den kommenden Jahren auf über 90 Millionen Euro anwachsender Schuldenberg würde die Stadt in ihrer Entwicklung hemmen, aber: „Wenn es leicht ist, kann es jede und jeder. Wenn es schwer wird, braucht es jemanden, der weiß, worauf es ankommt und für dieses Amt brennt.“

Hümmer legte zunächst die Mängel der aktuellen Stadtführung aus seiner Sicht dar: Amtsinhaber Kirschstein ließe es unter anderem an Offenheit und Ehrlichkeit in der Begegnung mit den Menschen vor Ort fehlen, die Geschlossenheit des Stadtrats sei in den letzten Jahren verloren gegangen und die Sitzungen wären geprägt von „Gruppenbildungen, Respektlosigkeit und parteilichen Ideologien.“

Bezahlbarer Wohnraum, Jugendbeirat, Klinikum Forchheim 

Hümmer will aber nicht nur die politische Kultur ändern, auch inhaltlich hat er sich einiges vorgenommen: Da er die Wirtschaft als „Garant für eine gute Stadtentwicklung ansehe“, solle hier ein regelmäßiger Austausch stattfinden; Vereinen und Kulturschaffenden müsse nachhaltig Gehör geschenkt werden; die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sei ihm ein besonderes Anliegen, damit die Stadt gerade junge Familien nicht ans Umland verlieren würde; die Idee, analog zum vorhandenen Seniorenbeirat einen Jugendbeirat zu schaffen, könnte dies unterstützen.

Hümmer sprach auch die „heißen Eisen“ an, etwa die Verkehrsberuhigung der Innenstadt, die Entwicklung des Klinikums Forchheim mit seinen finanziellen Defiziten, die von der Stadt mitgetragen werden müssen, oder die Pläne für den Neubau der Kindertagesstätte in Reuth. Ein Aspekt stieß bei den Zuhörern auf Überraschung und anerkennendes Nicken: Im Falle seiner Wahl zum OB werde er einen persönlichen Beitrag leisten, um „die Leichtigkeit des Seins“ trotz der prekären Haushaltslage zu erhalten. Er möchte daher monatlich einen Teil seines Gehalts für die Unterstützung von Vereinen und gesellschaftlichem Engagement auf ein Konto einzahlen, versprach Hümmer. „Damit werde ich zwar nicht die Welt retten, aber zumindest mit gutem Beispiel für andere potenzielle Sponsoren vorangehen.“

Seine abschließende Frage, ob seine Parteikollegen und -kolleginnen ihm ihr Vertrauen schenken und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen wollen, beantworteten die Anwesenden ohne Gegenstimme und schicken ihn damit am 8. März 2026 ins Rennen um das Amt des Forchheimer Oberbürgermeisters.

 

 

 

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