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Sorge um die Innenstadt
Nach der Wahl: Das wünschen sich Forchheimer von neuer OB
Martina HebendanzMartina Hebendanz neue OB 2026
Martina Hebendanz ist neue Oberbürgermeisterin in Forchheim. So äußern sich Forchheimer in einer Umfrage. // Foto: Andreas Klupp
Signet des Fränkischen Tags von Hannah Ryba, Luana Geus
Forchheim – Martina Hebendanz ist die neue und zugleich erste Oberbürgermeisterin in Forchheim. Was Forchheimer zum Wahlergebnis sagen und was sie sich jetzt von der Oberbürgermeisterin erhoffen.

Nach der OB-Stichwahl steht nun das Ergebnis fest. Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD) wurde nach zehn Jahren im Oberbürgermeisteramt abgewählt. Ab Mai wird dann die Stadt zum ersten Mal von einer Frau angeführt.

Die CSU-Kandidatin Martina Hebendanz gewann die Stichwahl am Sonntag, 22. März 2026, mit 54,9 Prozent der Stimmen. Jetzt ist sie an der Reihe, Forchheim weiterzubringen. Und wie stehen die Forchheimerinnen und Forchheimer jetzt zu den Wahlergebnissen und was wünschen sie sich für die Zukunft?

OB-Wahl: Das wünschen sich die Forchheimer von Hebendanz

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis ist Ute Sturany. „Ich habe mir einen anderen Bürgermeister für Forchheim gewünscht.“ Aber die Mehrheit habe sich nun einmal für jemand anderen entschieden. Der Grund für ihre Unzufriedenheit sind Sorgen um die Meinungsvielfalt im Stadtrat. In diesem sei mit der Bürgermeisterin von der CSU „zu viel Schwarz“ vertreten.

Eine große Herausforderung sei nun, die finanzielle Lage Forchheims aufrechtzuerhalten, aber gleichzeitig auch die Stadt voranzubringen. Wichtig dafür sei der Dialog zwischen den Parteien. Diesen sieht sie durch den großen CSU-Anteil im Stadtrat als gefährdet. Ob ihre Befürchtungen eintreffen, werde sich aber natürlich erst zeigen.

Besonders würden ihr Kinder, Jugendliche, Familien und der Wohnungsbau am Herzen liegen. Diese Themen solle die neue Oberbürgermeisterin anpacken und mehr fördern.

Forchheimer Innenstadt muss mehr gefördert werden

Auch für Jens Middendorf sei die Wahl ein „schwieriges Thema“. Er habe Bedenken, dass Wahlversprechen während des Wahlkampfes in Zukunft nicht umgesetzt werden. Besondere Sorgen bereite ihm eine mögliche „Vetternwirtschaft in der Stadt“, durch die nur wenige Teile der Bevölkerung profitieren würden und die Innenstadt leiden müsse. 

Denn er wünscht sich, dass diese wieder mehr belebt wird und Läden in der Innenstadt zentriert werden. Dies solle vermeiden, dass kleine Geschäfte unter großen Kaufhäusern leiden müssen, wie es beispielsweise in Erlangen sei.

Die Bedeutung des Handels nimmt in Innenstädten ab, auch in Forchheim.  Darauf müssen sich die Citys einstellen.
Forchheimer wünschen sich eine lebendigere Innenstadt. // Stephan Großmann

Als Zweiten Bürgermeister wünsche er sich deshalb jemanden, der die Interessen der Geschäfte in der Innenstadt vertrete und dem Schuldenberg etwas entgegenwirke. Eine konkrete Person für dieses Amt habe er nicht im Kopf. Wer Stellvertreter der neuen OB wird, zeigt sich vermutlich erst Mitte Mai.

Neue Forchheimer OB Hebendanz „super sympathisch“

Sehr zufrieden mit den OB-Wahlergebnissen ist Sabrina Berlip. „Ich finde es gut, wäre aber mit Uwe Kirschstein auch zufrieden gewesen.“ Auch dass es zum ersten Mal eine Frau ist, findet sie sehr toll, noch dazu sei Martina Hebendanz „super sympathisch“.

Da würden ihr auch viele Kunden bei ihrer Arbeit im Laden zustimmen. Wenn im Laden über die neue OB gesprochen werde, würden die meisten Kunden positive Worte finden.

Von der neuen OB wünsche sie sich, dass mehr Parkplätze in der Innenstadt geschaffen werden. Für die Kunden, aber auch für alle Händler. Zurzeit sei das nämlich ein großes Problem. Die Innenstadt sollte generell auch mehr gefördert werden, sagt sie. Zum Beispiel fehle dort ein Nahversorger. „Oder das alte Kino könnte wiederbelebt werden.“ Dieses sei im aktuellen Zustand „ein richtiger Schandfleck“ in der Innenstadt.

Neue Forchheimer OB muss sich erst beweisen

Eine ältere Dame, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, meint: Die neue Oberbürgermeisterin müsse sich nun erst einmal „ein Jahr bewähren“ und dann könne man darüber reden, ob sie mit dem Wahlergebnis zufrieden sei.

Sie habe daher keine konkreten Wünsche an die neue Oberbürgermeisterin. Ihr derzeit einziges Anliegen sind die Ersatzhaltestellen in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Diese seien in einem sehr schlechten Zustand, sogar das Glas der Fahrplantafel sei eingeschmissen. Auch eine Bank wäre dort sinnvoll, zurzeit sei das Warten auf den Bus „für ältere Leute blöd“.

In Forchheim herrscht „tote Hose“

Florian Henglein ist einer der 43,7 Prozent der Wahlberechtigten, die in der OB-Stichwahl gar nicht gewählt haben. Er habe keine Zeit dafür gehabt, sich über die Kandidaten zu informieren, und interessiere sich auch nicht dafür.

Für die Stadt wünscht er sich aber, dass die Leerstände wieder gefüllt werden und mehr für die Jugend getan wird. Derzeit herrsche in der Stadt nämlich „tote Hose“ für die Jugend.

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