Schon die Kindheitserfahrungen lehren uns: ein heimlicher Blick durchs Schlüsselloch entlockt so manche Geheimnisse, was die Zukunft bringen könnte. Durchaus vergleichbar läuft es, wenn man die großräumigen Signale der Wetterströmungen genauer unter die Lupe nimmt – insbesondere im Oktober.
Nicht umsonst besagen zahlreiche althergebrachte Bauern- und Wetterregeln, dass man den Witterungsverlauf dieses Herbstmonats besonders im Auge behalten sollte, um eventuelle Schlüsse auf den bevorstehenden Winter zu ziehen. Zwar ist ein gesamter Monat von immerhin 31 Tagen nie entweder trocken oder nass, sonnig und windstill oder stürmisch und mild. Aber tendenziell macht es durchaus Sinn, den Verlauf der Witterung bewusst zu verfolgen und den Gesamteindruck zum Abschluss im Gedächtnis zu behalten. Da heißt es zum Beispiel: ist der Oktober eher warm und feucht, folgt oft ein milder Winter.
Wetterexperte erklärt: Das sagt das Wetter im Oktober aus
Meteorologisch übersetzt besteht also aus generationsübergreifenden Erfahrungen für unsere Klimazone ein gewisser Zusammenhang zwischen anhaltenden Westwetterlagen, die – im Herbst beginnend – oftmals auch in den Wintermonaten gehäuft auftreten können. Ein trockener und vielleicht zusätzlich sonniger Oktober – was durch die zunehmende Nebelneigung zumindest in den Niederungen in Sachen Sonnenstunden dezimiert wird – lässt aus Erfahrung offensichtlich auf den Fortbestand von eher windschwachen Hochdruckwetterlagen bis in den Winter hinein rückschließen. Und wenn wir ehrlich sind: bislang tendierte der Oktober eher zur zweiten Variante; wobei allerdings das letzte Monatsdrittel noch abgewartet werden muss, in welche Richtung das Strömungspendel im weiteren Verlauf schlagen wird.
Zugleich ergeben allerdings auch aktuelle Satellitendaten über der Nordhalbkugel, dass der so genannte Polarwirbel ganz offensichtlich schwächelt. Um einen bildhaften Vergleich heranzuziehen: man nehme ein beliebtes Spielzeug für Kleinkinder, den so genannten Brummkreisel, drehe in möglichst schnell und beobachte, wie lange und stabil sich das Ganze dreht. Erst wenn es von der Umdrehung immer langsamer wird, beginnt das gesamte System zu schlingern.
Landkreis Forchheim: Polarwirbel bestimmen die Wintermonate
Ganz ähnlich beläuft es sich mit dem Polarwirbel. Solange er sich schnell von West nach Ost gemäß der Corioliskraft unserer Erde dreht, haben wir eine ausgeprägte Westströmung ohne große Ausschläge. Je langsamer er wird, umso mehr geraten allerdings die Windbänder (so genannte Jetstreams) auf und ab ins Schlingern. Es stellen sich meridionale Wetterlagen mit länger anhaltender Nord- oder Südströmung bei uns ein.
Fazit: All dies ist gegenwärtig reine Spekulation, hat aber durchaus Hand und Fuß mit gewissen realistischen Optionen. Es gilt wie immer, abzuwarten, was das tatsächlich stattfindende Wetter am Ende für uns bereithalten wird.













