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Citymanager fehlt
Forchheimer Einzelhändler machen ihrem Ärger Luft
Die Baustelle immer im Rücken: Die Besucherfrequenz im Geschäft von Frank Brinke sei seit der Großbaustelle am Paradeplatz merklich zurückgegangen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Baustelle immer im Rücken: Die Besucherfrequenz im Geschäft von Frank Brinke sei seit der Großbaustelle am Paradeplatz merklich zurückgegangen. // Ronald Rinklef
Signet des Fränkischen Tags von Manuel Bogdahn
Forchheim – Energiekosten, Leerstände und Paradeplatz-Sanierung: Die Einzelhändler kritisieren fehlende Unterstützung der Stadt und stellen konkrete Forderungen.

Die Paradeplatzsperrung macht vielen Geschäften in der Forchheimer Innenstadt zu schaffen. Denn gerade die dadurch entstandene schlechte Erreichbarkeit halte einige Kunden von der Innenstadt fern.

Marion Amtmann, Inhaberin vom Bettenhaus Amtmann in Forchheim, fordert mehr verkaufsoffene Sonntage.Forchheim & Fränkische Schweiz
Marion Amtmann, Inhaberin vom Bettenhaus Amtmann in Forchheim, fordert mehr verkaufsoffene Sonntage. // Ronald Rinklef

„Ich brauche eine gewisse Anfahrbarkeit“, berichtet Frank Brinke, der Geschäftsführer von Foto Brinke. Die Besucherfrequenz in seinem Geschäft ist seit der Großbaustelle Paradeplatz merklich zurückgegangen. Aber: „Auch ein Einzelhandelskonzept wird vergleichbare Läden nicht retten“, beschreibt Frank Brinke die aktuelle Situation.

Problem: Steigende Energie-Preise und Inflation

Durch steigende Energie-Preise und hoher Inflation müsse er auf Sicht fahren und Pläne, die er heute erarbeitet, können morgen schon wieder hinfällig sein, gab Brinke zu bedenken. Dennoch – trotz einiger Schwierigkeiten – ist er nicht unzufrieden mit der Situation.

Verkaufsoffene Sonntage gefordert

Eine Forderung der Händler ist das Ermöglichen von verkaufsoffenen Sonntagen. „Es ist das Event, dass am meisten angenommen wird, auch außerhalb der Stadt“, sagt Marion Amtmann, Inhaberin vom Bettenhaus Amtmann in Forchheim.

Konrad Karnbaum, Inhaber von Feinkost Karnbaum in Forchheim, weiß, wie wichtig innenstadtnahe Parkplätze sind.Forchheim & Fränkische Schweiz
Konrad Karnbaum, Inhaber von Feinkost Karnbaum in Forchheim, weiß, wie wichtig innenstadtnahe Parkplätze sind. // Ronald Rinklef

Doch diese sind nicht einfach zu Planen: „Ein verkaufsoffener Sonntag ist im bayerischen Ladenschlussgesetz kein Selbstläufer, denn sie müssen an ein Event geknüpft sein“, sagt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) am Dienstag bei einer Diskussionsrunde des IHK-Gremiums Forchheim mit den Forchheimer Händlern. Generell fehle es an Aktionen, um die Innenstadt zu beleben, da sind sich alle Händler einig.

Ein „Kümmerer“ muss kommen

Seit fast einem Jahr gibt es in Forchheim keinen Citymanager mehr. Der Unmut darüber ist bei den Einzelhändlern groß. „Ich habe das Gefühl, dass die Politik sich nicht für den Einzelhandel interessiert“, sagt Heike Ammon, Besitzerin des Ladendrei in Forchheim.

Denn viele ihrer Vorschläge zur Verbesserung der Innenstadtsituation hätten nie richtig Gehör gefunden oder es habe keinen Ansprechpartner von Seiten der Stadt gegeben.

Die IHK für Oberfranken Bayreuth mit Vorsitzendem Michael Waasner (2.v.l.) hat zu einem Rundgang durch die Innenstadt eingeladen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die IHK für Oberfranken Bayreuth mit Vorsitzendem Michael Waasner (2.v.l.) hat zu einem Rundgang durch die Innenstadt eingeladen. // Ronald Rinklef

„Wenn da wieder ein Koordinator oder ein Kümmerer wäre, wäre das ganz, ganz klasse“, sagt auch Frank Brinke, denn gerade bei der Paradeplatzbaustelle hätte er sich mehr Kommunikation mit der Stadt gewünscht.

Wann kommt der neue Citymanger?

„Das Thema Citymanager treibt uns auch immer noch um“, erklärt OB Kirschstein. Die neue Ausschreibung soll im Herbst veröffentlicht werden. Dieser Zeitraum zwischen der ersten und der bald folgenden zweiten Ausschreibung sei eine Sicherheitsmaßnahme gewesen, damit die Stadt nicht mit rechtlichen Problemen der abgelehnten Bewerber zu kämpfen hätte, führt der Oberbürgermeister als Grund an.

Aber Kirschstein betont auch: „Nur weil eine Person weg ist, heißt es nicht, dass kein Citymanagement mehr da ist“. Es gebe genug Ansprechmöglichkeiten, an die sich die Händler wenden könnten.

Fehlende Parkplätze und Branchenmix

Noch bis Ende September ist die Tiefgarage am Paradeplatz wegen der Umbaumaßnahmen gesperrt. Die Ausweichmöglichkeiten sind begrenzt, denn die meisten Parkplätze in der Innenstadt sind auf eine Höchstparkdauer von zwei Stunden begrenzt.

Eines der größten Sorgenkinder der Forchheimer Einzelhändler: Die Baustelle am Paradeplatz.Forchheim & Fränkische Schweiz
Eines der größten Sorgenkinder der Forchheimer Einzelhändler: Die Baustelle am Paradeplatz. // Ronald Rinklef

Das sei nicht nur für die mögliche Kundschaft immer wieder ein Problem, erklären die Händler. Auch die eigenen Angestellten haben oft Probleme bei der Parkplatzfindung.

Parkplätze in der Hornschuchallee

Die Hornschuchallee bietet einige Parkmöglichkeiten. „Die Durchgängigkeit muss erhalten bleiben und die Parkplätze müssen möglichst erweitert werden“, sagt deshalb Konrad Karnbaum, Inhaber von Feinkost Karnbaum. Das Parkhaus Kronengarten sei für viele der Händler eine Option doch, es mangele an einer guten Parkleitführung dahin, berichten sie einstimmig.

Branchenmix in der Innenstadt fehlt

Auch der Branchenmix fehle in der Innenstadt. Gerade der Leerstand würde die Möglichkeit bieten, diesen zu erweitern, auch um mehr Junge Leute wieder in die Innenstadt zu locken. „Wir brauchen mehr Sortiment für Jugendliche“, bekräftigt Heike Ammon, denn gerade diese sollen möglichst auch noch in zehn Jahren in der Innenstadt einkaufen gehen.

Paradeplatz, Rathaus und Straßensperrungen: Forchheim ist Baustellen-Stadt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Paradeplatz, Rathaus und Straßensperrungen: Forchheim ist Baustellen-Stadt. // Ronald Rinklef

Ein Dauerbrenner bei den fehlenden Geschäften ist ein Lebensmittelmarkt. „Uns fehlt ein Lebensmittelladen in der Innenstadt“, bestätigt Marion Amtmann. Bei diesem Thema sei die Stadt bereits in näheren Verhandlungen und auch schon in konkreten Gestaltungsplanungen mit einem möglichen Betreiber, sagt Oberbürgermeister Kirschstein.

Auch wie schnell eine Zwischenlösung oder direkt ein neuer Citymanager oder eine Citymanagerin als Ansprechpartner und Kümmerer nun kommen werde, bleibe vorerst abzuwarten. Zumindest die Parksituation soll sich ab Oktober, nach Freigabe der Tiefgarage am Paradeplatz, wieder etwas bessern.

 

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