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Klimapolitik in Forchheim
Forchheim: Menschenkette demonstriert für bessere Politik
Signet des Fränkischen Tags von Josef Hofbauer
Forchheim – Am 3. Oktober gingen Schätzungen zufolge 250 Menschen in Forchheim auf die Straße. Sie nahmen an der bundesweiten Aktion „Es brennt“ teil. Das erhofft sich die Menschenkette von der Politik.
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„Wir wollen, dass unsere Lebensgrundlagen geschützt werden. Für uns heute, für unsere Kinder, unsere Enkel und unsere Urenkel“, fasst Katrin Weber das Ziel der Aktion „Es brennt“ zusammen. Hitzerekorde, Flächenbrände, Wasserkrisen seien Alarmzeichen. Deshalb hat sich die überparteiliche und überkonfessionelle Demo in Forchheim mit organisiert.

Menschenkette FOForchheim & Fränkische Schweiz
Um 12.10 Uhr hieß es am 3. Oktober: Hoch mit den Wünschen an die Politik. Im Rahmen der Aktion „Es brennt“ demonstrierten etwa 250 Menschen in der Forchheimer Innenstadt. // Josef Hofbauer

Ins Leben gerufen haben die bundesweite Aktion der in Überlingen lebende Pfarrer Karl Mehl und seine Frau, Dr. Maiken Winter. Beiden liegt der Umwelt- und Klimaschutz sehr am Herzen, und beide verbindet die Liebe zur Schöpfung. Deshalb wollten sie mit ihrer Aktion, der sich Menschen in mehr als hundert Städten in ganz Deutschland angeschlossen haben, die Politiker daran erinnern, dass der Klimaschutz in der Verfassung der Bundesrepublik verankert ist.

Menschenkette von Karlsruhe bis Berlin

Eine Menschenkette vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zur Bundesregierung in Berlin sollte die Mitglieder des Deutschen Bundestages am Tag der deutschen Einheit wachrütteln. „Das Klima müssen wir nicht retten“, erklärt der in Ebermannstadt lebende Christian König, Wetterexperte und Fachmann für Klima- und Umweltfragen. Dem Klima seien die Menschen egal. Es gehe vielmehr darum, die Lebensgrundlagen für die künftigen Generationen zu erhalten.

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Stefan König, Klima-, Umwelt- und Wetterexperte, sprach bei der Menschenkette für die Aktion „Es brennt“ in der Forchheimer Innenstadt über Klimapolitik. // Josef Hofbauer

Verändert werden müsse das Menschenbild, die Art und Weise wie wir leben (wollen), so König. Der Meteorologe erinnert daran, dass sich alle Umwelteinflüsse auf die Zelleigenschaften und den Aktivitätszustand von Genen auswirkten. Selbst von der Luft, die Jesus Christus vor über 2000 Jahren ausgeatmet habe oder von der Luft die Dinosaurier ein- und ausgeatmet hätten seinen heute noch Moleküle in unserer Atmosphäre. „Alles was wir tun, hinterlässt Spuren“, betonte der „Wetterfrosch“ von „Radio Bamberg“.

Auch die Menschen in Forchheim machen sich Sorgen

Die bundesweite Demonstration, so Katrin Weber, mache deutlich, dass sich die Menschen Sorgen machten, dass sie nicht länger zuschauen wollten, wie die Lebensgrundlagen zerstört würden. Und das über politische und konfessionelle Grenzen hinweg. So sind in Forchheim Mitglieder des Bund Naturschutz ebenso vertreten wie „Omas und Opas gegen rechts“, Sympathisanten von „Fridays for Future“, Klimaschützer, Kirchenvertreter, Gewerkschaften und Aktivisten von Friedensbewegungen.

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Alle Altersgruppen nahmen an der Menschenkette in der Forchheimer Innenstadt für die Aktion „Es brennt“ teil. // Josef Hofbauer

Die Anzahl der Teilnehmer, die schweigend eine Menschenkette vom Paradeplatz bis zum Rathausplatz bilden sollte, schätzen Veranstalter und Polizei unterschiedlich ein. Während die Ordnungshüter offiziell vor Ort „um die 200 Demonstranten“ melden, sprechen die Veranstalter von mindestens 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Wenn die Menschen auf einer 250 Meter langen Strecke dicht an dicht stehen, dürfen wir von dieser Anzahl von Gleichgesinnten ausgehen“, erklärte Katrin Weber. Sie zeigt sich zufrieden mit der Länge der Menschenkette. Nicht ohne Grund. In Karlsruhe, das zehnmal so viele Einwohner wie Forchheim hat, sind nach Polizeiangaben gerade mal 700 Menschen für die Aktion „Es brennt“ auf die Straße gegangen.

Demonstranten in Forchheim formulieren persönliche Anliegen an die Politik

Die weißen Blätter, welche die Demonstranten exakt um 12.10 Uhr in die Luft hielten, sollten für einen Neuanfang stehen. Wie der aussehen soll, schreiben die Teilnehmer anschließend auf diese Blätter. Sie werden eingesammelt und sollen dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) persönlich übermittelt werden.

Bemerkenswert: Bei allen - teils sehr persönlich formulierten - Anliegen wird die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung überdeutlich. So mahnt Andrea ein günstigeres „Deutschland Ticket“ statt des erneuten Tankrabattes an.

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Katrin Weber (rechts) und weitere Teilnehmende waren in Forchheim engagiert bei der Sache. Sie demonstrierten für die Aktion „Es brennt“. // Josef Hofbauer

Rainer schreibt Kanzler Merz ins Stammbuch: „Geben Sie unseren Kindern und Enkeln eine Zukunft, indem Sie den Klimaschutz ernst nehmen“. Markus mahnt eine intensivere Bürgerbeteiligung an und Gertrud kritisiert „eine Politik für Lobbyisten“. Klaus appelliert an den Bundeskanzler, die Politik müsse aufhören, „die Welt zu verbrennen“. Und Julia erinnert Merz daran, dass Hitze tödlich sei. „Eine Naturkatastrophe in Zeitlupe.“

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