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Gerüchteküche brodelt
Bekommt Gößweinstein eine neue Arztpraxis?
Kommt ins ehemalige „Fleischmannshaus“ in der Badangerstraße tatsächlich eine neue Hausarztpraxis rein?Forchheim & Fränkische Schweiz
Kommt ins ehemalige „Fleischmannshaus“ in der Badangerstraße tatsächlich eine neue Hausarztpraxis rein? // Thomas Weichert
Gößweinstein – Gößweinstein hat bereits zwei Hausarztpraxen. Ein Bauantrag lässt nun aufhorchen: Eine Ärztin hat ein Anwesen erworben, das Vorhaben sei „top secret“. Wie sie sich zu den Gerüchten äußert.

Ein Bauantrag auf Abbruch eines Wintergartens und Errichtung einer Arztpraxis mit Aufstockung einer Garage in Gößweinstein hat im Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderats Gößweinstein aufhorchen lassen und einhellig Zustimmung gefunden.

Ärzte Gößweinstein: neue Praxis öffnet

Rein vom Baurecht her betrachtet ist gegen das Bauvorhaben seitens der Gemeinde, auch wenn einige Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Stempferhof-Büchenstock-Steinacker“ dafür erteilt werden müssen, nichts einzuwenden. Die Frage ist allerdings, ob tatsächlich ein neuer Arzt nach Gößweinstein kommt und wer dieser ist.

Euphorie in Gößweinstein ist groß

Denn die Euphorie im Gremium war groß, dass ein neuer Arzt kommt, obwohl ja Gößweinstein mit Franz Macht und Petra Campell schon zwei Hausarztpraxen hat. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW/BMG) erklärte, dass zu einer guten Infrastruktur auch ein Arzt dazugehöre.

Die „neue“ Ärztin, die das ehemalige „Fleischmannshaus“ in der Badangerstraße erworben hat, ist in Gößweinstein keine Unbekannte: Es handelt sich dabei um Gabriele Brütting, die seit vielen Jahren eine internistische Hausarztpraxis im Senivita-Senorenheim St. Elisabeth in Pottenstein betreibt und zuvor als Ärztin in der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt tätig war.

Brütting bestätigt ihren Bauantrag, allerdings gehe es erst einmal darum, den Wintergarten abzureißen und weitere Umbauten an ihrem erworbenem Objekt vorzunehmen. Brütting ist Gößweinsteinerin und war auch schon einmal Marktgemeinderätin für die Liste Jugend und Frauen (JUF).

Ob dann dort tatsächlich eine neue Arztpraxis hineinkomme, sei noch „top secret“, sagt Brütting. Das Vorhaben bestehe zwar, sei aber von mehreren Faktoren abhängig, die erst noch geklärt werden müssten.

Kassenärztliche Vereinigung redet mit

Vor allem ist Brütting noch in der Verhandlung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und weiteren Verbänden. Es sei noch in der Prüfung, ob es überhaupt möglich sei, eine weitere Hausarztpraxis neben den bereits zwei bestehenden in Gößweinstein eröffnen zu dürfen.

Denn die Verteilung von Kassenplätzen und die flächendeckende Gesundheitsversorgung – vor allem durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte – ist eine Angelegenheit der Kassenärztlichen Vereinigung. Da gebe es eine bestimmte „Budgetierung“, wie viele Hausarztpraxen es an einem Ort geben dürfe, bestätigt Brütting.

Allerdings gehe das nicht nur nach der Größe einer Gemeinde und deren Einwohnerzahl, sondern nach größeren Gebieten, die in „Planungsbezirke“ unterteilt seien. Es sei daher unerheblich, ob ein Hausarzt in Gößweinstein oder Pottenstein seinen Sitz habe.

Keine arbeitsmedizinische Praxis

Dem Gerücht, das in ihrer Nachbarschaft in Gößweinstein umgeht, dass es sich lediglich um eine arbeitsmedizinische Arztpraxis in Verbindung mit ihrer Eigenschaft als Vertrauensärztin handele, was nicht zu verwechseln mit einer Hausarztpraxis sei, und dass in dieser Arztpraxis überwiegend Gutachten erstellt werden sollen, erteilt Brütting eine Absage. „Rufen Sie mich in sechs bis acht Wochen noch einmal an“, sagt Brütting am Telefon. Denn dann wisse sie mehr.

Ob sie denn zusätzlich in Pottenstein bleiben werde, wenn es mit ihrer Arztpraxis in Gößweinstein klappe? Dies wäre laut Brütting zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.

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