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Landwirtschaft im Verein
„Solawi“ Ebermannstadt: Gemüse für 90 Haushalte
Alle Generationen helfen mit und arbeiten an der sogenannten Wühlmaus.Forchheim & Fränkische Schweiz
Alle Generationen helfen mit und arbeiten an der sogenannten Wühlmaus. // Carmen Schwind
Signet des Fränkischen Tags von Carmen Schwind
Ebermannstadt – Die „Solidarische Landwirtschaft“ Ebermannstadt lebt vor, wie man nachhaltig und fair Gemüse in der Region produziert. Alle Generationen helfen mit.

„Da müssen die Bäume noch wachsen, damit sie Schatten werfen. Aber die wurden ja auch erst im letzten Jahr gepflanzt“, stellt Pretzfelds Bürgermeister Steffen Lipfert fest und Birgit Rascher fügt hinzu: „Ja, den Schatten werden wir in den nächsten Jahren noch brauchen.“ Sie hatte 2018 gemeinsam mit Birgit Bertelshofer die Idee, in der Fränkischen Schweiz einen Verein „Solawi“ aufzubauen, eine solidarische Landwirtschaft.

Dabei teilen sich mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten im Gegenzug dessen Ernteertrag. „Es wird biologisch gearbeitet, es entsteht weniger Verpackungsmüll und es gibt keinen Überschuss, denn es wird alles verwendet“, zählt die stellvertretende Vorsitzende Stefanie Blumers auf.

Wertschätzung für Lebensmittel

Weiter erklärt sie, dass die Solawi Ebermannstadt nachhaltig und fair produziertes Gemüse in der Region anbaue, um auch eine alternative Form der Landwirtschaft aufzuzeigen. Dabei solle auch das Bewusstsein und die Wertschätzung für gute Lebensmittel vermittelt und vorgelebt werden.

„Wir arbeiten viel ehrenamtlich, haben aber auch drei angestellte Gärtner und eine Bürokraft. Mittlerweile versorgen wir 90 Haushalte mit unseren Produkten“, ergänzt Birgit Rascher, die auch Mitglied im Vorstandsteam ist. „Wir haben jede Altersgruppe vertreten und jeden Beruf. Von der Gartenbauingenieurin und Försterin über den Steuerberater hin zum Grafiker und Techniker“, zählt Rascher auf und verrät, dass im Vorstand drei Generationen vertreten sind.

Familien bei der Kartoffelernte

In diesem Jahr waren die Mitglieder mit Familien zur Kartoffelernte auf das Feld zwischen Pretzfeld und Ebermannstadt geladen worden. „Die Kinder sollen sich frühestmöglich mit dem Thema identifizieren. Für sie gibt es nach der Ernte noch ein Kartoffelfeuer“, erzählt Blumers.

Es ist die erste Ernte auf diesem Feld und die Kinder haben großen Spaß bei der Arbeit. Einige klauben Kartoffeln auf, arbeiten mit dem Rechen, wieder andere fahren auf der „Wühlmaus“ hinter dem Traktor und sortieren die Kartoffeln aus. „Da sucht man die angeschnittenen Kartoffeln raus. Und die kommen dann über ein Förderband in einen Sack, denn solche Kartoffeln kann man nicht lagern, sondern die isst man gleich“, erklärt die neunjährige Mira Eger.

Daniela Skalsky ist zwölf Jahre alt und liebt es, mit dem Traktor zu fahren: „Die Arbeit hier ist schön und man trifft sich mit vielen Kindern. Das ist hier kein Vergleich zur Schule.“ Sie und ihr neunjähriger Bruder Nicolas lieben Kartoffelgratin mit Fleisch. Und Nicolas war auch ganz gespannt auf das spätere Kartoffelfeuer, in dem vorher gesammelte Kartoffeln nach einem ereignisreichen Tag gebraten wurden.

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