0
Überwältigende Zustimmung
Emotionen: Forchheims CSU wählt Hebendanz zur OB-Kandidatin
Martina Hebendanz will für die CSU Forchheim 2026 Oberbürgermeisterin werden. Nun ist sie offiziell nominiert worden.
Martina Hebendanz will für die CSU Forchheim 2026 Oberbürgermeisterin werden. Nun ist sie offiziell nominiert worden. // Foto: Stephan Großmann
Forchheim – Martina Hebendanz wird für die CSU Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein von der SPD herausfordern. Ihre CSU steht fast zu 100 Prozent hinter ihr, nun steht ein spannender Wahlkampf bevor.

Sprachlos erlebt man Martina Hebendanz selten. Am Mittwochabend, kurz vor 21 Uhr ist es so. Mit überwältigenden 98,4 Prozent wird die 48-Jährige von der Stadtversammlung der CSU als Kandidatin für die Oberbürgermeister-Wahl nominiert. Einen „Aufbruch“ wolle sie schaffen für ihr Forchheim, wie sie sagt. Mit stehenden Ovationen erlebt sie in Burk eine Versammlung aller Ortsverbände, die selten so geeint wirkte.

Mit Tränen in den Augen nimmt sie die Wahl an, freut sich auf den bevorstehenden Wahlkampf. Zu den ersten Gratulanten gehören ihre Familie, allen voran ihre beiden Kinder, sowie CSU-Prominenz Thomas Silberhorn und Michael Hofmann. Den Blumenstrauß erhält sie von ihrem Kandidatenvorgänger von 2020, dem amtierenden zweiten Bürgermeister Udo Schönfelder. Danach kommt sie aus dem Umarmen und Händeschütteln gar nicht mehr heraus.

Martina HebendanzForchheim & Fränkische Schweiz
In Ihrem Steckbrief stellt Martina Hebendanz sich vor und zeigt ihr Engagement auf. // Martina Hebendanz

Keine Gegenkandidaten, CSU einigt sich auf Hebendanz

70 Delegierte sind an diesem Abend in den Ox nach Burk gekommen, dazu etliche Ehrengäste. Wahrzunehmen ist einhelliges Lob für die Wahl von Hebendanz. Und für ihre Agenda, die sie kurz anreißt. Sie wolle „endlich mehr Kommunikation“ mit den Bürgern und Unternehmen schaffen, den ÖPNV an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten, Planungen generell schneller vorantreiben, das Kolpinghaus endlich sanieren und einen Verkehr schaffen, der alle Bedürfnisse im Blick behält.

„Freilich“, so Hebendanz, „werden die politischen Ziele im Laufe des Wahlkampfs noch geschärft.“ Wichtig sei, dass man sich in Forchheim künftig auf das Wesentliche konzentriere, „Pflichtaufgaben“, wie sie sagt. Versprechen wolle sie keine Luftschlösser, „nur das, was machbar ist“. 

Die Gratulanten stehen Schlange - mit 98,4 Prozent haben die Delegierten Hebendanz gewählt.
Die Gratulanten stehen Schlange - mit 98,4 Prozent haben die Delegierten Hebendanz gewählt. // Foto: Stephan Großmann

Vorstand der Stadtversammlung hat Hebendanz schon früher vorgeschlagen

Eigentlich wollten die Christsozialen bis zu dieser Stadtversammlung am 30. April Stillschweigen bewahren, was die OB-Kandidatur betrifft. Vor gut zwei Wochen platzte die Bombe dann doch frühzeitig, der CSU-Vorstand selbst ist es, der mit der Nachricht an die Öffentlichkeit geht. In einer Pressemeldung kündigen sie an, Hebendanz als „engagierte, erfahrene und bürgernahe Persönlichkeit“ ins Rennen um das Oberbürgermeisterinnenamt zu entsenden.

Die offizielle Nominierung auf der Stadtversammlung galt gleich als reine Formsache, was sich an diesem Aprilmittwoch bewahrheiten sollte. 98,4 Prozent, ein Statement.

Martina Hebendanz schon lange als Kommunalpolitikerin aktiv

Für Martina Hebendanz, die bereits seit elf Jahren als Forchheimer Stadträtin aktiv ist, wird der OB-Wahlkampf trotz guter politischer Erfahrung ein neuer Meilenstein in ihrer Polit-Karriere. 2011 ist sie der CSU beigetreten, seit 2014 wird sie in den Stadtrat gewählt, seither fungiert sie unter anderem als stellvertretende Sprecherin im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss, ist Mitglied im Bauausschuss sowie in den Projektteams Königsbad und Wässerwiesen.

Seit 2019 ist die 48-Jährige Ortsvorsitzende im CSU-Kreisverband Kersbach und seit 2020 Kreisrätin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion. Seit 2013 ist sie stellvertretende Kreisvorsitzende der CSU und der Frauenunion.

Auch privat tut sich derzeit einiges. Seit Januar hat sie Geschäftsführung der Hebendanz-Brauerei von ihrem Vater Fritz übernommen. Ein Herzensthema für die am 17. Oktober 1976 in Forchheim geborene Brauerin und Mälzerin. Seit 2004 ist sie verheiratet mit Daniel Bayer-Hebendanz und hat zwei Kinder: Katharina, 20 Jahre, und Maximilian, 17 Jahre.

Die Familie ist mehr als stolz: Sohn Maximilian, Ehemann Daniel und Tochter Katharina
Die Familie ist mehr als stolz: Sohn Maximilian, Ehemann Daniel und Tochter Katharina // Foto: Stephan Großmann

OB-Wahl Forchheim 2026: Spannend wie nie

Der Wahlkampf verspricht spannend zu werden; neben Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD) hat auch Tino Reichardt von der FDP schon seinen Hut in den Ring geworfen. Fragezeichen gibt es noch bei den Freien Wählern und den Grünen. Deren damalige Kandidatin und jetzige Kulturbürgermeisterin Anette Prechtel (FGL) bestätigt auf Anfrage, dass sich ihre Partei auf der Mitgliederversammlung am 10. Mai festlegen wolle. Auch die Freien Wähler wollen wohl im Mai Klarheit schaffen. Ob und wen die AfD nominieren wird, lässt sie bislang offen.

Zu tun gibt es in Forchheim genug; und das unter denkbar schlechten Vorzeichen. So wird das aktuelle Haushaltsdefizit inklusive Ausgaben- und Besetzungssperre die Stadtpolitik auch in den kommenden Jahren dominieren. Nicht wenige meinen, sogar lähmen. Sollten sich die Forchheimer für einen Politikwechsel im Rathaus entscheiden, wird Martina Hebendanz zeigen müssen, dass sie nicht nur respektabel im Stadtrat mitarbeiten kann. Sondern auch eine gigantische Behörde durch unsichere Zeiten lenken.

Gewählt wird am 8. März 2026, und zwar nicht nur Bürgermeisterposten, sondern auch Gemeinde- und Kreisgremien. Besonders pikant: Forchheim wird nach der Ankündigung Hermann Ulms, nicht wieder anzutreten, auf jeden Fall einen neuen Landrat bekommen. Oder eine Landrätin. Doch bislang schweigen sich alle Parteien über mögliche Kandidaturen aus.

  

  

Inhalt teilen
  • kopiert!