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Aus der Fränkischen Schweiz
Start der Kirschernte: Warum es ein gutes Jahr werden könnte
Kirschenernte in LeutenbachForchheim & Fränkische Schweiz
Tanja und Franz Galster bei der Kirschenernte in Leutenbach // Foto: Pia Lengenfelder
Signet des Fränkischen Tags von Pia Lengenfelder
Forchheim – Die erste Ernte der saftigen Kirschen hat in Leutenbach begonnen. Warum es in diesem Jahr eine gute Ernte werden könnte und wie sich lokale Anbauer auf dem Markt behaupten.

An den Südhängen bei Leutenbach hat am Freitag die Kirschernte begonnen. Rot und prall hängen die süßen Früchte an den Bäumen von Tanja und Franz Galster. Wenn die Witterung mitspielt, kann dieses Jahr bis Anfang August geerntet werden. Zusammen betreiben die Galsters zwei Höfe in Seidmar und Leutenbach und bauen an beiden Standorten Kirschen auf insgesamt sieben Hektar an. Achtzehn verschiedene Sorten haben sie im Angebot, die dieses Jahr von „bombastisch bis gar nichts“ alles zu bieten haben. „Auf jeden Fall besser als letztes Jahr“, freut sich Franz Galster.

Auch Jonas Maußner, Betriebsleiter vom Obstinformationszentrum in Hiltpoltstein, erwartet eine gute Ernte. Zwei Frostnächte Anfang April haben nur zu geringen Schäden geführt. „Die Fruchtbehänge schauen gut aus. Der Regen der letzten Tage war ganz wichtig, die Bäume konnten sich gut erholen“, sieht er der diesjährigen Ernte positiv entgegen.

Immer weniger Betriebe, die Kirschen anbauen 

Mehr Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass die Zahl der Obstbaubetriebe rückläufig ist. „Man merkt deutlich, dass immer mehr Flächen aus der Produktion wegfallen“, erzählt er. Die Gründe sieht Maußner unter anderem im Generationenwechsel. Über 90 Prozent der Obstbaubetriebe arbeiten im Nebenerwerb. Für die Kirschernte werde meist der Urlaub geopfert, wozu immer weniger jüngere Nebenerwerbslandwirte bereit seien.

Kirschenernte LeutenbachForchheim & Fränkische Schweiz
Ende Mai hat die Kirschenernte in Leutenbach begonnen. // Foto: Pia Lengenfelder

Hinzu komme der Preiskampf – die Konkurrenz aus dem Ausland ist groß. Nur 20 Prozent des Bedarfs an Kirschen in Deutschland wird laut Maußner durch Eigenproduktion gedeckt. Der Rest kommt vor allem aus der Türkei und wird zollfrei eingeführt, was den Preisdruck zusätzlich erhöht.

Kirschen aus der Fränkischen Schweiz: Kurze Transportwege

Hier gilt es laut Maußner „zu schauen, wie wir die regionalen Anbauer besser unterstützen können.“ Denn die fränkische Kirsche punkte vor allem durch kurze Transportwege, hohen Standard und voll ausgereiften Geschmack.

Zum Start der Erntesaison pflücken die Galsters eine alte Sorte aus den 1930er Jahren – die Souvenir de Charmes. Sie zeichnet sich durch eine hohe Trockentoleranz und wenig Wasseranspruch aus, ist außerdem weniger empfindlich und platzt nicht so leicht auf. Unterstützung kommt von der ganzen Familie. Großonkel Franz Galster und seine Frau Marianne helfen gerne bei der Kirschenernte. „Die Auszeit nehmen wir uns, es macht einfach Spaß. Die frische Luft ist so toll und zwischendurch genießen wir die Aussicht“, freut sich Franz Galster über seinen Einsatz als Erntehelfer.

Kirschenernte LeutenbachForchheim & Fränkische Schweiz
Franz Galster hilft bei der Kirschenernte. // Foto: Pia Lengenfelder

Um ohne Leiter ernten zu können, haben die Galsters ihre Bäume im Spindelwuchs erzogen – das spart Zeit und verhindert Unfälle. Aus Überzeugung werden bei den Galsters nur jung angepflanzte Bäume in den ersten beiden Jahren gewässert. Ältere Bäume kommen ohne Bewässerung und das Abdecken durch Folie aus. „Das ist auch eine Geschmackssache. Wenn ich eine Folie drüberspann und die Sonne fast abfange, ist es unter der Folie ein Brühhaus. Und durch die Bewässerung ist unten Wasser ohne Ende. Dann blähe ich die Frucht mit Wasser auf. Dann hab ich nicht mehr dieses Geschmackserlebnis“, erläutert Franz Galster die Entscheidung.

Kirschen aus Leutenbach werden direkt vermarktet

Ihre Kirschen vermarkten die Galsters ausschließlich direkt und bieten die kleine rote Frucht in 500g-Schalen für drei Euro an. Weitere Verwendung finden die Kirschen in selbst hergestellter Marmelade. Die beiden leben und lieben, was sie tun, tüfteln immer wieder gemeinsam an neuen Ideen und sind mit viel Herzblut bei der Sache. Ihr nächstes Projekt – die eigenen Kirschen in einer Eissorte zu integrieren.

Kirschenernte LeutenbachForchheim & Fränkische Schweiz
So schön rot – Kirschen aus der Fränkischen Schweiz. // Foto: Pia Lengenfelder

Die Kirschen, Kirschmarmelade und noch vieles mehr gibt es in den Verkaufshäuschen der Galsters, die 24 Stunden geöffnet sind. Sie befinden sich in Seidmar 2, St.-Moritz-Straße 3 in Leutenbach und an der Straße zwischen Leutenbach und Hundsboden, kurz nach der Abzweigung Seidmar auf der rechten Seite. Weitere Infos unter: www.instagram.com/gutes_vom_haidnhof

 

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