0
Nur 20 Exemplare weltweit
Die seltenste Baumart der Welt wächst in der Fränkischen
Die Teilnehmer der Exkursion waren fasziniert von den Mehlbeeren, die an verschiedenen oberfränkischen Standorten wachsen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Teilnehmer der Exkursion waren fasziniert von den Mehlbeeren, die an verschiedenen oberfränkischen Standorten wachsen. // A. Schmitt
Der Fruchttrieb der MehlbeereForchheim & Fränkische Schweiz
Der Fruchttrieb der Mehlbeere // Norbert Meyer
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Leutenbach – Von der Leutenbacher Mehlbeere gibt es weltweit nur 20 Exemplare. Daher steht sie unter Schutz. Eine Unterart der seltenen Pflanze wurde kürzlich im Landkreis Bamberg entdeckt.

Die Hohenesters Mehlbeere wächst mit weniger als weltweit zwanzig Exemplaren nur im Landkreis Forchheim auf einigen Felspartien in der Nähe der Gemeinde Leutenbach. Sie wird deshalb auch gerne Leutenbacher Mehlbeere genannt und gilt nach Angaben des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg als die seltenste Baumart der Welt. Das Gewächs heißt im Fachjargon Sorbus hohenesteri und gehört zum Kernobst aus der Familie der Rosengewächse, ebenso wie etwa Äpfel und Birnen.

Sehr lichtbedürftige Pflanze

Aus einer Pressemitteilung des AELF gehen weitere Informationen zu dieser seltenen Baumart hervor: Eine sensible Forstwirtschaft sowie Waldrand- und Heckenpflege sind die Voraussetzung, dass dieser Naturschatz erhalten bleibt. Die Mehlbeere ist sehr lichtbedürftig, daher ist es wichtig, beschattendes Gehölz behutsam zurückzuschneiden.

Waldbesitzer können mit dem Erhalt dieser seltenen Baumart einen zusätzlichen Beitrag zur Biodiversität in unseren Wäldern leisten, so dass die nachfolgenden Generationen auch noch Mehlbeeren antreffen können.

Diese gibt es auch an anderen Standorten in der Nördlichen Frankenalb etwa in den Landkreisen Lichtenfels und Bamberg. Das AELF Bamberg und die Fachstelle Waldnaturschutz Oberfranken sowie weitere Behörden haben kürzlich zu einem fachlichen Austausch in Oberfranken eingeladen. Die beiden Mehlbeerenspezialisten Norbert Meyer (Büro IVL, Hemhofen) und Dr. Martin Feulner (Universität Bayreuth) stellten neueste Erkenntnisse zu dem Baum vor.

Neuentdeckung bei Roßdorf

Eine Exkursion führte die Teilnehmer zu verschiedenen Standorten von Unterarten der Mehlbeere. Die sogenannte Roßdorfer Mehlbeere war die erste Überraschung. Diese Sippe war kürzlich in der Nähe des Ortes Roßdorf am Forst (Landkreis Bamberg) entdeckt worden und wurde auch gleich danach benannt. Verschiedene Bewirtschaftungs- und Erhaltungsmaßnahmen standen vor Ort zur Diskussion.

In den Privatwäldern rund um Serkendorf (Landkreis Lichtenfels) befindet sich zudem eine weitere Unterart der Mehlbeere. Es ist das größte Vorkommen Oberfrankens. Die Teilnehmer der Exkursion waren sehr beeindruckt von der hohen Anzahl und dem Wuchsverhalten der Bäume. Nach ausgiebigen Gesprächen kam man zu dem Ergebnis, dass ein großer Schatz vor der eigenen Haustüre schlummert, den es zu bewahren gelte.

20 Jahren Zusammenarbeit 

Die höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Oberfranken bemüht sich seit über 20 Jahren in Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren des Naturschutzes und auch der Bayerischen Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten um den Schutz dieser Endemiten. Der Regierungsbezirk Oberfranken hat aufgrund seines reichen Vorkommens weiterer seltener und endemischer Mehlbeeren eine besondere Verantwortung zu deren Erhalt.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!