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84 Beschäftigte betroffen
BMI schließt Milchwerk in Ebermannstadt
Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in EbermannstadtForchheim & Fränkische Schweiz
Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt // Ronald Rinklef
Signet des Fränkischen Tags von Carmen Schwind
Ebermannstadt – Schock für 84 Beschäftigte: Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt. Die Gründe und wie es nun weitergeht.

Die Mitarbeiter waren geschockt. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt ein 52-jähriger Familienvater, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Internes Schreiben

Am Freitag hatte die Bayerische Milchindustrie (BMI) im Werk Ebermannstadt intern verkündet, dass dieses geschlossen werden wird. Damit verlieren 84 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. In einem internen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, steht, dass sich Vorstand und Aufsichtsrat am Vortag zu diesem Schritt entschlossen hatten.

Weiterbeschäftigung an anderen Standorten

So viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wie möglich sollen eine Weiterbeschäftigung an anderen BMI-Standorten erhalten. Die Schließung erfolge aus rein wirtschaftlichen Gründen und nach intensiven Beratungen.

Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt. // Ronald Rinklef

Steigende Kosten in allen Bereichen, fehlende Arbeitskräfte und die extreme Trockenheit haben in den vergangenen Monaten zu einer sehr angespannten Situation am Milchmarkt geführt. Die angelieferten Milchmengen haben stagniert oder seien rückläufig.

Milchmengen fehlen

Vor diesem Hintergrund sei es dem Unternehmen nicht gelungen, fehlende Milchmengen bisheriger Liefergruppierungen zu kompensieren, um an allen Standorten der BMI auch künftig weiterhin in vollem Umfang produzieren zu können.

Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Bayerische Milchindustrie (BMI) schließt das Milchwerk in Ebermannstadt. // Ronald Rinklef

Zusätzlich zu den fehlenden Milchmengen habe auch die Kostenexplosion gerade im Bereich der benötigten Hilfs- und Betriebsstoffe – insbesondere bei der Energie – dazu geführt, dass die Herstellungskosten extrem gestiegen seien.

Blaukäse und Mozzarella werden im Werk hergestellt

„Das Werk Ebermannstadt stellt derzeit Blaukäse und Mozzarella her. Durch die Schließung des Standortes stehen zusätzliche Rohmilchmengen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des BMI-Werkes Windsbach zur Verfügung“, schreibt die Presseabteilung des Unternehmens ergänzend in einer kurzen Pressemitteilung, in der die geplante Schließung bestätigt wird.

Als Zeitrahmen wird „mittelfristig“ angegeben.

Bürgermeisterin Christiane Meyer ist betroffen

Betroffen zeigte sich auch Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer: „Mit Bedauern muss ich feststellen, dass sich die aktuelle Krise nun auch in Ebermannstadt niedergeschlagen hat.“ Ihre ersten Gedanken seien bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gewesen, die nun vor einer ungewissen Situation stehen.

„Es ist ja nicht nur, dass wir den wichtigsten Arbeitgeber verlieren, sondern auch den größten Gebührenzahler im Wasser- und Abwasserbereich“, fügt sie hinzu und weist auf die große Verantwortung hin, die Kommunen im Augenblick bezüglich Energie haben: „Wir müssen uns mit diesem Thema auseinandersetzen und gemeinsam Lösungen finden für unsere Bürger und Unternehmen.“

 

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