Bleibt das historische Gasthaus „Zum Bayerischen“ im städtischen Besitz oder nicht? Mit dieser Frage plagt sich die Ebermannstadter Verwaltung eigentlich schon fast so lange, wie sie das Gebäude besitzt. 2014 übernahm die Stadt das heruntergekommene Gasthaus samt Bettenhaus im Rahmen einer Zwangsversteigerung, um es für eine mögliche Nutzung als städtische Anlaufstelle zu nutzen. Umsetzen ließen sich Pläne für das Gebäude aber nie. Zwar wurden Teile des Grundstücks über die Jahre dank Abrissarbeiten freigemacht und entsprechend neu genutzt, doch das denkmalgeschützte Haupthaus der Gastwirtschaft blieb die vergangenen zehn Jahre über leer.
Im vergangenen Jahr merkte die Verwaltung erneut, dass das Gebäude auch in der näheren Zeit keinen Nutzen durch die Stadt finden wird. Somit beschloss der Ebermannstadter Stadtrat Ende September 2024 zumindest die Prüfung eines möglichen Verkaufs im Rahmen einer Machbarkeitsstudie. Jetzt, rund vier Monate später, stehen die Ergebnisse und somit auch die Zukunft des historischen Wirtshauses zumindest in Teilen fest.
Gasthaus „Zum Bayerischen“: Verkaufsversuch gestoppt
Die positive Nachricht für sicherlich viele Ebermannstadter voran: Die Stadt wird von einem Verkauf des historischen Gebäudes zumindest vorerst absehen. „Besonders bei der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde noch mal klar, wie wichtig diese städtische Mitte für die Bürger ist“, erklärte Bürgermeisterin Christiane Meyer bereits vor der Behandlung des Tagespunktes im Stadtrat. Entsprechend soll möglichst viel des Grundstücks auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Für eine solche Variante hatte sich auch der Breitenbacher Bürgerverein bereits ausgesprochen.
Ebermannstadt plant kleine Grünanlage
Um diesem Ziel entsprechend gerecht zu werden, entschieden sich die Verwaltung und auch der Stadtrat mit einem Ergebnis von 13:4 Stimmen schlussendlich für die letzte der insgesamt sieben ausgearbeiteten Varianten der Machbarkeitsstudie. Damit bliebe der historische und denkmalgeschützte Teil des Gasthauses erhalten, während der neuere Gebäudeanbau weggebrochen werden soll. Auf dem dann leer stehenden Gelände will die Stadt eine kleine Grünanlage als Begegnungsstätte errichten. „Damit schaffen wir eine soziale Mitte zwischen Breitenbach und der Altstadt“, erklärt Referent Ralph Stadter, dessen Architekturbüro „RSP Architekten“ für die Machbarkeitsstudie zuständig ist.
Das eigentliche Gasthaus könne dann zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn die finanzielle Lage der Stadt wieder besser aussieht, saniert werden. Trotzdem sei ein Verkauf der ehemaligen Gastwirtschaft nicht endgültig vom Tisch. „Auch mit einer Nutzung als öffentlichen Raum könnte das Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden“, führt Stadter fort. Ob das auch von Seiten der Stadt gewünscht ist, komme wohl vor allem darauf an, ob eine vernünftige Nutzungsmöglichkeit für das ehemalige Gasthaus gefunden werden kann.
Künftige Nutzung trotzdem in den Sternen
Also auch wenn der Verkauf bis auf Weiteres verschoben ist, passiert am Bayerischen erst einmal nichts weiter. „Wenn wir die Umgebung rund um das Gebäude saniert haben, kommen vielleicht auch neue Ideen für die Weiternutzung“, meint Ebermannstadts Zweiter Bürgermeister Rainer Schmeußer in der Sitzung. Aber auch er hält eine städtische Nutzung, statt eines Verkaufs, am sinnvollsten. Der ehemalige Plan einer Touristeninfo soll dabei aber nicht erneut angegangen werden. „Das haben wir damals schon festgestellt, dass so eine Nutzung die Innenstadt schwächen könnte“, erklärt Bürgermeisterin Meyer.
Günstige Aufwertung für Ebermannstadt
Zwar dürfen die ehemaligen Wirtsräume auch in naher Zukunft keine Sanierung oder Umnutzung genießen, dennoch kommt somit zumindest etwas Bewegung auf das derzeit ungenutzte 575 Quadratmeter große Grundstück. Die Kosten für den Abriss des Anbaus, sowie die Einrichtung der neuen Freifläche betitelt die Verwaltung mit rund 150.000 Euro. 60 oder sogar 80 Prozent davon könnten sogar durch staatliche Förderungen übernommen werden. „Wir können also relativ günstig diese städtische Mitte aufwerten“, erzählt Bürgermeisterin Meyer.














