Seit kurzem ist das erdige Areal kurz vor dem Reuther Sportplatz eingezäunt. Jene Wiese, auf der unter Umständen einmal eine Kita entstehen könnte. Eine vor allem bei einigen Anwohnern höchst umstrittene Kita, wohlgemerkt.
Verwirrung hatten neulich rollende Bagger ausgelöst, erste Verschwörungserzählungen berichteten schnell von einem rechtswidrigen Kitabaubeginn.
Genauso schnell war das Gerücht aber wieder zerstreut. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitgeteilt hatte, lägen die Arbeiten auf dieser landwirtschaftlichen Fläche an der Hutstraße in keinem Zusammenhang mit dem Kita-Bau. Vielmehr solle auf dem Locus Delicti „eine Teilfläche für die Zwischenlagerung von Erdhaushub für das Bauvorhaben zur Erweiterung der Schule in Reuth verwendet werden, da auf dem vorhandenen Schulgrundstück keine geeignete Fläche zur Verfügung“ stehe.
Weiter: Der Erdaushub ab Ende September solle zur Beprobung zwischengelagert werden und werde danach zeitnah wieder entfernt.
Anonymer Schreiber aus Reuth hängt Zettel an Zaun
Mit dieser Erklärung gibt sich mindestens ein unbekannter Verfasser scheinbar nicht zufrieden. Ende vergangener Woche jedenfalls muss er oder sie mittels Klarsichtfolie und Kabelbinder fein säuberlich ein Schild am Bauzaun angebracht haben, auf dem sie ihren Unmut zum Ausdruck brachten.
Da steht sarkastisch geschrieben:
„Hier betreibt die Stadtverwaltung Forchheim – mit oder ohne korrektem Genehmigungsverfahren – einen Lagerplatz für den Umbau der Schule in der Georg-Kaffer-Straße. Der stattfindende Pendelverkehr von Schwer-Lkw und Baumaschinen ermöglicht den Anwohnern, insbesondere Kindern, ihre Überlebensfähigkeit im Straßenverkehr zu trainieren. Außerdem kann damit der Beweis erbracht werden, dass die Straßen im Wohngebiet dem Verkehrsaufkommen einer Kindertagesstätte durchaus gerecht werden.“
Kita Reuth: Erst nach Bebauungsplan und Baugenehmigung
Auf die neuerliche Kritik angesprochen, teilt die Stadt am Montag mit: „Mit dem Bauvorhaben ,Kita Reuth’ wird nach Aufstellen des Bebauungsplanes und dem Vorliegen der entsprechenden Baugenehmigung begonnen.“
Und was den Aushub anbelangt: „Um eine Kontamination mit gegebenenfalls belastetem Aushub zu vermeiden, wurde der Oberboden des Grundstücks abgeschoben.“ Alles abgesprochen mit dem Landratsamt Forchheim.
Bis zur Zwischenablagerung keine weiteren Maßnahmen in Reuth mehr
Für das Zwischenlagern an sich werde demnächst ein Bauantrag gestellt. „Es wird ausdrücklich erklärt, dass keine weiteren Baumaßnahmen zur Errichtung der temporären Lagerfläche vor Erteilung der entsprechenden baulichen Genehmigung durchgeführt werden.“
Das Schild ist am Montag entfernt worden. Ob damit erst einmal Ruhe einkehrt in der Hutstraße? Zumindest Gras wird so schnell keins über die Lagerhalde in spe wachsen. Über eine mögliche Kita erst recht nicht.
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