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Wetter-Mythen, Teil 2
Berüchtigte Hundstage im August: Sind sie wirklich so heiß?
Die Natur sprießt, es gibt also keinen Grund, sich über den Sommer zu beklagen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Natur sprießt, es gibt also keinen Grund, sich über den Sommer zu beklagen. // Christian König
LKR Forchheim – Den alten Bauernregeln zufolge sind die Hundstage (ab 23. August) besonders heiß. Doch stimmt das? In unserer Serie geht Meteorologe Christian König solchen vermeintlichen Weisheiten auf den Grund.

In einer Blitz-Umfrage käme in diesen Tagen mit Sicherheit eine Mehrheit zu dem Schluss, dass dieser Sommer bislang allenfalls die Note 4+ bekommt. Und ja, dieser Sommer ist seit vielen Jahren zur Abwechslung mal wieder durchwachsen. Rein klimastatistisch würde er aber als schlichtweg normal bezeichnet werden.

Aber tatsächlich sprechen die bisherigen Auswertungen der beiden Sommermonate Juni und Juli eine eindeutige Sprache: Weder bei den Temperaturen noch den Niederschlagssummen oder den Sonnenstunden werden außergewöhnliche Abweichungen verzeichnet. Zugrunde liegt dabei die so genannte Normalperiode, das 30-jährige Mittel von 1991 bis 2020.

Hier fließen auch für unsere Region die Auswirkungen des Klimawandels mit hinein. Was allerdings in Vergessenheit gerät: in den siebziger und achtziger Jahren gab es eine Reihe von eher zu kühlen und/oder zu nassen Sommern. Dementsprechend äußern sich die etwas älteren Semester deutlich anders als all jene, die seit der Jahrtausendwende geboren wurden.

Früher waren diese Sommer üblich

Ihre lapidare Antwort über diesen 0815-Sommer lautet häufig: „Ich weiß gar nicht, was ihr habt – früher waren diese Sommer üblich …“ Und sind wir mal ehrlich, dann erleben wir seit langem selbst noch im August eine herrlich sattgrüne Natur, wo (fast) alles sprießt.

Zurück zum Ausgangspunkt: Ist es wirklich so, dass die Hundstage heiß und schweißtreibend sein müssen? Natürlich nicht. Es gibt nur dahingehend einen statistischen Zusammenhang, dass zwischen dem letzten Julidrittel und zweiten Augustdrittel öfter Hitzewellen mit den höchsten Temperaturen im Jahr auftreten können – aber nicht müssen. Dies liegt in der Natur der Sache, also in bestimmten Großwetterlagen.

Außerdem sind sowohl die Festlands- als auch Meeresoberflächen durch die Sonne am meisten aufgeheizt. Wenn also eine Wetterlage über mehrere Tage vorherrscht, bei der die Heißluft aus südlichen Breiten bis zu uns gelangen kann, dann haben die Hundstage das Zeug zur schweißtreibendsten Zeit des Jahres. Bislang waren die Hochs über uns aber eher Eintagsfliegen.

So war es für die in Lauerstellung befindliche Hitze aus dem Süden nicht möglich, zu uns zu gelangen. Außerdem machten Gewitterfronten der Entwicklung sehr schnell immer wieder den Garaus.

Was braut sich in der Wetterküche zusammen?

Fazit: Bis zu einem gewissen Grad stimmt die landläufige Meinung, dass es zu den Hundstagen am heißesten wird. Die gute Nachricht für alle, die es grenzwertig heiß lieben: Bis Anfang September sind die physikalischen Rahmenbedingungen noch so, dass die heißesten Tage des Jahres stattfinden können. Das Mittelmeer ist enorm aufgeheizt, über Nordafrika ist es brütend und teilweise rekordträchtig überhitzt und stabilere Hochdruck-Wetterlagen werden wahrscheinlicher.

Die Wetterküche hat also das nötige Werkzeug parat, um auch noch nach den Hundstagen (ab 23. August) für enorme Hitze in unserer Region zu sorgen. Ein exemplarisches Vorspiel hierfür mit bis zu 35 Grad findet zwischen dem 11. und 14. August statt.

Womit sich wieder einmal bestätigt: Auch in den simpelsten Überlieferungen steckt immer ein Körnchen Wahrheit.

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