0
Paradeplatz-Sperrung
Forchheim: Anwohner sind genervt von der Umleitung
In der Birkenfelderstraße kommt es wegen der Sperrung am Paradeplatz zu deutlich mehr Verkehr. Auch die Busse fahren nun hier entlang.
In der Birkenfelderstraße kommt es wegen der Sperrung am Paradeplatz zu deutlich mehr Verkehr. Auch die Busse fahren nun hier entlang. // Barbara Herbst
Forchheim – Die Birkenfelderstraße ist derzeit so viel befahren wie noch nie. Die Anwohner beschweren sich, die Stadt schätzt die Lage weniger dramatisch ein.

Die Anwohner der Birkenfelderstraße haben genug. Seit der Verkehr wegen der Baustelle am Paradeplatz umgeleitet wird, habe sich die sonst recht ruhige Straße mit Tempo 30 in eine laute und gefährliche Umleitungsstraße verwandelt.

„Es ist unmöglich, was hier in unserer Straße abgeht“, sagt Johanna Dirsch, die ihren richtigen Namen lieber nicht preisgeben möchte. „Die fahren hier durch – echt unter aller Kanone.“

Gefahr für Kinder, Alte und Tiere

Dirsch selbst ist Anwohnerin der Birkenfelderstraße und sie ist nur noch genervt. Genervt vom erhöhten Verkehrsaufkommen durch die Umleitung, genervt aber vor allem von der Rücksichtslosigkeit der Fahrer. Sie sorgt sich um die vielen Kinder, ältere Nachbarn und Haustiere, die in der sonst ruhigen Straße zuhause sind. „Wenn da ein Ball auf die Straße rollt und die Kinder hinterherlaufen…da würde von denen keiner mehr rechtzeitig bremsen können“, sagt Dirsch.

Zu „denen“ gehört beispielsweise ein Lamborghini, der vor Kurzem mit geschätzten 70 Kilometern pro Stunde durch die Birkenfelderstraße „gebrettert“ ist, erzählt Dirsch. Das Nummernschild habe sie sich auf jeden Fall eingeprägt.

Doch nicht nur schnelle Sportwagen würden Tempo 30 gekonnt ignorieren: „Nicht mal die Busse halten sich daran. Die Busfahrer wissen nicht mal, wo sie Vorfahrt haben und wo rechts vor links gilt“, sagt Dirsch.

Unübersichtliche Ausfahrten 

Schwierig ist für Dirsch und ihre Nachbarn auch die Ausfahrt vom eigenen Grundstück geworden: „Die Parkplätze vor unseren Häusern wurden ja nicht gesperrt, das heißt da parken die Autos, ich kann eh schon schlecht sehen wohin ich fahre, und dann schießen da auch noch die anderen Autos so schnell vorbei.“

Warum die Stadt die Parkplätze für die Zeit der Umleitung nicht gesperrt und anderswo ausgewiesen hat, sei den Anwohnern unerklärlich. „Wir haben Verständnis dafür, dass es eine Umleitung geben muss“, sagt Dirsch. „Aber man muss es dann auch für die Anwohner erträglich machen. So wie es jetzt läuft, ist es auf Dauer keine Lösung.“

Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt Forchheim, sagt dazu Folgendes: „Außer der Verkehrsmenge hat sich für die Anwohner nichts geändert, die Tempo 30 Zone bestand schon lange vorher. An den Einfahrten musste auch schon immer auf den fließenden Verkehr geachtet werden. Allerdings prüfen wir derzeit, ob in Fahrtrichtung Norden, Höhe Einmündung Dernbachstraße, Übergang zur Andreas-Steinmetz-Straße, das Halteverbot verlängert wird.“

Das werde allerdings dazu führen, dass die Geschwindigkeit in diesem Bereich steigt, was auch bei vermehrten Halteverboten im weiteren Bereich der Birkenfelderstraße der Fall sein würde, weshalb bisher darauf verzichtet wurde.

Blitzer können nicht überall stehen

Wenig Verständnis hat die Anwohnerin auch dafür, wie gegen die Verkehrssünder vorgegangen wird. Die Blitzer stünden fast immer am ruhigeren Eck am Friedhof. „Der ganze Landkreis weiß mittlerweile, dass da geblitzt wird“, sagt sie. „Und mal ganz ehrlich, am Friedhof interessiert es eh keinen mehr, wie schnell die Autos vorbeifahren.“

Ab der Kreuzung Richtung Kino hieße es dann jedoch „Feuer frei“ für die Fahrzeuge. Laut Stadtsprecherin Kurth könne nicht an beliebigen Stellen geblitzt werden, bei den Messungen müsse man technische Regeln einhalten.

Situation nach Sommerferien verschlimmert

Die Situation sei zu Beginn der Umleitung noch entspannter gewesen – immerhin waren da noch Sommerferien gewesen. „Mit dem Schulstart ging es dann los mit den Bussen und den Mamas, die ihre Kinder am liebsten bis ins Schulhaus fahren würden“, sagt Dirsch.

Früher habe sie in ihrem Garten vom Verkehr auf der Straße nichts mitbekommen. Nun bekäme sie ständig mit, wie ein „getuntes Etwas mit aufgemotztem Auspuff“ nach dem anderen die Birkenfelder Straße entlangfahre, gefolgt von allen Bussen, die sonst über den Paradeplatz fahren würden.

Stadt: Mehr Schilder wären verwirrend

Dirsch kritisiert außerdem, dass zu wenige Schilder auf Tempo 30 hinweisen würden. „Es handelt sich um eine Tempo 30 Zone, da steht nur ein Schild am Anfang und am Ende, mehr ist nicht zulässig. Darüber hinaus sind in der Andreas-Steinmetz-Straße und in der Birkenfelderstraße Bodenpiktogramme ,30’ vorhanden“, sagt Pressesprecherin Kurth. Der Verkehr sei ausreichend klar und eindeutig geregelt, zudem würde eine überflüssige und überbordende Beschilderung mehr Verwirrung als Klarheit stiften.

Auf die Frage, wieso auf der Umleitungsstrecke nicht mehr kontrolliert würde, antwortet die Stadt: „Für eine Intensivierung der Kontrollen besteht nach wie vor keine objektive Notwendigkeit, weder die Unfallzahlen, noch die örtliche Situation lassen auf besondere Gefahren schließen.“

 

Lesen Sie auch: 

Inhalt teilen
  • kopiert!