Schon jetzt steht fest, dass das Rennen um Forchheims Oberbürgermeisteramt so spannend werden dürfte wie nie zuvor. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten sind bislang von ihren Parteien aufgestellt worden, beziehungsweise stehen kurz davor. Neben der im Landkreis neu gegründeten Linken blicken Beobachter seit Wochen gebannt auf die in Teilen als gesichert rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD). Die hält sich weiterhin bedeckt; überrascht nun aber mit einer klaren Ansage.
Oberbürgermeister-Wahl 2026: Bislang fünf Namen im Rennen
Bislang stehen sich bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 in Forchheim Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD), Martina Hebendanz (CSU), Markus Dietz (Forchheimer Grüne Liste), Manfred Hümmer (Freie Wähler) und Tino Reichardt (FDP) gegenüber. Bereits eine Kandidatur angekündigt hatten noch Die Linke und eigentlich auch die AfD. Beide haben bislang jedoch keine Namen veröffentlicht.
Die Linke will sich im November äußern, AfD gibt Entscheidung bekannt
Während Die Linke ihre Listenaufstellung nebst der Ernennung eines oder einer OB-Kandidatin für den November angekündigt hat, gibt es bei der AfD noch immer keinen Termin für die Aufstellungsversammlung. Dies teilt Frauke Peuker-Hollmann vom Kreisverband auf Anfrage von fraenkischertag.de mit. Gleichzeit überrascht sie mit einer klaren Ansage in Bezug auf eine mögliche OB-Kandidatur: „Das Einzige, was ich Ihnen mitteilen kann, ist, dass die AfD keinen Oberbürgermeisterkandidaten für Forchheim ernennen wird“, schreibt Peuker-Hollmann.
Dass die AfD ihr aktuelles Umfrage-Hoch (je nach Institut ist die AfD bei der Sonntagsfrage gleichauf oder landet sogar einen Prozentpunkt vor der Union aus CDU und CSU) im Landkreis Forchheim nicht gewinnbringend vorbringen kann, überrascht einerseits. Schließlich schaffte es die AfD bei den Landtagswahlen trotz eines nicht vorhandenen Wahlkampfs und eines kaum in Erscheinung tretenden Kandidaten auf 14,3 Prozent. Auch bei der Bundestagswahl konnte die AfD in der Region zulegen.
AfD im Landkreis Forchheim: kommunalpolitisch unscheinbar
Allerdings bleibt die AfD in kommunalpolitischer Hinsicht im Landkreis Forchheim seit Jahren blass. Daran ändern auch die beiden Kreistagsmandate nichts. Einer der beiden trat längst aus, der andere tritt nicht in Erscheinung. Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Forchheimer Stadtrat, wo Matthias Machts seit 2020 für die AfD vertreten ist. Auch er verzeichnet seither bis auf die Abstimmungen noch nicht einen Wortbeitrag, zudem kehrte auch er der Partei im Frühsommer 2024 den Rücken.
Im Februar dieses Jahres der nächste Rückschlag für die Rechtsaußen: Der einstige Kreisvorsitzende Oliver Hammrich tritt für viele überraschend von all seinen Parteiämtern zurück und verlässt die Partei gleich ganz. Seither ist kaum etwas beziehungsweise noch weniger zu vernehmen von der AfD Forchheim. Die Website ist veraltet, lediglich in den Sozialen Netzwerken finden sich sporadisch Terminankündigungen.
Woran das fehlende Engagement in der Forchheimer Kommunalpolitik liegt, warum man keinen geeigneten Kandidaten fürs Oberbürgermeisteramt finde und wie es mit weiteren Bürgermeisterposten in der Region oder gar dem Landratssessel ausschaut, bleibt im Unklaren. Eine seit Monaten immer wieder vorgebrachte Interviewanfrage zu diesen und anderen Themen lehnt der AfD-Kreisverband ab.
















