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Naturschutz
Hier entsteht eine neue Streuobstwiese
Die Hallerndorfer Jäger pflanzen einen der 15 Bäume auf der neuen Streuobstwiese.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Hallerndorfer Jäger pflanzen einen der 15 Bäume auf der neuen Streuobstwiese. // Mathias Erlwein
Signet des Fränkischen Tags von Mathias Erlwein
Hallerndorf – Die Jagdgenossenschaft Hallerndorf 1 hat auf einer gemeindlichen Fläche 15 hochstämmige Obstbäume gepflanzt. Sie haben zugesichert, sich fünf Jahre um die Anlage zu kümmern. Die Sache hat jedoch einen Haken.

Auf Initiative des im März neu gewählten Vorstands der Jagdgenossenschaft Hallerndorf 1 ist auf einer gemeindlichen Fläche in der Hallerndorfer Flur eine neue Streuobstwiese entstanden. 15 hochstämmige Obstbäume wurden dort fachmännisch eingepflanzt.

Unterstützung gab es dabei vom Landschaftspflegeverband Forchheim: „Pro gepflanzten Obstbaum gibt es über das Bayerischen Naturschutzprogramm eine Fördersumme von 120 Euro“, berichtet der Vorsitzende der Hallerndorfer Jagdgenossen, Johannes Seuberth. Hierbei habe die Projektmanagerin für die Streuobstlandschaften im Landkreis Forchheim, Biologin Claudia Munker, hervorragend unterstützt.

Fünf Jahre Pflege inklusive

Die Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Kirsch- und Mirabellenbäume sind bereits drei bis vier Jahre alt. Bei der Aktion half auch Bürgermeister Gerhard Bauer mit. „Es ist beispielhaft, wie hier zusammengearbeitet wird. Alle haben dadurch einen Gewinn: die Flora und Fauna, die Landwirte, Jäger und auch die Bürgerinnen und Bürger. Sie können dann in einiger Zeit vom Obst naschen“, listete Bauer die Vorteile für alle Beteiligten auf.

Die Jagdgenossenschaft Hallerndorf 1 werde sich für die nächsten fünf Jahre um die Pflege der Obstbäume wie den Erziehungsschnitt, das regelmäßige Gießen und das Ausmähen kümmern, sicherte Seuberth zu. Er hat schon weitere solcher Flächen für 2024 im Blick.

Am Rande des gemeindlichen Grundstücks mit den neuen Obstbäumen zur freien Ackerfläche hin haben die Hallerndorfer Jäger gleichzeitig die Pflege der dortigen Hecke übernommen. Alte Haselnusssträucher wurden auf Stock gesetzt und mit dem angefallenen Schnittgut eine Totholzhecke angelegt.

„Sie dient als Biotop und ist ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere wie Vögel, Kleinsäuger, Igel, Siebenschläfer sowie Insekten wie die für die Bestäubung so wichtigen Wildbienen“, erläutert Johannes Seuberth. In solchen Hecken finden auch kleine Reptilien wie die Zauneidechse oder Amphibien wie die Erdkröte einen willkommenen Rückzugsort.

Rückzugsgebiet von vielen Tierarten

„Gesamtziel der konzertierten Aktion ist es, eine Verbesserung der Flora und Fauna zu schaffen. Gerade Streuobstwiesen sind ein Rückzugsgebiet von vielen Tierarten“, fasst Bürgermeister Bauer zusammen. „Auch für unser Niederwild sind solche Rückzugsflächen eine große Bereicherung, gerade in den Setz- und Brutzeiten.

Denn dort wird nicht gemäht, sodass sich gerade beim Rehwild die Kitze ungestört entwickeln können, bis sie groß genug sind“, ergänzt Seuberth.

Als neuer Vorsitzender der Jagdgenossen bedankt er sich bei den Landwirten, die sich bereit erklärt haben, für nächstes Jahr wieder neue Blühflächen auszusäen. Diese Flächen bleiben dann für fünf Jahre landwirtschaftlich ungenutzt.

Dem Verbiss entgegenwirken

Gerade das Rehwild bleibe dann vermehrt in der offenen Flur und ziehe eben nicht in der vegetationsarmen Zeit in die Wälder. „Damit wirken wir dem Verbiss im Wald auf natürliche Weise entgegen“, erklärt Seuberth, der auch einjährige Flächenstilllegungen als einen „Gewinn für das Wild“ wertet.

Als Wermutstropfen sieht der erfahrene Jäger indes, dass diese Flächen bis zum 15. November des gleichen Jahres noch abgemulcht werden müssen. Damit verliere aber das Niederwild für den Winter seine Deckung. „Eine Verlängerung bis Mitte Februar wäre hier sehr wünschenswert und sinnvoll“, fordert Seuberth zum Überdenken dieser Regelung auf.

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