Einen Spielzeuganhänger gefüllt mit Capri-Sonne brachte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) zur Eröffnung und Einweihungsfeier der temporären Kindertageseinrichtung „Haus der kleinen Hände“ mit und traf den Geschmack der Kinder, die dadurch außerdem ein neues Spielzeug durch die offenen Räume der Kita ziehen können.
Dort, wo nun die Container stehen, war vor einem halben Jahr noch eine saftige Wiese mit Baumbestand. In Rekordzeit sei das über eine Million Euro Projekt errichtet worden, und das in aktuellen Zeiten von Lieferengpässen, Preissteigerungen, ausgelasteten Baufirmen, Architektenbüros und vor allem dem Fachkräftemangel gerade im pädagogischen Bereich, betonte Kunzmann.
Erst 2020 hatte Gräfenberg an den bestehenden Kindergarten der Diakonie eine temporäre Einrichtung für weitere 38 Kinder angegliedert. Im Februar 2022 kam der Anruf der Diakonie, dass die Plätze nicht ausreichen. „Wir mussten schnell reagieren“, erinnerte sich Kunzmann.
Im Februar 2023 habe die Bauarbeiten begonnen
Zunächst wurde ein geeignetes Baugrundstück gesucht, für das es damals noch kein Baurecht gab, die Ausschreibungen mussten vorbereitet und das Einverständnis des Landratsamts eingeholt werden. Als alles unter Dach und Fach war, konnte im Februar 2023 mit dem Bau begonnen, die Container aufgestellt werden.
Auch wenn Container im Wort eher an Abfertigung erinnere, so sei davon ein halbes Jahr später in den Containern keine Spur. Die Räume seien offen und hell und würden ein Raumklima schaffen, das auch Erwachsene begeistere.
Die „kleinen Hände“ werden aktuell von 29 Kindern von ein bis sechs Jahren in zwei Gruppen – die Krippengruppe und die Kindergartengruppe – besucht. Platz wäre noch für weitere 26 Kinder. Auf 55 Kinder in drei Gruppen, der Krippe, der Kiga-Gruppe und einer gemischten Gruppe, ist die Einrichtung ausgelegt, die in Nachbarschaft zu den beiden anderen Kitas steht.
Keine Konkurrenz zur Diakonie
Bürgermeister Kunzmann betonte ebenfalls, dass es zur Einrichtung der Diakonie keine Konkurrenz gebe. „Unser aller Ziel ist es, den Kleinsten unserer Gesellschaft eine bestmögliche und altersgerechte Betreuung anzubieten“, sagte Kunzmann.
Den Segen für die Einrichtung spendeten Dekan Reiner Redlingshöfer, Pfarrerin Karin Grimme und deren katholischer Kollege Pfarrer Andreas Hornung, bevor sich die Gäste am Büfett bedienen durften. Die Kinder unterdessen hatten ihre Freude an den Spielen, die von Einrichtungsleiterin Verena Katzenberger und ihren sieben pädagogischen Mitarbeitern, darunter ein männlicher Erzieher, vorbereitet wurden.
Schon wegen des Fachpersonals sei das Haus auch ein Wohlfühlort für die Eltern, um Ratschläge einzuholen. Mehr noch: „Unser ,Haus der kleinen Hände‘ ist ein Ort, an dem die Jüngsten unserer Gesellschaft ihre ersten Schritte in die Welt der Bildung machen und ein Ort, in dem sie lernen, wie man in einer Gemeinschaft lebt, wie man miteinander umgeht und wie man sich auch einmal durchsetzen lernt“, sagte Kunzmann.
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