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Neuer Standort beschlossen
Kampfabstimmung um neues Rathaus in Gößweinstein
Das Rathaus in Gößweinstein in der Burgstraße soll saniert und erweitert werden.
Das Rathaus in Gößweinstein in der Burgstraße soll saniert und erweitert werden. // Barbara Herbst, Archiv
Gößweinstein – Nach kontroverser Debatte im Gemeinderat Gößweinstein kommt es zur Kampfabstimmung in Sachen Rathaus. Ein Standortkonflikt bringt alte und neue Ideen ins Spiel.

Wo soll denn nun das neue Rathaus hinkommen? In der Gößweinsteiner Marktgemeinderatssitzung in Morschreuth kam es nach einer kontroversen Debatte zu einer Kampfabstimmung, die mit 8:6 Stimmen für den bisherigen Standort in der Burgstraße ausging. Dort soll nun das bisherige Rathaus saniert und ein Anbau in Richtung „Haus des Gastes“ entstehen.

Rathaus Gößweinstein: neuer Standort beschlossen

Mithilfe eines Vergabeverfahrens soll ein geeigneter Architekt dafür gefunden werden. Wie Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW/BMG) ausführte, sei die ursprüngliche Wunschplanung, die auch von den Mitarbeitern des Rathauses mit erarbeitet wurde, nicht möglich, weil auch die zwei rückwärtigen Nebengebäude und der Eingangsvorbau, die abgerissen werden sollten, in die Denkmalliste aufgenommen wurden.

Konrad Schrüfer (FW/BMG) bedauerte, „dass die beste und liebste Alternative Pfarrhaus wunderbar für den Ort gewesen wäre. Zu dem alten Gerümpel wollen wir ein Rathaus hinbauen?“. Er sprach sich für einen Neubau am Multifunktionsplatz am Friedhof aus. „Das kann ich nur unterstützen“, sagte darauf Dritter Bürgermeister Manfred Hänchen (CSU/JUF). Denn in der Burgstraße werde das ein „Gemurks, was nichts gleichschaut“.

Container während Sanierung Rathaus Gößweinstein

Parkplätze gebe es dann nur noch für Rathausbeschäftigte. Zusätzliche Kosten würden Container während der Sanierungsarbeiten verursachen. „Ich plädiere für Neubau, Sanierung ist der falsche Weg“, meinte Hänchen. Auch Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) bedauerte, dass die Pfarrhauslösung nach zwei Bürgerentscheiden leider nicht mehr möglich sei. Einzige Möglichkeit sei nun, zum „Haus des Gastes“ anzubauen.

Problem seien dort die beengten Verhältnisse während der Bauarbeiten und die Stellplatzfrage. Container brauche man allerdings nicht, da man als Interimslösung ja das Pfarrhaus habe, in das die Verwaltung während der Bauarbeiten umziehen könne. Auch für einen Neubau gebe es bereits Widerstände in der Bevölkerung, sagte Bauernschmidt. Er sei deshalb für den alten Standort. „Für mich ist das eine schwere Entscheidung, denn meinen Favoriten habe ich beiseitegelegt und gut verpackt“, bekundete Carolin Keller (FW/BMG).

Plan für neues Rathaus in Gößweinstein

Zudem habe man mit den ganzen Planungen – aus denen nichts geworden ist – schon viel Geld in den Sand gesetzt. „Ich bin für Neubau“, so Keller. Tanja Rost (CSU/JUF) war hingegen dafür, eine neue Planung für den alten Standort zu prüfen. Für Zimmermann ist der Platz am alten Standort ausreichend. Er stimmte dann auch für Sanierung und den Anbau.

Für seinen Fraktionskollegen Marco Brendel ist jedoch die einzige Option, die bleibt, ein Neubau. „Leider wurde das Thema Pfarrhaus verschenkt, das Thema nun da hinten anzugehen, ist nicht stimmig“, meinte Brendel. Georg Lang (CSU/JUF) war hingegen für den alten Standort. Die Sanierung sei eine gute Lösung, die auch mit dem Denkmalamt abgestimmt werden könne. Zudem sollten die Fördervoraussetzungen vom Pfarrhaus auch auf das alte Rathaus übertragen werden können.

Denkmalschutz: 20.000 Euro Zuschuss für Gößweinstein

„Denn Denkmal ist Denkmal“, meinte Gemeinderat Georg Lang. Dem entgegnete Zimmermann, dass es für den denkmalpflegerischen Mehraufwand für das Pfarrhaus nur 20.000 Euro Zuschuss gegeben hätte. „Mein Favorit ist außen vor“, bedauerte auch SPD-Chefin Kerstin Hölzel das Scheitern des Pfarrhausplans. Keine der beiden übrig gebliebenen Alternativen habe sie überzeugt. Der Standort am Friedhof strahlt für sie jedoch keinen „Charme“ aus.

„Ich habe mich daher für den alten Standort entschieden“, so Hölzel. Ihr Parteikollege Andreas Brendel war ebenfalls für Sanieren und Anbau, weil dieses Grundstück der Gemeinde gehört. Reinhold Hutzler (FW/BMG) bedauerte ebenfalls, dass aus dem Pfarrhausplan nichts geworden ist. Für ihn bleibe nur noch die Möglichkeit „Sanieren und Anbau“. „Ich stelle mir die Frage, in welcher Phase der Planung wir dann wieder abbrechen“, kommentierte Frank Krasser (CSU/JUF); dann nämlich, wenn es zu teuer werde.

Gößweinstein: Grundstück am Friedhof gehört der Kirche

Krasser stimmte dennoch für den alten Standort, weil man ansonsten dort einen Leerstand hätte. Bedauernd äußerte sich FW-BMG-Chefin Daniela Drummer, dass aus dem Pfarrhaus nichts geworden ist. Viele aus der Bevölkerung würden sie darauf ansprechen. „Wir hätten es uns leisten wollen müssen. Nun habe ich das Gefühl, man entscheidet sich zwischen Pest und Cholera.“

Sie stimmte dann für einen Neubau am Friedhof und somit gegen den Bürgermeister. Marco Brendel sah für den alten Standort kein „Kosten-Nutzen-Verhältnis“: „Das da hinten ist ein Loch, das uns richtig viel Geld kosten wird.“ Georg Lang wandte zum diskutierten Standort am Friedhof noch ein, dass das Grundstück dort auch der Kirche gehöre und vertraglich gar nicht klar sei, ob man dort ein neues Rathaus überhaupt bauen dürfe.

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