Der Tourismusverein Südliche Fränkische Schweiz hat sichtbare Spuren hinterlassen. Und doch wird er zehn Jahre nach seiner Gründung aufgelöst. Die Idee zum Verein hatte die damalige SPD Stadträtin und Dritte Bürgermeisterin Regine Bleckmann, angeregt durch ihre Weiterbildung im Bereich Tourismus auf eigene Kosten. „Ich wollte den Tourismus voranbringen“, sagt Bleckmann, die das touristische Potenzial der Region erkannt hatte.
Das Ergebnis ihres unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements war die Gründung des Tourismusvereins südliche Fränkische Schweiz im Jahr 2015. Gräfenberg, Weißenohe und Hiltpoltstein waren als Mitgliedsgemeinden dabei und Peter Rammensee, Irmtraud Schmidt-Hartung, Fritz Hohe, Cora Gundelfinger-Kolonko, Irene Brehmer-Stockum sowie Barbara Friedmann waren in der Vorstandschaft. Nun, zehn Jahre nach seiner Gründung, wird der Tourismusverein aufgelöst.
Tourismusverein: Ohne Vorstand kein Verein
„Die Kraft der Leistungsträger wollte nicht in die Vorstandschaft“, erklärt Geschäftsführerin Regine Bleckmann. Ohne Vorstandschaft kein Verein. Und doch bleibt ein Jahr Hoffnung, dass sich in letzter Minute noch etwas ändert. Das wäre Bleckmanns Wunsch, denn der Verein existiert noch ein Jahr, allerdings ohne Aktivität und ohne Mitgliedsbeiträge einzuziehen.
Der Tourismusverein war Bleckmanns Kind. Sie war die Ideengeberin, die Frau, die sich für die Gründung einsetzte, und diejenige, die in unzähligen ehrenamtlichen Stunden meist still im Hintergrund für die Präsenz des Vereins gesorgt hatte. Das Ziel des Vereins war es, den Tourismus voranzubringen.
Vermittler zwischen Kommunen und Tourismuszentrale
Der Verein sollte Vermittler zu den Kommunen und der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz sein und es sollte den Leistungsträgern, den Gastwirten und Vermietern von Ferienunterkünften, mit dem Verein das Werkzeug in die Hand gegeben werden, um Schnittpunkte zu schaffen. So sollten beispielsweise Anfragen nach Ferienunterkünften verlinkt werden, damit andere Anbieter innerhalb des Vereins einspringen können, wenn bei demjenigen, der die Anfrage erhielt, kein Zimmer mehr frei war.
Auch Corona-Infos wurden weitergegeben und den Leuten beiseitegestanden. Dass der größte Osterbrunnen in Bieberbach steht, ist bekannt. Aber es ging um den Sehenswert im Kleinen. „Die Leute sollen auch wissen, dass es an der Lillachquelle einen schönen Osterbrunnen gibt oder in Weißenohe und dass man bei der Osterbrunnenwanderung in Weißenohe oder Dorfhaus gut essen kann“, sagt Bleckmann und hatte deshalb dazu die Grundlagen für einen Flyer geschaffen.
Fertiggestellt wurde er in der Tourist-Info, die ebenfalls unter Bleckmanns Regie aufgebaut wurde. „Es wurde von den Gästen gut angenommen“, sagt Bleckmann. Inzwischen ist eine 8-Stunden-Stelle am Wochenende daraus geworden, besetzt von einer jungen Frau, die den dankbaren Touristen umfänglich Auskunft gab.
Sagenhaftes Gräfenberg
Nicht vergessen werden darf das „Sagenhafte Gräfenberg“, ein Wanderweg für Familien. Die Idee und die Texte dazu stammen von Jürgen Offermann. Für das Layout, den Druck, die Vermarktung, das Einholen von Fördergeldern und den Internetauftritt war Regine Bleckmann am Werk. Auch die App für die Geschichten und Sagen zu den einzelnen Stationen hat Regine Bleckmann programmiert. Wie alles andere ebenfalls ehrenamtlich.
„Wir haben viel geschafft“, sagt Bleckmann. Freilich gab es auch andere Stimmen, die der Meinung waren, der Verein sei zu wenig aktiv. Denn auch wenn das Erhalten und Verschönern des Ortsbildes und der Natur als Vereinsaufgabe festgehalten war, so war damit nicht gemeint, die Gemeinde oder Treppenaufgänge zu reinigen oder zu renovieren. Der Verein war unter Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) gegründet worden. Der amtierende Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) unterstützte den Verein in gleicher Weise.
Da sich nun keine Nachfolge fand, wurde in der Vorstandschaft beschlossen, den Verein aufzulösen. Regine Bleckmann und Weißenohes Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) sind die Liquidatoren. Das noch bestehende Vereinsvermögen geht nach vollzogener Liquidation an die VG, um damit die Tourismusfachkraft noch weiterzubeschäftigen. Falls sich nicht doch ein Vorstand findet.














