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Energiewende
Unterleinleiter macht bei Windkraft nicht mit
Bei Kasberg steht das bisher einzige Windrad im Landkreis Forchheim.Forchheim & Fränkische Schweiz
Bei Kasberg steht das bisher einzige Windrad im Landkreis Forchheim. // Stephan Großmann
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Unterleinleiter – Unterleinleiter beteiligt sich vorerst nicht am Planungsprozess für Windenergieanlagen – anders als Ebermannstadt.

Im Gegensatz zur Stadt Ebermannstadt beteiligt sich die Gemeinde Unterleinleiter vorerst nicht aktiv am Planungsprozess zum Ausbau von Windenergieanlagen auf ihrem Gebiet. Der Gemeinderat nahm das Angebot des regionalen Planungsverbands Oberfranken-West zur Anmeldung von Vorranggebieten für die Errichtung von Windrädern lediglich zur Kenntnis, begrüßte dies aber nicht wie der Stadtrat Ebermannstadt.

Vor über einem Jahr konnte der Bau von Windkraftanlagen auf der Langen Meile auch nach Protesten aus Unterleinleiter noch abgewendet werden. Unmittelbar betroffen wären die Einwohner von Dürrbrunn. Inzwischen hat sich die Gesetzeslage dazu komplett geändert.

Abstandsregeln gelten nicht mehr

Die Abstandsregeln gelten nicht mehr, und Windräder können nun sogar in ein Landschaftsschutzgebiet gepflanzt werden. 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung seien nun nicht mehr notwendig, wie Bürgermeister Alwin Gebhardt (DWV) erklärte, der von einer „ziemlich schwierigen Geschichte“ sprach. Wird die Lange Meile als Vorranggebiet mit aufgenommen, dann ist der Höhenzug oberhalb von Dürrbrunn privilegiert. „Wenn das kommt, müssen wir reagieren, denn sonst sind wir der Willkür von fremden Unternehmen ausgesetzt, die dort dann jederzeit Windräder bauen können“, meinte Gebhardt.

Nachbargemeinde Eggolsheim

Die Nachbargemeinde Eggolsheim wird die Lange Meile als Vorranggebiet empfehlen, ist sich Gebhardt sicher. Ob dem so ist, werde sich bei der Ausschusssitzung des regionalen Planungsverbands am 17. November im Landratsamt Forchheim zeigen. „Dann müssen wir reagieren“, kündigte Gebhardt an, der an dieser Sitzung teilnehmen wird.

„Haben wir nur die Option Lange Meile oder hätten wir noch ein anderes Gebiet?“, wollte Julia Schüpferling (DWV) wissen. „Von den Möglichkeiten her sind wir ziemlich eingeschränkt“, antwortete der Rathauschef.

Wie Dritter Bürgermeister Ewald Rascher (FWG) sagte, sei die Lange Meile der einzige Höhenzug in der Umgebung der Gemeinde, der einigermaßen Windqualität habe. Rascher verwies darauf, dass die Windräder heute höher sind als einst: früher 150 Meter, jetzt 180 Meter. Außerdem wisse man noch nicht, was die Nachbargemeinde Heiligenstadt mache. Rascher fürchtet, dass so oder so bald Windräder an der Gemeindegrenze stehen werden.

Was wird aus der Langen Meile?

Gebhardt ergänzte, dass die Fundamente 30 Meter Durchmesser haben und eher aus Stahlgeflecht als aus Beton bestehen. „Alles, was wir jetzt aktiv tun, wäre ein Schuss ins Blaue“, merkte Ernst König (DWV) an. „Vorranggebiete werden nach fachlichen Kriterien geprüft“, erklärte der Verwaltungsrichter und plädierte für ein Abwarten. Denn, so auch der Rathauschef, es könne ja dabei auch herauskommen, dass der Planungsverband die Lange Meile als ein zu wertvolles Naturschutzgebiet einschätze, in das keine Windparks gebaut werden.

Das Gespräch suchen

Wenn es doch so kommen sollte, werde er mit Eggolsheim das Gespräch suchen, weil man den Bürgern in Unterleinleiter dann auch die Möglichkeit geben müsse, sich zu beteiligen und finanziell mit einzusteigen.

Thomas Amon (FWG) hatte einen Brief geschrieben, da er nicht zur Sitzung kommen konnte. Er teilte mit, die Situation heute sei eine ganz andere als vor einem Jahr. Auch Amon ist dafür, das Gespräch mit Eggolsheim zu suchen.

Wird es ein Vorranggebiet?

Zweiter Bürgermeister Holger Strehl (NWG) geht fest davon aus, dass die Lange Meile Vorranggebiet wird. „Dann sind wir gut beraten, wenn wir mitwirken und das Beste für uns rausholen“, bekundete Strehl. Denn bei der Standortsuche könne man dann mitwirken.

 

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