Viele Themen brannten den Bürgern der ehemaligen Gemeinde Behringsmühle während der ersten Bürgerversammlung mit Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) als frisch gebackenem Landratskandidaten unter den Nägeln. Im Gasthof „Frankenstern“ kamen unter anderem die vielen Graffiti-Sprühereien überall in Behringersmühle zur Sprache.
So ist zum Beispiel das Toilettenhäuschen am Bahnhof mit roter Farbe mit den Schriftzügen „Ultras Nürnberg 1994“ und „1. FCN“ beschmiert worden. Die Dampfbahn Fränkische Schweiz hat bereits Anzeige erstattet. Zimmermann notierte sich weitere Stellen wie beim Forellendenkmal, die verunstaltet worden sind. Falls dafür die Gemeinde zuständig sei, werde Anzeige erstattet. Dieses Problem ist laut Zimmermann landkreisweit zu beobachten.
Viele Fragen
Ferdinand Haselmeier stellte als Erster Fragen: Wie geht es mit dem Bahnhof Behringersmühle weiter? Wird das alte Wasserhäuschen an der Stempfermühlquelle saniert? Und warum nutzt man die Stempfermühlquelle als bedeutendste Karstquelle bei zunehmender Wasserknappheit nicht wieder zur Trinkwasserversorgung? Dass man ein Millionenprojekt wie den Bahnhof nicht auf einmal realisieren könne, sei auch Haselmeier klar. Man könnte aber schon jetzt mit kleinen Schritten beginnen und einige Elemente in das Bahnhofsgebäude einbauen, so sein Vorschlag. Hinsichtlich des im Verfall befindlichen Wasserhäuschens stellt sich Haselmeier eine Infostätte zur früheren Wasserversorgung an dem viel frequentierten Fuß- und Radweg vor.
Laut Zimmermann stünden Sanierungskosten bereits im Finanzplan. Zum Bahnhof sagte er, man sei mit der Planung für das Gesamtprojekt noch nicht fertig. Nach einer gemeinsam durchgeführten Machbarkeitsstudie von Landkreis Forchheim, Gemeinde Gößweinstein und Dampfbahnverein gebe es zwar ein erstes Zwischenergebnis, jedoch hätten weder der Landkreis noch die Gemeinde aktuell die finanziellen Eigenmittel dafür.
Geprüft werde aktuell, ob die Tourismuszentrale von Ebermannstadt in das ehemalige Baywa-Lagerhaus umziehen kann. Hier hat aber auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzusprechen.
Bahnhof ist Dreierprojekt
Norbert Prasch wollte wissen, bis zu welchem Zeitpunkt in der Zukunft das Bahnhofsprojekt verwirklicht wird. Diese Frage konnte Zimmermann noch nicht beantworten, weil momentan Kanal- und Straßensanierungen im Brennpunkt stünden. Und dann wären da ja auch noch das Rathaus und die Kindergärten. Zudem sei die Gemeinde nicht Eigentümer des Bahnhofsareals und könne deshalb nicht einfach selbst tätig werden. „Das ist ein Dreierprojekt, für das viel Geld gebraucht wird“, sagte Zimmermann.
Alexander Wolf meinte, dass kleine Maßnahmen am Bahnhof nichts brächten. Er bezeichnete das ganze Umfeld als „desaströs“. Nach seiner Meinung sollte man wenigstens die Durchfahrtsstraße herrichten, anstatt Parkautomaten aufzustellen. Doch auch diese ist ein Privatweg. Der Gemeinderat Dietmar Winkler (CSU) nahm die Dampfbahn in Schutz. Der Verein habe schon viel gemach, so das Dach des Baywa-Gebäudes saniert und das Bahnhofsgebäude von Schutt befreit. Seit gefühlten zwei Jahren sei aber nichts mehr weiter passiert, so Winkler. Nach Meinung von Haselmeier müsse die politische Gemeinde jedoch Druck ausüben.
„Soll ich die erschlagen?“, fragte daraufhin Zimmermann. Er stehe regelmäßig mit dem Verein in Kontakt, der sich allergrößte Mühe gebe. Zimmermann sei froh, dass es den Dampfbahnverein gibt. Zudem bringe es nichts, über einen Verein zu sprechen, von dem kein Vertreter anwesend sei.
Kritik richtet sich nicht gegen die Dampfbahn
„Ich sehe das komplett anders, wir müssen nach Lösungen suchen“, forderte Prasch. „Diese Kritik geht gegen die Dampfbahn, und das ist mir sehr unangenehm“, gab Zimmermann zurück. Für Haselmeier richte sich die Kritik nicht gegen die Dampfbahn, sondern es gehe um das Umfeld des Bahnhofs. „Mir geht es darum, dass sich der Gast wohlfühlt, denn schließlich erhebt die Gemeinde Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge und der Gößweinsteiner Bürgermeister ist mitverantwortlich für den Tourismus.“ Zimmermann wies aus den genannten Gründen eine Schuld des Bürgermeisters zurück. Es wurden demnach bereits 40.000 Euro investiert.
Zur Stempfermühlquelle erklärte Zimmermann, dass diese wegen des fehlenden Schutzgebiets nicht zur Trinkwasserversorgung genutzt werden dürfe. Denn in einem auszuweisendem Schutzgebiet würde der Hauptort Gößweinstein liegen. Dieser Zug ist daher abgefahren.
Die Wiesent-Gruppe mit ihren fünf Mitgliedsgemeinden sei zudem mit der Kooperation der Ebermannstadter Stadtwerke gut aufgestellt. Überschüssiges Wasser werde bei der Sachsenmühle sogar in die Wiesent abgeleitet. Wie Zimmermann erklärte, beteilige sich der Wasserversorger Wiesent-Gruppe an einem Forschungsprojekt mit der Frage, ob man genug Wasser habe. Selbst an heißesten Tagen habe es keine Wasserknappheit gegeben.












