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Reaktionen auf Wahlergebnis
SPD und Grüne fordern weniger Populismus
Ernüchterung über das Ergebnis bei der Forchheimer SPD.Forchheim & Fränkische Schweiz
Ernüchterung über das Ergebnis bei der Forchheimer SPD. // Katharina Steinhäuser
Forchheim – Wie zufrieden sind die Forchheimer Direktkandidaten mit dem Ergebnis? Welche Lehren ziehen Sie aus der Wahl? Wir haben sie am Wahlabend getroffen.

Bei der Wahlparty der Grünen in der L’Osteria in Forchheim herrscht zunächst gute Stimmung nachdem am Sonntag um 18 Uhr die ersten Prognosen veröffentlicht werden. Diese sehen die Partei bayernweit als zweitstärkste Kraft mit rund 16 Prozent. Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer. Im Laufe des Abends zeigen die Hochrechnungen ein anderes Bild: Die Grünen landen auf Platz vier hinter den Freien Wählern und der AfD.

Das hohe Ergebnis der AfD sei erschreckend, erklärte Martin Distler, Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen. „Ich denke, es liegt an allen demokratischen Parteien, sich zu überlegen, wie der Umgang mit der AfD zu gestalten ist“, sagte Distler. Den Parteien aus dem „sogenannten konservativen Lager“ würde es aus seiner Sicht gut tun, sich weniger populistischen Tendenzen hinzugeben, wie das beispielsweise Hubert Aiwanger (FW) getan habe. Stattdessen solle der Fokus mehr auf sachlicher Politik liegen.

Martin DistlerForchheim & Fränkische Schweiz
Martin Distler bei der Wahlparty der Grünen in Forchheim // Katharina Steinhäuser

Mit seinem persönlichen Ergebnis ist Distler hingegen zufrieden: „Mit den aktuellen zwölf Prozent kann ich sehr gut leben. Vor ein paar Wochen hatten wir noch 9,5 in einer Stimmenumfrage.“

SPD enttäuscht vom Ergebnis

Im Currywoschd-Haus schräg gegenüber verbringt Richard Schmidt von der SPD den Wahlabend. Der Direktkandidat zeigt sich enttäuscht hinsichtlich der Hochrechnungen: „Ich denke, das Ergebnis ist ernüchternd. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Das Ziel war klar: Das Ergebnis der letzten Wahl zu übertreffen. Das haben wir nicht erreicht“.

Trotzdem dürfe man jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. „Wir müssen dranbleiben und vor allem die Leute zurückholen, die an den rechten Rand abgewandert sind“, sagt Schmidt: „Wir haben insgesamt einen sehr polarisierten Wahlkampf erlebt. Ich hätte mir von einzelnen Akteuren gewünscht, da ein bisschen sachlicher aufzutreten und nicht zu sehr die Populismus-Schiene zu fahren.“Das starke Ergebnis der AfD müsse ein Warnsignal sein und eine Aufforderung, gegen rechts aktiv zu werden.

Aktiv gegen rechts werden

Politische Bildung müsse gestärkt werden, um klar zu machen, warum es niemandem etwas bringe, eine rechtsradikale Partei mit teilweise faschistischen Tendenzen zu wählen. „Nicht nur in der Bildungsarbeit, sondern auch auf der Straße, in jedem Gespräch, an jedem Stammtisch müssen wir gegenhalten“, so Schmidt. Dazu brauche es nicht nur die Parteimitglieder, sondern jeden Menschen, der vernünftig denke.

Dass der Wahlabend nicht ganz wie erhofft gelaufen sei, räumte auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ein. Er war bei der Wahlparty der SPD vor Ort. Dennoch lobte er Schmidts Engagement im Wahlkampf. „Ich glaube, wir haben als SPD trotzdem die richtigen Themen gehabt“, so Kirschstein. Das habe sich in Gesprächen mit Bürgern immer wieder gezeigt. Leider habe das Stimmergebnis das nicht widergespiegelt. Für die Zeit nach der Wahl wünsche er sich, dass die demokratischen Parteien wieder mehr zusammenarbeiten und miteinander reden würden.

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