Helfer ächzen
Wohin mit den vielen Hunden?
Die Tierhilfe Franken sucht Menschen, die die Schulstunden und Lernprozesse fortsetzen möchten und den Junghunden aus dem Gnadenhof für Zirkustiere ein sicheres Zuhause bieten.
Die Tierhilfe Franken sucht Menschen, die die Schulstunden und Lernprozesse fortsetzen möchten und den Junghunden aus dem Gnadenhof für Zirkustiere ein sicheres Zuhause bieten.
Foto: Ellen Weiser
F-Signet von Thomas Weichert Fränkischer Tag
Betzenstein – Corona-Rückläufer und steigende Kosten: Eine Lawine an Abgabehunden überrollt die Tierhilfe Franken. Jetzt kamen auch noch Zirkushunde dazu.

Wohin nur mit den vielen Hunden? Diese Frage stellt sich der Verein Tierhilfe Franken, der auch in Betzenstein beheimatet ist, schon seit Wochen. Verzweifelte Hundebesitzer, die gezwungen sind, sich von ihren treuen Weggefährten zu trennen, lassen das Telefon kaum noch stillstehen.

Verschiedene Gründe

Die Abgabegründe können sehr verschieden sein wie zum Beispiel eine Krankheit, der Umzug in ein Pflegeheim oder auch eine private oder finanzielle Notlage bei der aktuellen Teuerungsrate.

Einer von vielen Zugängen ist der neunjährige Mogli, der zusammen mit mehreren Artgenossen aus einer Familie von der Tierhilfe Franken aufgenommen wurde. Der Yorki Bube hat ein liebenswertes, sanftes Wesen, läuft schön an der Leine und braucht fürsorgliche Menschen, die ihm viele Schmuseeinheiten schenken. Er wurde bei einer Pflegefamilie untergebracht und wartet nun auf ein endgültiges Zuhause.

Täglich kommen Anfragen

„Aber täglich, wirklich täglich gibt es neue Anfragen von Menschen, welche sich von ihrem Hausgefährten trennen müssen, da die Lebenshaltungskosten nicht mehr zu stemmen sind und ein teurer Tierarztbesuch nicht bezahlt werden kann“, sagt Mitarbeiterin Ellen Weiser.

Keine Entspannung in Sicht

Erschwerend komme hinzu, dass von einer baldigen Entspannung nicht ausgegangen werden könne, zumal sogenannte Corona-Rückläufer – Vierbeiner, die in Zeiten von Corona unüberlegt angeschafft wurden – zu einer Verschärfung der Lage führen.

Und dann erreichte die Tierhilfe ein Anruf, der als Notsituation deklariert wurde. Ein ganzes Rudel Junghunde im Alter von sechs Monaten und deren Mutter, der Rasse Malinois angehörig, sollten zeitnah abgegeben werden.

So machten sich trotz der Kapazitätsprobleme Mitarbeiter auf den Weg zum Brombachsee in Mittelfranken. Vor Ort staunten sie umso mehr, als sie sahen, dass es sich um einen Gnadenhof für Zirkustiere handelte.

Mutter der Junghunde absichtlich gedeckt

Im Gespräch mit dem Halter stellte sich heraus, dass die Mutter der Junghunde absichtlich im Dezember gedeckt worden war, um mit dem Verkauf der Welpen das Futter und die medizinische Behandlung der zahlreichen anderen Tiere wie Kamele, Lamas, Ziegen, Pferde, Esel etc. zu sichern. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch kläglich.

Aufgrund dieser misslichen Situation erfolgte der erste Schritt, eine umfangreiche tierärztliche Versorgung der Hunde: untersuchen, impfen, chippen im Auftrag der Tierhilfe Franken durch einen Tierarzt.

Kompetente Pflegefamilien gesucht

Jedoch hatten die Junghunde kaum etwas gelernt und keine familiäre Atmosphäre erlebt, zumindest hatten sie Zuwendung und Freilauf auf dem Gelände. Im Vorfeld suchte die Tierhilfe händeringend kompetente Pflegefamilien innerhalb des Vereins und wurde fündig. Momentan werden die Hunde von den Pflegefamilien in das tägliche Leben und das soziale Umfeld eingeführt.

Spendenkonto Tierhilfe Franken

Ein Herzenswunsch des Vereins ist es, allen Anfragen von Hilfesuchenden entsprechen zu können. Deshalb der dringliche Appell des Tierhilfeteams: Wer sich vorstellen kann, einen der Schützlinge für eine gewisse Zeit bei sich zu beherbergen, wird gebeten, die Tierhilfe Franken zu kontaktieren, Telefon 09244/9823166, im Netz unter tierhilfe-franken.de, Spendenkonto IBAN DE60 7605 0101 0005 4970 11.

 

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