Die Tagesordnungspunkte der Gemeinde Wiesenthau für die jüngste Gemeinderatssitzung enthielten auf den ersten Blick keine Besonderheiten. So wurden auch die ersten Punkte im Eiltempo besprochen und genehmigt.
Herausforderung Schulsanierung in Wiesenthau
Der vorletzte Tagesordnungspunkt brachte dann einen Paukenschlag für die Gemeinderäte. Es handelte sich dabei um die Sanierung der Grundschule Wiesenthau. Die geschätzten Baukosten sind bereits seit Januar 2025 bekannt. Nun berichtete Drummer über die Höhe der voraussichtlichen Förderungen.
„Die Baukosten betragen Stand heute 6,4 Millionen Euro. Es gibt unterschiedliche Schichten, die gefördert werden. Es kommt heraus, dass wir voraussichtlich nach Artikel zehn BayFAG 2,9 Millionen und über die Zuweisung der Ganztagesrichtlinie voraussichtlich rund 380.000 Euro erhalten. Das heißt, für Wiesenthau bleibt ein Rest von rund 3,1 Millionen Euro übrig“, erklärte Drummer.
Es bleibt ein Betrag von rund einer Million Euro
Unklar ist dabei noch eine mögliche zusätzliche Förderung von rund 200.000 Euro. 385.000 Euro wurden bereits für die Vorbereitung der Sanierung ausgegeben. Die Rücklagen der Gemeinde liegen derzeit bei 1,5 Millionen, somit bleibt ein zu finanzierender Betrag von rund einer Million für die Gemeinde übrig. Dieser müsste über einen Kredit gedeckt werden. Die daraus entstehenden Vorfinanzierungskosten sind ebenfalls noch unklar.
Drummer fügte hinzu: „Als ich die Förderung gesehen habe, hat es mich vom Stuhl gerissen, weil ich mit mehr Förderung gerechnet habe. Was noch dazu kommt, sind die Vorfinanzierungskosten, wobei die früheste Auszahlung von Förderungsgeldern erst im Jahre 2027 geschieht.“
Ungewisse Zukunftspläne
In der Folge wurde über einen Abbruch des Projekts oder über eine Verkleinerung diskutiert.
Drummer beendete die Diskussion mit dem Hinweis, dass die Gemeinderäte über Weihnachten darüber nachdenken sollen, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Anfang nächsten Jahres wird dann dieses Thema wieder auf den Tisch kommen. Dies ist wahrlich, so kurz vor Weihnachten, eine bittere Pille für Wiesenthau, den Bürgermeister und die Gemeinderäte.
Weiteres Thema aus Wiesenthau
Den Punkt fünf „ISEK Wiesenthau – Billigung des Abschlussberichtes“ leitete Bürgermeister Drummer folgendermaßen ein: „Wir brauchen, um den Abschlussbericht abzurechnen und einen Förderantrag stellen zu können, die Billigung des Berichts.“
Um was handelt es sich?
Die Bestandsanalyse ist ein wichtiger Baustein des ISEK-Programms (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept). Erstellt wurde der Bericht vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung in Bamberg. Die Auftaktveranstaltung fand bereits im Januar 2023 statt. Im Juni 2025 wurde der Bericht fertiggestellt.
Ein Fahrplan für die Zukunft
Das entstandene Dokument hat einen Umfang von 142 Seiten. Es wurde im intensiven Dialog mit Vertretern der Politik und Verwaltung sowie der Bürgerschaft erstellt. Für die Gemeinde stellt es eine Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung der nächsten zehn bis 15 Jahre dar. Es werden zum Beispiel Maßnahmen für Natur, Klima und Energie oder den öffentlichen Raum definiert.
Für Wiesenthau ist eine Rahmenplanung/Machbarkeitsstudie für den zentralen Dorfbereich vorgesehen. Dazu gehört auch die Neugestaltung des ehemaligen Pfarrheim-Geländes. Weitere Punkte sind die Aufwertung des Dorfweihers und dessen Umfeldes, die Verbesserung des Straßenverkehrs und die Konzeption einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur.
Umgestaltung des Dorfbereichs in Schlaifhausen
Für Schlaifhausen steht die Umgestaltung des Dorfbereichs um das Alte Rathaus und die Umgestaltung des Bereichs „ehemalige Ortsmitte“ auf dem Plan. Die genannten Beispiele sind örtliche Maßnahmen, der Bericht sieht aber auch viele nicht örtliche Maßnahmen, wie zum Beispiel „Förderung von regenerativen Energien, Steigerung des touristischen Images der Gemeinden“ vor. Das Dokument kann auf der Internetseite der Gemeinde Wiesenthau eingesehen werden. Der Bericht wurde einstimmig gebilligt.












