Überall grünt, blüht und wächst es, auch auf öffentlichen Plätzen und Flächen. Das will gepflegt werden. Der Gräfenberger Bauhof ist mit sieben Mitarbeitern für 15 Ortsteile und den Hauptort zuständig. „Aufgrund des begrenzten Personals und immer mehr werdender Aufgaben kommt der Bauhof nicht mehr hinterher“, erklärt Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW), warum die Mitarbeiter des Bauhofs Hilfe gut gebrauchen können.
Diese Hilfe erhalten sie nun. Rechen, Besen, andere Gartenarbeitsgeräte, Sense oder einen Mähtraktor hat das Haus Martinsruh selbst. Mit diesen Gerätschaften und ihrer Handarbeit werden vier Bewohner des Haus Martinsruh in Kasberg, eine soziotherapeutische Einrichtung der Stadtmission Nürnberg für trockene Alkoholiker, den Bauhof bei der Pflege der Spielplätze und öffentlichen Plätze unterstützen. Diese Kooperation ist ein Gewinn für beide Seiten.
Aus einer Unterhaltung zwischen Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) und Alexander Hübner, dem Einrichtungsleiter des Haus Martinsruh, heraus wurde die Idee im vergangenen Jahr geboren. Von der Firma, mit der das Haus Martinsruh früher zusammenarbeitete, kamen keine Aufträge mehr. Die sind jedoch für die Arbeitstherapie der Bewohner wichtig.
Auf der Suche nach mehr Jobs
Zwar habe man inzwischen mit einer Firma aus Erlangen eine Zusammenarbeit, aber auch andere Bewohner im Haus Martinsruh möchten gern zu dieser Therapieform eingeteilt werden. „Wir können nun Arbeitstherapie in einem neuen Bereich anbieten“, sagt Einrichtungsleiter Hübner.
Der Bauhof braucht Unterstützung, beispielsweise bei der Durchsicht des Baumbestands auf schadhafte Bäume. „Ein Kollege ist 80 Prozent seiner Arbeitszeit damit beschäftigt, die Bäume zu kontrollieren“, sagt Kunzmann.
Aber die Stadt hat nicht nur Bäume, sondern öffentliche Flächen und Ortsteile mit öffentlichen Plätzen. Die Spielplätze beispielsweise gehören dazu. Auf den Flächen müssen je nach Anlage Rasen gemäht, Büsche und Hecken im Herbst zurückgeschnitten werden, die Pflasterflächen vom Unkraut befreit werden, und auch die Pflanz- und Blumenkästen erwarten Pflege, um ein gutes Erscheinungsbild zu geben.
Darum kümmern sich nun drei Männer und eine Frau, das Team aus dem Haus Martinsruh. Sie gehören noch zu den jüngeren Bewohnern und haben sich für diese Arbeitstherapie entschieden und schon im vergangenen Herbst ihre Arbeitskraft eingebracht.
Reine Handarbeit
Unter anderem die Spielplätze in der Kreuzlehenstraße und in der Hans-Ackermann-Straße hat das Team Haus Martinsruh bereits gepflegt. „Sie haben Rasen gemäht, den Fallschutzkies und die Pflanzbeete in Ordnung gebracht und die Hecken geschnitten“, sagt Stefan Meier, stellvertretender Bauhofleiter der Stadt Gräfenberg. Viele Arbeiten waren reine Handarbeit, weil durch den Kies nicht einfach gemäht werden konnte.
„Wo das Team noch nicht war, gibt es vorher eine Ortsbesichtigung“, erklärt Hübner. Ein Bauhofmitarbeiter zeigt den Einsatzort und erklärt die Arbeiten. „Sie sind eine große Unterstützung“, bedankt sich Stefan Meier für die helfenden Hände des Arbeitsteams aus der Kasberger Einrichtung.
Der finanzielle Aspekt steht bei beiden Kooperationspartnern nicht im Vordergrund, sondern der soziale und soziotherapeutische Aspekt. Diese Arbeit bietet den Bewohnern auch die Möglichkeit, einen Nachweis zu erhalten, dass sie mit den Maschinen arbeiten können. Das könnte hilfreich sein für ihr Leben nach dem Haus Martinsruh.
„Wenn es auf irgendwelchen öffentlichen Flächen wuchert, einfach bei der Stadt melden, denn nicht immer werden diese Stellen bemerkt“, bitten die Vertreter der Stadt Gräfenberg.













