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Tierschützer gegen Krippe
Peta fordert: Keine lebenden Tiere auf Weihnachtsmarkt
Die Krippe im Pfalzgraben - noch ohne Tiere.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Krippe im Pfalzgraben - noch ohne Tiere. // Andreas Wolfger
Forchheim – Am 1. Dezember eröffnet der Forchheimer Weihnachtsmarkt. Die lebende Krippe mit Esel und Schafen hat da Tradition. Die Tierschützer von Peta gehen jetzt dagegen vor. Doch was sagt OB Kirschstein dazu?

Die lebende Krippe auf dem Forchheimer Weihnachtsmarkt gehört für viele einfach dazu. Doch wie geht es eigentlich den Tieren damit? 

Nicht gut, findet zumindest die Tierschutzorganisation Peta. Für die sensiblen Tiere sei die Zurschaustellung inmitten von Besuchermengen alles andere als besinnlich, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation. Zudem werde auch erstmals Ponyreiten angeboten. Für die Fluchttiere bedeute das enormen Stress. Peta hat daher in einem persönlichen Schreiben an Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) appelliert, Tiere künftig nicht mehr auf dem Forchheimer Weihnachtsmarkt zuzulassen.

„Dass Tiere als lebendige Kulisse oder für eine kurze Bespaßung von Kindern ausgenutzt werden, ist nicht mit dem Fest der Liebe vereinbar“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Gibt es in der Weihnachtszeit nicht schon genug Tierleid? Wir bitten Oberbürgermeister Kirschstein, den Tieren künftig Stress und mögliche Gefahren zu ersparen und sich stattdessen für einen tierfreundlichen Weihnachtsmarkt einzusetzen.“

Peta: Zurschaustellung auf dem Weihnachtsmarkt ist tierschutzwidrig

Die Tierschützer sehen hier gar einen Gesetzesverstoß. Laut Tierschutzgesetz müssten Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und versorgt werden. Auf einem Weihnachtsmarkt mitten in der Stadt sei dies nicht möglich. Für die vermeintliche Attraktion würden die sensiblen Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen.

Der ungewohnte Trubel durch Besuchermassen und der damit verbundene Lärmpegel sowie die verschiedenen Lichter setzen, so Peta, die Tiere unter enormen Stress - insbesondere Schafe, die zu den Fluchttieren zählen und sich nur bei ausreichender Distanz zu potenziellen Gefahren und innerhalb ihres Herdenverbands sicher fühlten.

Aufgrund des empfindlichen Gehörsinns reichten provisorische Hütten nicht als Rückzugsort aus. Stünden die Tiere dauerhaft auf feuchtem oder schmutzigem Boden, könne dies zu Huf- und Klauenerkrankungen führen.

Was OB Kirschstein zu den Vorwürfen von Peta sagt

Dem Wunsch von Peta, in diesem Jahr auf die lebende Krippe zu verzichten, erteilt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) eine Absage.  Dafür führt er in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, gleich mehrere Gründe an.

Im Jahr 2022 wurde der Forchheimer Weihnachtsmarkt aus rein organisatorischen Gründe ohne lebende Krippe durchgeführt.  „Auf Grund des Ausfalls haben wir zahlreiche Bürgeranfragen erhalten, die sich dies genau eben wünschen“, so der OB Kirschstein. „Es gab keine einzige Meldung, die sich für das Fehlen der lebenden Krippe bedankt hätte.“

Aber er habe auch Verständnis für die Sichtweise der Tierschützer und den Wunsch, die Belange der Tiere schützen zu wollen. Doch im Großen und Ganzen will er die Kritik so nicht für Forchheim gelten lassen.

Auf dem Markt werden laut der Stadt sechs Schafe vor Ort sein. Die Tiere seien aber an einem geeigneten Ort untergebracht. Im Kaiserpfalzgraben seien sie von dem Treiben auf dem Markt gut geschützt:  „Die baulichen Gegebenheiten erlauben es, dass alle Tiere unter eine breite steinerne Bogenbrücke treten können, die als Stall dient, vor der Witterung schützt und für das Publikum nicht zugänglich ist“, so der Oberbürgermeister. Ein hohes Gatter im vorderen Bereich trenne die Tiere zudem vor dem Publikum ab. Dort werde auch mit Schildern ausdrücklich auf das Fütterungsverbot hingewiesen.

„Die Tiere sind bei uns an diesem nicht hochfrequentierten Platz untergebracht, sie werden abseits gehalten und sind nur durch einen separaten Zugang erreichbar, der nachts abgesperrt wird“, betont Kirschstein.

Zusätzlich werden freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr zwei Ponys mit ihrer Besitzerin auf dem Weihnachtsmarkt sein. Sie stammen laut der Stadt von einem zertifizierten Reiterhof und werden nur von Hand im Pfalzgraben geführt. Die Kinder lernen das Pony erst in Ruhe kennen und dürfen dann das Reiten auf einem Tier erproben, alles unter Aufsicht der Besitzerin. Abends kommen die Tiere wieder mit nach Hause.

Insgesamt sei der Forchheimer Weihnachtsmarkt eine eher ruhige Veranstaltung, die von einer familiären Atmosphäre geprägt ist.

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